Raccolta
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#alsodann

Ich kauf nix mehr

Auf Essen, Zahnpaste, Deo, Schokolade, Bier und Bergschuhe mit rutschfesten Sohlen werde ich nicht verzichten. Aber sonst geht da noch was.
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Nicht dass Verzicht meine Lebensmaxime wäre, sterile Ordnung ist's auch nicht, aber die Leichtigkeit des Seins, die fasziniert mich. Wenn ich ausmiste, ist mir die Freiheit nahe. Ich fühle mich leichter, wenn der gelbe Container alles verschluckt, was mir Wohlmeinende zugeschickt haben, was ich glaubte wissen zu müssen oder gesagt haben zu wollen. Nur bei den Büchern kommt schlechtes Gewissen auf.

Das Wegwerfen von Büchern fühlt sich grob an, respektlos. Und der Umweg über die gut gemeinten Bookcrossing-Regale ist auch nur ein trügerisches Augen-Zuhalten, ein Verschieben der Verantwortung auf andere. Beim Entsorgen von Klamotten in Caritas-Container oder H&M-Sammelboxen ist es ähnlich. Gut fürs Gewissen, aber nicht zu Ende gedacht. Erst wenn ich wirklich wegwerfen muss, überlege ich mir, ob ich wirklich schon wieder nachkaufen muss. Ich tu's nach Möglichkeit nicht, auch wenn Gelüste mich drangsalieren.

Und die Verführer lauern überall, schöne bunte Läden versprechen Ablenkung vom Frust, das Netz lädt zum amüsanten Spiel mit der Schönheit. Aber nix da. Ich kauf nix. Ihr müsst halt schauen, wie ihr damit zurechtkommt, liebe Geschäftsleute.

Bei Büchern geht’s noch, weil mir Bibliotheken und E-Book-Dateien entgegenkommen, ohne dass ich zum Horten verdonnert bin. Bei den Klamotten ist's anders. Da geht’s nämlich ums Fesch-Sein, um die Frage, ob ich mit der neuen blauen Bluse nicht doch besser dastehen würde, ob die nachhaltig produzierte gut sitzende Jeans mein Sein besser zur Geltung bringen könnte. Und die Verführer lauern überall, schöne bunte Läden versprechen Ablenkung vom Frust, das Netz lädt zum amüsanten Spiel mit der Schönheit. Aber nix da. Ich kauf nix. Ihr müsst halt schauen, wie ihr damit zurechtkommt, liebe Geschäftsleute.

Aber noch sehe ich euch eh entspannt lächeln, weil ihr genau wisst, dass es genug andere gibt, die nicht auf meinem Trip sind.


 


 

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Kommentare

Bild des Benutzers Oliver H. (gesperrt)
Oliver H. (gesperrt) 02.03.2019, 19:46

In dieser Hinsicht fällt mir die Bewegung der Frugalisten ein. Frugalisten achten darauf, nicht in Konsumfallen zu tappen und ermöglichen es sich so aus dem Hamsterrad bestehend aus Krediten und Lohnarbeit auszubrechen.

https://frugalisten.de/frugalist-oder-waschlappen-bist-du-bereit-fuer-fi...

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