Schule
Südtirolfoto/Helmuth Rier
Advertisement
Advertisement
Schule

Identität auf dem Spiel?

Der Preis, den Südtirol für eine gemischtsprachige Schule zahlen müsste, sei zu hoch, warnt die Süd-Tiroler Freiheit. Bestes – warnendes – Beispiel sei das Aostatal.
Advertisement
Advertisement

Liebe/r Leser/in,

wieviel ist Ihnen unabhängiger Journalismus wert?

Dieser Artikel befindet sich im Salto-Archiv und ist nur für Abonnenten und Spender zugänglich.
Unterstützen Sie salto.bz und erhalten Sie Zugang auf über 5 Jahre kritischen Journalismus!
Sie besitzen noch kein salto.bz-Abo?

Mit (ab) einem Mini-Abo von 12 Euro für ein Jahr erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln auf salto.bz. Wählen Sie jetzt Ihr Abo!

Selbstverständlich freuen wir uns auch über jede weitere finanzielle Unterstützung. Ihre Spendenbereitschaft hilft uns, auch weiterhin unabhängig bleiben zu können und die laufenden Kosten und notwendigen Investitionen zu tragen.

Jetzt ein Abo abschließen!

Sollten Sie bereits ein Abo auf salto.bz abgeschlossen haben, aber über keinen Zugang verfügen, melden Sie sich bitte einfach unter info@salto.bz

Redaktionelle Artikel, die auf salto.bz erschienen und vor 6 Monaten online gegangen sind, sind seit 1.1.2019 kostenpflichtig. Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung!

Sind Sie bereits salto.bz-Abonnent? Melden Sie sich bitte unter info@salto.bz

Advertisement

Weitere Artikel zum Thema...

ladino-museo4.jpg
ladino museo
Mehrsprachigkeit

Ladinisches Exempel

Aldo Mazza
Youtube
Gastkommentar

“Eppur si muove!”

play-stone-1237457.jpg
playing.games.com

Kommentar schreiben

Kommentare

Bild des Benutzers pérvasion
pérvasion 01.03.2017, 15:21

Ich finde, dass Sie Andrea Abels Aussagen hier eher verzerrend zitieren, Frau Gasser.

Bild des Benutzers Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 01.03.2017, 18:25

Wenn Frau Abel tatsächlich so gesprochen haben sollte, dann ist es zumindest um ihr Deutsch nicht gut bestellt.

Bild des Benutzers Max Benedikter
Max Benedikter 01.03.2017, 19:27

Finde ich nicht. Aber Pérvasion kann ja einen der üblichen Brennerbasisblogs verlinken. Dann hat er seine Arbeit erledigt und kann ruhigen Gewissens einschlafen.

Bild des Benutzers pérvasion
pérvasion 01.03.2017, 22:10

Tut mir leid, Herr Benedikter, dass ich nicht alles 10x schreibe sondern, wenn ich das bereits gemacht habe, darauf verlinke. Wenigstens versuche ich zu argumentieren…

Bild des Benutzers Basso Meno (gesperrt)
Basso Meno (gesperrt) 01.03.2017, 19:57

Bitte nennen Sie diese Passagen. Im Gegensatz zu Herrn Benedikter bin ich kein Hellseher, der weiß, was genau Sie meinen.

Bild des Benutzers pérvasion
pérvasion 01.03.2017, 22:09

Frau Abel bezieht sich mit ihrer Aussage (die ja im Artikel verlinkt ist) soweit ich das verstehe auf den Istzustand und nicht auf die »gemischtsprachige Schule«. Außerdem macht sie sehr differenzierte Aussagen zu verschiedenen Dimensionen der Sprachförderung in der Schule und in der Familie.

Bild des Benutzers Silvia Rier
Silvia Rier 01.03.2017, 19:36

Mir fällt dazu, ein bisschen polemisch aber doch ganz spontan ein Satz aus dem Artikel "Der Schwabe in uns" (bei FAZ vom 27.12.2015 nachlesbar) ein, den ich leicht abwandle, was dann so aussieht: "(...) es könne mit der Besonderheit dieser Identität ja nicht so weit her sein, wenn sie ohne scharfe (...) Abgrenzung in Gefahr wäre, diese Besonderheit zu verlieren." Mal ganz sachlich an das Thema herangegangen: Ist doch so, oder? Und überdies war "Identität" noch nie etwas Festes und etwas Unwandelbares schon mal gar nicht (aber vielleicht geht es den Herren ja auch gar nicht um Identität, sondern vielmehr um ihr eigenes, ein wenig starres und festgefahrenes Weltbild?). Und sowieso hat das schlichte Verhindern des Einen hat dem Anderen noch nie dauerhaften Fortbestand gesichert.

Bild des Benutzers Basso Meno (gesperrt)
Basso Meno (gesperrt) 01.03.2017, 19:50

"Aller gegensätzlichen Behauptungen zum Trotz "

Ist "Deiner zum Trotz" richtig, "Dir zum Trotz" falsch ?

Bild des Benutzers Johann Milchstraßenbürger
Johann Milchstraßenbürger 01.03.2017, 20:35

In Wien hat durchschnittlich bereits jeder zweite Volks- und Hauptschüler nicht Deutsch als Muttersprache. Die Flüchtlinge seit 2015 noch nicht mitgerechnet. Das Niveau ist dementsprechend katastrophal niedrig.

Die Kinder mit nicht deutscher Muttersprache müssen in der Volksschule erst mal Deutsch lernen, und halten somit den ganzen Betrieb auf. Zu Hause angekommen, sprechen die Schüler wieder nur ihre Muttersprache (meist Türkisch). Privatschulen boomen.

Es gibt in den Wiener Bezirken Döbling und Hietzing Privatschulen, wo Schüler bereits mit 6 Jahren in der Regel 2 Sprachen - meist Schwedisch und Deutsch - perfekt beherrschen. Mit Abschluss der Matura sprechen sie min. 3 Sprachen absolut perfekt- meist aber 4 und mehr.

An allgemein öffentlichen Schulen können Kinder mit 14 Jahren gerade mal Lesen und Schreiben in ihrer eigenen Muttersprache.

Ich hoffe für die Südtiroler Landsleute die gezwungen sind, ihren Nachwuchs in öffentliche Schulen zu schicken, die italienischen Kinder sind etwas schlauer als die türkischen Kinder in Wien und anderswo ... und jetzt kommen ja auch noch die Kinder der Zuwanderer aus Nigeria bis Pakistan dazu ...

Alles Gute für meine Landsleute im Reservat Alto Adige/Südtirol

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 01.03.2017, 20:58

Zu Hause angekommen, sprechen die Schüler wieder nur ihre Muttersprache

Es ist kontraproduktiv wenn zu Hause Deutsch gesprochen wird, wenn es nicht auf Muttersprachniveau gesprochen wird.
Als Lösung wäre wenn schon mit 3 Jahren das Sprachniveau zu ermitteln und mindestens ein bis zwei Jahre verpflichteden Kindergartenbesuch verordnen und weiter wenn nötig zuruckzustufen um mit einem weiteren Jahr Kindergarten den Spracherwerb zu fördern.
Auch sollten Schulkinder mit schlechten Deutschkenntnisseb besser verteilt werden auch wenn dabei ein erheblich längerer Schulweg in Kauf genommen werden muss. Leider wird man so was aus politischer Korrektheit nicht zulassen.

Bild des Benutzers Johann Milchstraßenbürger
Johann Milchstraßenbürger 01.03.2017, 21:26

Servus lieber Georgias!  

Wie wäre es, wenn Schüler mit nicht ausreichenden Deutschkenntnissen z.B. in eine italienische oder türkische Schule gehen würden? Das fördert natürlich nicht die Integration, aber WARUM sollen die einheimischen Kinder unter den miserablen Deutschkenntnissen der Zuwandererkinder leiden müssen? Etwa aus Solidarität? Gibt es da noch andere Gründe?  

Und seit wann muss sich die gastgebende Bevölkerung an den Zuwanderern richten? Ist es nicht eher andersrum?

Die ersten 6 Lebensjahren sind für den späteren Charakter bzw. Mentalität eines Menschen entscheidend. In den weiteren 4 Jahren wird der gesamte Lebenslauf eines Menschen bestimmt.

Alles was hier verpfuscht oder unterlassen wurde, kann später bestenfalls noch etwas korrigiert werden.
Nochmals:
Wie kommen unsere Kinder dazu, in ihren entscheidenden 4 Jahren auf das Niveau von irgendwelchen Nachzügler herunterzusinken und dadurch für ihr späteres Leben gekennzeichnet zu werden?

LG lieber Georgias

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 01.03.2017, 22:13

Sie nehmen in kauf dass zugewanderte Kinder schlecht deutsch lernen und sich nicht integrieren?
Mit solchen Pfuschern wie Sie gehen solche schönen Länder wie Südtirol oder Österreich langfristig vor die Hunde. Sie sind kein Patriot. Lieber den Zugewanderten eine reinwürgen als das tun was für das Land gut ist.

Viel Beffeln aber von der Einwanderungs- und Integrationsproblenatik nichts verstehen.

Bild des Benutzers Johann Milchstraßenbürger
Johann Milchstraßenbürger 01.03.2017, 23:08

Lieber Gorgias,
Du hast wiedereinmal das Gelesene nicht richtig verstanden. Du meinst also, dass einheimische Kinder sich auf dieselbe (niedrige) Niveau herablassen müssen, wie die Kinder von Zuwanderern, damit sich diese leichter bei uns integrieren können. Wenn Du das aus Sorge um die Zuwanderer-Kinder möchtest, dann kannst Du das mit deinen Kindern ruhig machen. Niemand wird Dich daran hindern.
Aber wenn andere Eltern ihre Kinder auf und in Privatschulen schicken und in Folge Deinen Kindern haushoch überlegen sind, dann vordere ja keine Solidarität von diesen besser gebildeten Kindern ein (inzwischen sind sie Jugendliche), denn das werden sie nicht tun! Sie werden über Dich und deine Kinder hinter vorgehaltener Hand lachen und Euch bedauern … und vielleicht einmal einen Tipp geben, wo auch weniger gut gebildete Jugendliche einen Job finden …
Lieber Gorgias, ich wette meine Ostereier die ich erst verdienen muss, dass Du mich jetzt verstanden hast! LG

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 01.03.2017, 23:53

Sie haben mich auch nicht verstanden. Aber seis drum nochmal: Kinder können in Vorschulalter sehr leicht eine Sprache erweben. Hier im Notfall ein oder zwei Jahre verpflichteden Kindergarten können das Sprachniveau aufbauen für den Schulantritt. Im Kindergarten werden Muttersprachler nicht ausgebremst. Des weiteren kann man auch ein Kind für die Sprachforderung ein Jahr zurückstufen. Des weiteren kann man dafür sorgen dass Kinder die immer noch bestimmte Schwächen in der Sprachbeherrschung haben, die aber nach zwei Jahren Kindergarten sehr gering sind, nochmals so verteilt werden, dass sie in der Minderheit sind und von der Mehrheit der Klassengemeindchaft mitgetragen werden. Das heißt, dass sie durch den Kontakt mit mehrheitlich Muttersprachler mitkommen und Sprach Defizite abbauen und das ohne das zu lasten der Muttersprachler wird.
Das haben Sie wohl in Ihrer Polemik gerne übersehen. (oder nicht verstanden)
Jedenfalls ist Ihr Vorschlag die Kinder in Ihrer Sprachentwicklung und Integration stagnieren zu lassen einen Kack wert. Es braucht intelligente Maßnahmen und nicht so einen Pfusch der nur Ihrer persönliche Genugtuung dient aber unser schönes Land ruiniert.

Bild des Benutzers Johann Milchstraßenbürger
Johann Milchstraßenbürger 02.03.2017, 09:26

[Es braucht intelligente Maßnahmen und nicht so ....]
Und solche intelligenten Maßnahmen wären?

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 02.03.2017, 11:37

Lesen Sie den obigen Text so oft durch bis Sie sie gefunden haben.

Bild des Benutzers Johann Milchstraßenbürger
Johann Milchstraßenbürger 02.03.2017, 09:23

jessas: das heißt natürlich fordern und nicht vordern ... Gorgias, zwei Rechtschreibfehler habe ich noch versteckt!

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 02.03.2017, 11:42

Wenn Sie sich auf den Inhalt concentrieren würden, hätten Sie vieleicht was davon. Aber weil Sie so gerne nach orthographischen Fehlern suchen, habe ich hier noch ein paar für Sie vesrteckt.

Bild des Benutzers Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 01.03.2017, 21:42

Wenn das derzeitige Schulsystem so gut ist, wieso redet dann der Großteil Abgänger so, dass er nördlich vom Main kaum verstanden wird und nicht so wie Herr Kollmann?

Bild des Benutzers pérvasion
pérvasion 01.03.2017, 22:02

Preußisch war glaub ich nie der Anspruch.

Bild des Benutzers Martin B.
Martin B. 01.03.2017, 23:45

Ohne ein Anhänger der Methoden der STF zu sein: der Abbau der sprachlich-kulturellen Identität und Originalität in Gebieten wie Aosta, Elsass und ähnliche durch nationalstaatssprachliche politisch gewollte Assimilierung ist in der Tat traurig. Auch die wahrhaft wissenschaftliche Diskussion von frühem Mehrsprachenunterricht scheint mir bei den bedingungslosen Befürwortern genausowenig glaubhaft wie bei den Verweigerern. Und Achtung: auch in der Wissenschaft sind "modische" Strömungen und Interpretationen immer Gang und Gäbe. Also vorsichtig bleiben, eine ausgeglichene Position einnehmen und lieber einmal mehr diskutieren, sowie Eltern ermöglichen ihre Kinder beruhigt an die näheste öffentliche Schule zu schicken.

Bild des Benutzers Silvia Rier
Silvia Rier 02.03.2017, 07:56

Wenn der Deutsch-Unterricht im hohen Norden den Anforderungen (offensichtlich, der Herr von der Milchstraße beschreibt's so schön plastisch) nicht genügt, dann können dafür wohl schlecht die (anderssprachigen) Schüler verantwortlich gemacht werden? Wie wär's mit Anpassung des Schulsystems, an die neuen Anforderungen? Außerdem fürchte ich, liegt gerade in Deutschland das Grundproblem nicht bei den Anderssprachigen, sondern im abartigen Schulsystem, in dem schon die Kleinsten nach "Leistung" sortiert werden (mir wird grad übel). Da scheint es mir eine eher logische Folge, dass gewisse Klassen an gewissen Schulen nicht (mehr) funktionieren (können). Davon abgesehen bin ich zur Abwechslung mal ganz bei Gorgias. Und was hierzulande angeht: Wir hätten eine perfekte Ausgangssituation, um die Fehler, vor denen "man"che hier Angst haben, eben gerade nicht zu machen, und ein Modell zu werden: Wir haben mehrere Sprachgruppen, ein sprachlich gut durchmischtes Alltagsleben und Miteinander, und einen Haufen Geld. PS: Hier übrigens ein frischer Text zum Thema, kürzlich erschienen bei ZON: http://www.zeit.de/wissen/2017-02/mehrsprachigkeit-bilingualitaet-sprach...

Bild des Benutzers Basso Meno (gesperrt)
Basso Meno (gesperrt) 02.03.2017, 09:02

"liegt gerade in Deutschland das Grundproblem nicht bei den Anderssprachigen, sondern im abartigen Schulsystem,"

Was soll am Schulsystem "abartig" sein. Geht's nicht ne Nummer kleiner?
Sowohl ich (Sohn eines dialektsprechenden Metallarbeiters) als auch z.B. viele Sprösslinge aus zugewanderten Familien haben dieses System ohne große Probleme durchlaufen. Darunter Freunde meiner Söhne, deren Eltern aus Afghanistan, der Türkei, Italien, Iran stammen. Alle mit Uniabschluss, weder Theaterwissenschaften noch Religion, nein , in MINT Fächern.

Es gab hier seit 1970 etliche visionäre Ideen, das Schulsystem abzuändern, Resultat: wenn Eltern die Wahl zwischen Gemeinschaftsschule und Gymnasium haben, wählen Sie das Gymnasium. Und so wird es wohl auch bleiben, solange Adam und Eva und nicht der Neue Mensch auf Erden wandelt :-)

Gruß aus dem "abartigen Deutschland" vom Basso Meno :-)

Bild des Benutzers Silvia Rier
Silvia Rier 02.03.2017, 11:05

Ich bezog mich allein auf die "Selektion" im frühkindlichen Stadium. Allerdings: ich "urteile" aufgrund von Hörensagen (Menschen aus Bundesdeutschland, darunter zahlreichen Lehrer_innen, und Elter_innen *letzteres Xtra für den Menschen von der Milchstraße*), und Zeitungstexten. Sie alle behaupten ziemlich einstimmig, dass dieses System der frühkindlichen Selektion a) schon Kleinkinder und deren Eltern hohem Druck aussetzt und b) die so genannte "Durchlässigkeit" maximal erschwert. Der Tenor geht so: Wer aus sog. schwierigen Verhältnissen kommt, und dann noch an der Hauptschule landet (ersteres zieht zweiteres fast zwingend nach sich, habe ich mir sagen lassen), der kann sein Leben fahren lassen... Ist das nicht "abartig"?

Bild des Benutzers Basso Meno (gesperrt)
Basso Meno (gesperrt) 02.03.2017, 11:38

" "Selektion" das Wort erinnert an die Rampe von Auschwitz, also an Massenmord. Ob man/frau das auf schulische Leistungen übertrage kann, bezweifele ich.

"Bundesdeutschland" ein anderes gibt es nicht :-)

"Zeitungstexten" - ich aus eigener Erfahrung. Wie würden gerade Südtiroler (und innen) reagieren, wenn ich als Deutscher vorgäbe, besser über ihr Leben bescheid zu wissen als sie selbst ? :-)

"Wer aus sog. schwierigen Verhältnissen kommt, und dann noch an der Hauptschule landet (ersteres zieht zweiteres fast zwingend nach sich, habe ich mir sagen lassen), der kann sein Leben fahren lassen"

Selbstmord muss kein Mensch begehen, der einen Haupschulabschluss besitzt.
Der Schulabschluss entscheidet nicht darüber, ob jemand später ein glückliches Leben führt.

"Ist das nicht "abartig"?" Wie schon gesagt, das Wort finde ich völlig unpassend.

Bild des Benutzers Waltraud Astner
Waltraud Astner 02.03.2017, 10:39

@Silvia Rier
Werte Silvia Rier, ich weiß nicht welche Fehler Sie konkret ansprechen, aber die Wahrheit ist, dass alle über die zweisprachige Schule schreiben und niemand konkret sagen kann, was damit gemeint ist. Soviel hat man verstanden, dass die Unterrichtsfächer sowohl in den Landessprachen Deutsch und Italienisch vermittelt werden sollen. Nachdem Sachinhalte nur verstanden werden können, wenn eine gewisse Kenntnis der Sprache vorhanden ist, was folgt daraus konkret? Das heißt konkret, dass diese Sprachen von der jeweils anderen Sprachgruppe zuerst erlernt werden müssen und dass dies im Normalfall einige Jahre dauert, da eine zweisprachige Realität a priori nur in zweisprachigen Familien gegeben ist, im Großteil Südtirols aber nicht vorkommt. Also, wenn wir mit Fehlern anfangen, so muss gesagt werden, dass das Erlernen der jeweils anderen Sprache, wenn sie als defizitär angesehen wird, schon in der Grundschule beginnt. Was folgt jetzt wieder daraus? Dass die Didaktik zum Erlernen der Sprache geändert und verbessert werden muss. Englisch und Italienisch müssen nach demselben Muster der Fremdsprachendidaktik vermittelt werden, wie es der Realität entspricht, gerne auch mit Nichtmuttersprachlern als Italienischlehrern, was eine bessere Versorgung mit didaktisch gut ausgebildeten Lehrern bis in die hintersten Täler garantiert. Erst danach kann man über eine zweisprachige Schule nachdenken, wobei uns die Realität schon längst eingeholt hat und man auch über eine dreisprachige Schule nachdenken müsste, denn gute Englischkenntnisse werden in unserer zunehmend vernetzten Welt immer wichtiger. Grundsätzlich ist aber einmal zu überlegen, ob es nicht ganz einfach machbar ist, dass Schüler mittels eines ganz normalen, aber didaktisch guten Fremdsprachenunterrichts eine oder zwei Fremdsprachen ausreichend lernen. Denn, ob es uns passt oder nicht, nicht alle Menschen haben Interesse sich bi- oder trilingual auszubilden und haben es auch nicht notwendig. Wenn sie sich mit den anderssprachigen Mitbürgern hier im Land gut unterhalten können und wenn sie sich auf Reisen in Englisch verständigen können, reicht das völlig. Jene, die andere Sprachen besonders gut sprechen müssen ( Studium, Arbeit), haben genug Gelegenheiten dies zu lernen. Dazu gäbe es u.a. auch das Instrument des Wahlfachs, das an allen Schulstufen fakultativ angeboten wird, und dazu verwendet werden könnte Sprachkenntnisse zu verbessern oder natürlich um auch andere z.B. wissenschaftliche Fächer anzubieten. Dass die allgemeine Schule den Fokus so intensiv auf Spracherwerb legen sollte, sehe ich nicht gegeben, außer wir schaffen die deutsche bzw. die italienische Schule grundsätzlich ab. Der Grund für diese Forderung ist aber wieder einmal jener, dass man politisches Kleingeld daraus schlagen will, man will gar nicht den Spracherwerb verbessern. Denn dazu müsste man das Problem an der Wurzel anpacken.

Bild des Benutzers Silvia Rier
Silvia Rier 02.03.2017, 11:14

Lassen Sie mich doch, werte Frau Astner, an diesem einen Punkt nachfragen: Warum sollte eine Sprache, die in ein und demselben "Territorium" von einer nicht unbeträchtlichen Zahl von Menschen muttersprachlich gesprochen wird, von einem anderen Teil der Menschen desselben Territoriums als "Fremdsprache" behandelt werden? Wie abstrakt ist das denn? Und: Was macht das mit jenen anderen Menschen, denen Muttersprache ist, was für den anderen Teil derselben Gesellschaft (man und frau deutsch- bzw. italienischsprachliche teilen schließlich und ohne größere Probleme einen gemeinsamen Alltag) "Fremdsprache" sein soll? Dann müssten ja nämlich, wenn ich Sie zu Ende denke, mit ihrer Sprache, auch die Menschen, die sie sprechen, Fremde sein. Fänden Sie das gut? Und nützlich, im Sinne des friedlichen und produktiven "Miteinander"? Mah.

Bild des Benutzers Waltraud Astner
Waltraud Astner 02.03.2017, 12:23

@Silvia Rier
Sie haben mich nicht verstanden. Die Sprache die in demselben Territorium gesprochen wird kann genannt werden wie sie will. Es geht um das "Vermitteln" der Zweit-Fremd- anderen oder wie auch immer genannten Sprache. Also um die Didaktik, das ist der Punkt. Um die richtige also zielführende Didaktik zu wählen muss man vom Istzustand ausgehen. Der Istzustand ist jener, dass eben der überaus größte Teil der Südtiroler von Haus aus einsprachig aufwächst, weil in deren engeren Territorium eben nur eine Sprache vorkommt. Da kann man doch nicht hergehen und so tun als wäre die jeweils andere Sprache eine Zweitsprache. Man kann sie so nennen, aber de facto ist sie eine Fremdsprache, genauso wie das Englische. Also ist es doch wohl logisch beide Sprachen nach derselben Methode zu unterrichten ( anders nennen kann man sie trotzdem). Im Vordergrund sollte eben doch wohl der möglichst zielführendste Unterricht stehen und nichts anderes. Aber so oder anders ein Sach-Fachunterricht in einer anderen Sprache ist erst möglich, wenn dieselbe beherrscht wird. Sollte ein solcher also das Ziel sein, dann muss dafür gesorgt werden, dass die Sprache zuerst gut gelernt wird, und das nach der richtigen Methode und unter Einbeziehung aller anderen Faktoren, die es für erfolgreiches Lernen braucht. Aber wie schon gesagt ich bin nicht der Ansicht dass die allgemeinbildende Schule die Aufgabe hat den Fokus so intensiv auf Sprachvermittlung zu lenken, denn wie schon ausgeführt nicht alle Menschen haben ein Interesse an Sprachen, viele interessieren sich mehr für technische Fächer, Hobbies usw. Dies ist der eine Aspekt zum Thema, es gibt auch noch den gesamtgesellschaftlichen, der auch zu beachten ist. Wobei hier natürlich klar ist, dass sich an dem Thema viele schlicht und einfach politisch abarbeiten wollen.

Bild des Benutzers Johann Milchstraßenbürger
Johann Milchstraßenbürger 02.03.2017, 12:30

Frau Silvia Rier möchte die Kinder zwingen an einem zweisprachigen Unterricht teilzunehmen, den in Südtirol niemand will.
Für Frau Silvia Rier sind auch alle Menschen gleich, deshalb sollen sie gefälligst auch an einem gemeinsamen Unterricht teilnehmen.
Perfekt wäre eine große Einheitsklasse für ALLE 6 bis 10- jährige Schüler_innen und Schüler und gleich im Anschluss für 11 bis 14-jähige Schüle*innen und Schüler.
Natürlich sollen an solchen Einheitsklassen auch ALLE Zuwandererkinder teilnehmen, egal wie gut oder schlecht sie die deutsche Sprache beherrschen.
Das Einzige was die Menschen noch unterscheiden soll, sind die verschieden Hautfarben. »Bund statt braun, Vielfalt statt Einfalt!« ist der Schlachtgesang der heutigen selbsternannten Menschen-Elite der Guten und Anständigen.
In dieser »Vielfalt« sind allerdings vielfältige Meinungen und Bedürfnisse ausgeschlossen, ebenso jede Individualität die dazu führen könnte, aus dieser kunterbunten Einheitsmasse herauszuragen. Das alles ist den Rechten vorbehalten, ebenso das Bemühen, gute Schulnoten nach Hause zu bringen. Deshalb: Schulnoten abschaffen! Die weniger guten Schüler_innen sollen sich nicht diskriminiert fühlen!

Bild des Benutzers Silvia Rier
Silvia Rier 03.03.2017, 07:44

Der Herr mit dem erhobenen Zeigefinger scheint sich für ganz Südtirol zu halten, von dem er genau wissen will, was es will, ganz Südtirol also, und was es nicht will. Worauf gründet er, der Herr mit dem erhobenen Zeigefinger also, seine Behauptung? Und übrigens ist ihm in seinem Furor ein Witzchen gelungen, das dürfte ihn erfreuen, dort nämlich, wo er behauptet, für Silvia Rier seien alle Menschen gleich (sie sind es, sie sind es, in ihren Rechten, ihren Pflichten und ihrem Entwicklungsvermögen, jawohl) und sie wolle ihnen jedes Recht auf Individualität in einer "kunterbunten" Einheit (wie er das wohl geschafft hat, der Herr von der MIlchstraße, eine kunterbunte Einheit zu erfinden) absprechen. Dieser nämlich, also der absolute Wille nach einer einheitlichen Menschenmasse ohne jeglichen Anspruch auf individuelle Eigenheiten ihrer Individuen, ist der Grund dafür, dass Silvia Rier "konsequent gendert", wie der Herr mit erhobenem Zeigefinger an anderer Stelle bemeckerte. Will er einfach nur meckern, oder hat er auch was zu sagen, mit dem erhobenen Zeigefinger?

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 03.03.2017, 23:10

Nur zum Verständnis der Herr hat den Finger nur erhoben weil er gern daran riecht nachdem er ihn sich tief hinten reingesteckt hat.
Leider wird diese Geste oft missverstanden, so dass es als Überheblichkeit missverstanden wird und seine (geistige) Bescheidenheit übersehen wird.

Bild des Benutzers Johann Milchstraßenbürger
Johann Milchstraßenbürger 04.03.2017, 01:18

In aller Kürze: Spiele Sie nicht den lieben Gott, Frau Rier, denn nur vor ihm alleine sind alle Menschen gleich.
Unter Menschen sind jedoch alle verschieden. Je früher Sie das eingestehen, desto besser für Sie. Robespierre, Marx, Lenin, Mao usw. haben nur Berge von Toten hinterlassen. Und es werden nicht die letzten sein, die Menschen hinterlassen werden. Und das alles nicht, weil wir alle gleich sind ... sondern nur Menschen unter Menschen.
Vielleicht sollten wir uns damit begnügen, nicht den lieben Gott zu spielen, sondern nur das umzusetzen, was menschenmöglich ist.

Wir sollten nicht nur uns selber respektieren wie wir sind, sondern auch alle anderen Menschen mit ihren Individualitäten, Vor- und Nachteilen, aber auch in ihren Unter- und Überlegenheiten.
Es wird immer Menschen geben, die anderen überlegen sind und eine Führungsrolle übernehmen.
Wenn wir Glück haben, dann heißen sie nicht Hitler, Mao, Marx oder Robespierre ...
Wir leben in einer Zeit, wo wir den lieben Gott abschaffen und uns selber an seiner Stelle installieren. Das wird natürlich nicht funktionieren.
Wenn alle Menschen gleich wären in ihrem Glück und Unglück, dann brauchten wir keine Religion.
Jedoch ausnahmslos ALLE Völker dieser Welt haben Religionen, mit teils sehr verschiedenen Wertvorstellungen.
Was wir aber nicht brauchen das sind Religionen, die eine Vormachtstellung einnehmen wollen, und uns Menschen in wertvolle Gläubige und wertlose Ungläubige teilt. Und selbst unter den Gläubigen noch weiter trennt in wertvollere und weniger wertvollere Gläubige.

Aber genau mit dieser Religion werden wir derzeit zwangsbeglückt. Und unsere Guten und Gerechten die auch gerne in Dunkel- und Hell teilen und sich selber als moralisch Überlegenen verkaufen, finden diese Religion cool und schützenswert ... und erklären sie auch noch zu einem Teil von Europa.
Nur zu, Ihr lieben gegenderten Gleichheitsfanatiker! Wir Menschen sind bereit, auch den kommenden Schutt wegzuräumen!

Bild des Benutzers Silvia Rier
Silvia Rier 04.03.2017, 07:49

Sie sagen es: Alle verschieden und jedeR einzigartig, aber das verschiedenste sind u. U. die Lebensumstände, in die jemand geboren wird. An exakt diesem Punkt fängt die schwer wiegendste "Verschiedenheit" der Individuen an, hier mehr, dort weniger. Allen die gleichen Chancen auf Entwicklung und persönliche Entfaltung zu bieten hat nichts mit Gleichmacherei zu tun. PS. Bin auch einverstanden, dass *wir* keine Religion/en brauchen, die eine Vormachtstellung einnehmen wollen. Und übrigens sind es ja immer die religiösen Menschen, die glauben, Anspruch auf eine Vormachtstellung zu haben, weil sie der besseren Religion anhängen. @ "zwangsbeglückt": Da wüsste ich nicht, wie sich die Eine, die Sie meinen, von der anderen, die Sie meinen, groß unterscheidet? PPS. Hier, für Sie: Ganz frisch aus der Presse von der Freitag, und sehr erfrischend: https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/es-riecht-nach-mensch?utm_con...

Bild des Benutzers Johann Milchstraßenbürger
Johann Milchstraßenbürger 04.03.2017, 11:37

[ @ "zwangsbeglückt": Da wüsste ich nicht, wie sich die Eine, die Sie meinen, von der anderen, die Sie meinen, groß unterscheidet? ...]
Sie sehen da keinen Unterschied? Wirklich keinen?
Nur soviel: Die christlichen Religion spielen bei uns keinerlei Rolle mehr.
Hingegen der Islam drängt sich bei uns nicht nur immer mehr in den Vordergrund, er will auch immer mehr dominieren, gestalten und eine Sonderrolle einnehmen. Islam ist eben nicht nur Religion ... und auch nicht nur Religion+Politik, Islam ist eine allumfassende Macht, der alles unterzuordnen ist ... auch Recht und Gesetz.

Liebe Frau Rier, zwingst Sie jemand, einen Christen-Gott zu wollen? Nein, natürlich nicht. Es gibt niemanden, und wahrscheinlich bedauern sie das, denn wieso regt Ihr euch immer so künstlich auf über den Gott und den christlichen Religionen? Gibt es da noch andere Gründe?
Ihr könnt Euch über den Christengott oder über die christlichen Kirchen lustig machen soviel ihr wollt. Das stört uns Christen nicht im Geringsten!
Ihr könnt unsere Religion annehmen oder grundlegend ablehnen. Je nach Lust und Laune wie ihr wollt. Ihr könnt sogar über unsere Religion lachen und spotten. Auch das stört uns nicht.
Nur eines solltet Ihr aber schon:
Den christlichen Religionen ihre Daseinsberechtigung nicht absprechen! Bitte etwas Toleranz auch gegenüber Christen. Wäre das machbar?
Vor Allah und dem Islam solltet ihr aber schon etwas mehr Respekt zeigen, sonst kann es für Euch richtig ärgerlich werden ...

Bild des Benutzers Silvia Rier
Silvia Rier 04.03.2017, 08:00

Und noch was, Herr von der Milchstraße: Es wird immer Menschen geben, die eine Führungsrolle übernehmen, und andere, die sich lieber führen lassen. Es braucht die Einen, und es braucht die Anderen. Allenfalls könnte sehr lange darüber diskutiert werden, wie "Führung" auszuschauen hat, denn auch dabei gibt es sehr viel Raum, zahlreiche Abstufungen und Schattierungen zwischen Schwarz und Weiß. Wo ich allerdings nicht mit Ihnen übereinstimme, ist da, wo Sie behaupten, dass Führungspositionen aus "Überlegenheit" resultieren. Die Wahrheit ist: "Klassische" Führungspositionen sind auch heute noch das Ergebnis von a) Geschlecht b) Netzwerken (aka Beziehungen) c) Familie/Clan d) Aggressivität e) Skrupellosigkeit, und eher sehr selten von "überlegenen" persönlichen und fachlichen Qualitäten.

Bild des Benutzers Johann Milchstraßenbürger
Johann Milchstraßenbürger 04.03.2017, 10:49

Wenn in der Politik fachliche Qualität über a) Geschlecht b) Netzwerken (aka Beziehungen) c) Familie/Clan d) Aggressivität e) Skrupellosigkeit, siegen würde,
dann wären wohl an die 90% der Politiker arbeitslos. Hätte Seehofer das Charisma eines Franz Josef Strauß, wäre er heute Bundeskanzler und der Oberpopulist Schulz (der nicht einmal eine Matura vorzuweisen hat) bestenfalls sein Chauffeur. Eine Merkel ist auch nur deshalb Kanzlerin, weil sie bei der CDU ist und die sonst niemanden haben.
Ein Kern wäre niemals Chef der ÖBB geworden und in Folge österr. Bundeskanzler, wenn er nicht bei der SPÖ angekoppelt hätte, die traditionell alle Führungspositionen bei der ÖBB einnehmen.
Und eine Claudia Roth ist auch nur deshalb permanent in allen Medien präsent, weil sie bei den Grünen ist, wo sie gemütlich und ohne Konkurrenz Karriere machen kann. In der Privatwirtschaft wäre sie bestenfalls eine kleine unbedeutende Sekretärin.
Wer wäre schon die Aydan Özoğuz (SPD), wenn sie nicht von ihrem sehr einflussreichen islamischen Familien/Clan dorthin gehievt wurde, wo sie heute ist. Sie hat als Muslima und Schwester von einflussreichen radikalen Moslems, allerbeste Beziehungen zu allen wichtigen muslimischen Vereinen in Deutschland und Türkei, die wiederum bei den Regierungen ein und aus gehen- vorallem bei den Sozialdemokraten.
Frauen haben auch nur deshalb oft das Nachsehen, weil sie nicht so skrupellos, karrieregeil und machtbesessen, sind wie die Männer.
Für Kinder sind immer die Mütter und nicht die Väter erste Ansprechstation und das Wichtigste im ganzen Leben, auch wenn sie von den Vätern noch soviel Taschengeld bekommen. Und daran wird auch Gender und die ganze Gleichmacherei nichts ändern. Ein schwules Ehepaar mit adoptieren Kindern (womöglich auch noch Söhne) wird wohl auch in Zukunft eine Wunschvorstellung unserer links-grünen Einheitsmenschen bleiben.
Es sind die Männer und nicht die Frauen, die schneidiger in den Krieg marschieren können. Und auch daran wird sich nie etwas ändern, wenn Kriege gewonnen werden wollen.
Die Ursula von der Leyen, die vor der Bestellung zur Verteidigungsministerin noch nie einen Soldaten von der Nähe gesehen hat, dürfte sehr schnell wieder von der Bildfläche verschwinden, wenn Putin die Motoren seiner Panzer anwerfen lässt.
Das „Guten Morgen, Soldatinnen und Soldaten“ wird also noch bis bis September zum Gaudium der Offiziere und Soldaten durch die Kasernen klingen, wenn Frau Verteidigungsministerin so gegen 9 Uhr Morgens über den Kasernenhof hoppelt ...
Es gibt keinen Grund traurig zu sein, als Frau und nicht als Mann auf die Welt gekommen zu sein.
Zumindest in unserem abendländischen Gesellschaftssystem.
Auch die Muslimas sind nicht traurig darüber, wenn sie von klein an an daran gewöhnt und erzogen werden. Immerhin: Bei uns dürfen sie auch alleine Autofahren und zum Einkaufen gehen.
Nur eines dürfen sie auch bei uns nicht! Von einem Friseur sich die Haare richten lassen ... oder von einem Krankenpfleger betreut zu werden ... und nur in Ausnahmefällen darf ein Arzt etwas genauer hinschauen ...

Bild des Benutzers Waltraud Astner
Waltraud Astner 02.03.2017, 20:17

Schauen wir doch einmal in die Schweiz. Auch oder gerade hier wo es versch. offizielle Landessprachen gibt, die sich auf die Kantone verteilen, gibt es keine zweisprachigen Schulen, selbst nicht in den Kantonen wo es zwei offizielle Landessprachen gibt. Der Unterricht in einer anderen Landessprache oder in Englisch beginnt jeweils in der 3. Primarstufe und wird, soviel ich verstanden habe als Fremdsprache unterrichtet und auch so bezeichnet. Hier ein Ausschnitt aus dem interessanten, aber umfangreichen Artikel: "Sprachenpolitik und Bildungsstrategien in der Schweiz".

Fremdsprachenunterricht
Primarstufe
Der Fremdsprachenunterricht ist in den Schulen der Schweiz traditionell gut verankert, doch sollen mit
Blick auf Ergebnisse der Entwicklungspsychologie und der Hirnforschung die Potenziale des frühen Sprachenlernens
besser genutzt werden. Mit dem bereits erwähnten Beschluss zum Sprachenunterricht vom
25. März 2004 haben die Kantone vereinbart, dass Fremdsprachenunterricht spätestens ab dem 3. Schuljahr
einsetzen und eine zweite Fremdsprache ab dem 5. Schuljahr eingeführt werden soll. Zu einigen Diskussionen
und mitunter auch Auseinandersetzungen auf höchster politischer Ebene hat die Frage geführt, welche
Fremdsprache zuerst unterrichtet werden solle. Mit guten Gründen lässt sich sowohl für eine zweite
Landessprache als auch für Englisch als erste in der Pflichtschule zu vermittelnde Fremdsprache votieren.
Hinzu kommt die Zwei- oder Dreisprachigkeit mehrerer Kantone oder die Nähe zum französisch- oder
italienischsprachigen Nachbarland, die berücksichtigt werden müssen. Der gefundene Kompromiss sieht
nun vor, dass die Kantone über die Reihenfolge der Sprachen selbst, jedoch nach regionaler Absprache entscheiden
und die Lernenden in den beiden ersten Fremdsprachen bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit
ein gleich hohes Kompetenzniveau erreichen sollen. Im Detail präsentiert sich der Stand der Entwicklung
für die Primarstufe wie folgt:3
– In der Zentralschweiz haben die Kantone Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden und Zug (seit 2004/05)
und der Kanton Luzern (seit 2007/08) Englisch ab dem 3. Schuljahr eingeführt, unter Beibehaltung des
Französischunterrichts ab der 5. Klasse. Im Kanton Uri gilt Italienisch ab der 5. Klasse als Wahlpflichtfach,
Französisch wird ab der 7. Klasse unterrichtet.
– Seit dem Schuljahr 2006/07 wird im Kanton Zürich Englischunterricht ab dem 2. Schuljahr erteilt, unter
Beibehaltung des Französischunterrichts ab 5. Schuljahr.
– Die Ostschweizer Kantone Appenzell-Ausserrhoden, Glarus, Schaffhausen und St. Gallen haben auf das
Schuljahr 2008/09 Englisch in der 3. Primarklasse eingeführt, der Kanton Thurgau folgt im Schuljahr
2009/10. Dies unter Beibehaltung des Französischunterrichts ab der 5. Klasse. Im Kanton AppenzellInnerrhoden
wird schon seit 2001/02 Englisch ab der 3. Primarklasse erteilt, der Französischunterricht
aber auf das 7. Schuljahr zurück verschoben. Im Kanton Graubünden ist die erste Fremdsprache eine der
drei Kantonssprachen und wird ab dem 3. Schuljahr erteilt (voraussichtlich ab 2010/11), ab der 5. Klasse
wird Englisch erteilt (voraussichtlich ab 2012/13).
– Im Kanton Aargau wird seit dem Schuljahr 2008/09 Englisch ab der 3. Klasse unterrichtet, der Franzö-
sischunterricht setzt vorläufig noch ab dem 6 Schuljahr ein.
– Die Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Solothurn sowie Bern, Freiburg und Wallis (je deutschsprachiger
Teil) haben eine Kooperationsvereinbarung getroffen. Während die Kinder in den Kantonen
Freiburg und Wallis schon seit einiger Zeit ab der 3. Klasse Französisch lernen, soll dies per Schuljahr
2011/12 für alle beteiligten Kantone gelten. Englischunterricht ab der 5. Klasse soll ab 2013/14 eingeführt
werden.
– In den französischsprachigen Kantonen der Westschweiz wird die deutsche Sprache schon seit mehreren
Jahren ab dem 3. Schuljahr erteilt, bis 2012/13 wird der Englischunterricht auf das 5. Schuljahr vorgezogen.
– Im italienischsprachigen Kanton Tessin wird seit 2004/05 das kantonale Sprachenkonzept gestaffelt
umgesetzt: Französisch (3.–7. Schuljahr), Deutsch (7.–9. Schuljahr), Englisch (8./9. Schuljahr).
Im Fremdsprachenunterricht wird nicht mehr wie früher eine perfekte Sprachkompetenz angestrebt (die
ohnehin meist nicht erreicht wurde). Es geht vielmehr um die sogenannte funktionale MehrsprachigkeitVerstehen und verstanden werden sind die zentralen Unterrichtsziele. Die Fremdsprache soll möglichst
rasch angewendet werden, die Inhalte sollen einen hohen kommunikativen Gebrauchswert aufweisen und
die Lernenden sollen durch Schaffung vielfältiger Kommunikationssituationen möglichst oft zum Sprechen
kommen. Die rezeptiven Fertigkeiten Hören und Lesen haben Priorität vor den produktiven Fertigkeiten
Sprechen und Schreiben und die gesprochene Sprache hat den Vorrang vor der geschriebenen Sprache (Wepf

Bild des Benutzers Silvia Rier
Silvia Rier 03.03.2017, 07:54

Werte Frau Astner, ich bin ganz ihrer Meinung: Manche wollen sich an dem Thema einfach nur "politisch abarbeiten". Ich glaube übrigens in diesem Sinne nicht, dass "die Didaktik" das Problem ist (anderenfalls alle Maturanten zumindest fließend Englisch sprechend von der Schule abgehen müssten, was sie nachweislich nicht tun) - ich würde es eher der Politik in die Schuhe schieben, einer Politik, die uns weismachen will, dass die Sprache "der Anderen" die Sprache des Feindes sei, und es - folgerichtig - ein Zugeständnis an diese Feinde, ihre Sprache zu lernen, und sich mit der Öffnung gegenüber seiner Sprache auch seiner Kultur zu öffnen. Von dieser "Öffnung" wird uns weisgemacht, dass sie nur auf Kosten des "Eigenen" zustande kommen könne, was nachweislich nicht so ist - eher ist das Gegenteil der Fall. Und noch einmal: Wenn diese "Identität" (btw: Jeder Mensch hat unzählige Identitäten, jetzt wäre zu schauen, welche der Vielen Knoll & Co. meinen) schon so schwach aufgestellt ist, dass sie rigoros von allem "anderen" ferngehalten werden muss, um nicht unterzugehen - dann ist bestimmt eine zweite Sprache das letzte, was ihr gefährlich werden könnte.

Bild des Benutzers Basso Meno (gesperrt)
Basso Meno (gesperrt) 03.03.2017, 10:45

Hallo, Frau Astner, haben Schweizer Kinder noch genug Zeit um zu spielen?

Advertisement
Advertisement
Advertisement