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Doppelpass

Brief an Gentiloni

Der langjährige Vizebürgermeister von St. Ulrich, Georg Moroder appelliert in einem Schreiben an Ministerpräsident Paolo Gentiloni, dass dieser die SVP zurückpfeift.
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Das Schreiben wurden zwei Tage vor Weihnachten abgeschickt.
Absender ist Georg Moroder. Der heute 77jährige war 15 Jahre lang Vizebürgermeister und 41 Jahre lang Gemeinderat von St. Ulrich. Moroder ist ein erbitterter Gegner der doppelten Staatsbürgerschaft für die Südtiroler. Er sieht in dem Projekt des Doppelpasses ein Aufflammen nationalistscher Geister, das in Südtirol ein Klima ähnlich jenem in der Optionszeit heraufbeschwören könnte.
Bereits 2013 schrieb Georg Moroder deshalb an den damaligen österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer einen Brief gegen „diese ungute Idee der Doppelstaatsbürgerschaft“.
Jetzt hat Moroder noch einmal nachgelegt. Am 22. Dezember 2017 schrieb er an den italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni. In dem Brief wird der langjährige Grödner DC- und Ladinsexponent noch deutlicher:
 
„Stimatissimo Sig. Presidente del Consiglio dei Ministri,
 
Mi chiamo Moroder Giorgio, sono cittadino italiano di madre lingua ladina nato ad Ortisei nel 1940 , figlio di genitori nati sotto l’impero austro ungarico nel 1909 sempre ad Ortisei, nell’allora Tirolo austriaco. Sono stato per 15 anni Vice sindaco di Ortisei, prima come democristiano, poi altri 10 anni come esponente del P.P.I., questo dopo la disgregazione della DC; più avanti con la Lista “LADINS “.
Nel 1939 in occasione delle famigerate Opzioni concordate tra Mussolini e Hitler, i nostri genitori dovettero scegliere se rimanere in Italia ad Ortisei scegliendo di mantenere la cittadinanza italiana o optare per la cittadinanza tedesca ed emigrare nelle grande Germania di Hitler.
Fu un trauma che disgregò e lacerò intere famiglie; i miei genitori decisero per fortuna di rimanere ad Ortisei e votarono per l’Italia.
Adesso ci stanno mettendo ancora una volta uno contro l’altro con questa maledetta idea della doppia cittadinanza ai tedeschi e ladini;
Quei cittadini che chiederanno il Passaporto austriaco saranno di nuovo i bravi e puri tirolesi, gli altri invece saranno i traditori (come ci viene purtroppo ancora oggi rimproverato per colpa della scelta dei nostri genitori), genitori che non possiamo che ringraziare per il coraggio allora dimostrato.
Kompatscher sta facendo Ponzio Pilato e ora, vista la reazione a Roma e a Bolzano tenta di smorzare i toni.
Mi meraviglio assai che il nostro presidente della Giunta Prov. dott. Arno Kompatscher ed altri esponenti in vista della SVP ( ex Pres. G. Prov. Durnwalder in testa ) abbiano firmato la famosa lettera dei 19 consiglieri provinciali al Cancelliere austriaco ( allora cancelliere designato) Dott. Sebastian Kurz con la quale chiedono al Dott. Kurz di trattare benevolmente la richiesta di doppio passaporto arrivata da Bolzano beninteso.
Kompatscher e la SVP non hanno avuto il coraggio di prendere una posizione contraria a questa iniziativa in quanto temono di perdere voti a destra alle elezioni provinciali del 2018.
 
Kompatscher e Gentiloni.jpg
 
Le chiedo Sig. Presidente del Consiglio di intervenire personalmente presso il presidente della Giunta Prov. di Bolzano Dott. Kompatscher affinché fermi questa iniziativa degli estremisti tedeschi.
Mancando nel mondo tedesco dell’Alto Adige una alternativa di centrosinistra, la destra nazionalista sicuramente potrebbe avvantaggiarsene, in poche parole Kompatscher sta facendo Ponzio Pilato e ora, vista la reazione a Roma e a Bolzano tenta di smorzare i toni, però è già tardi, doveva intervenire molto prima e fermare questi elementi.
Le chiedo Sig. Presidente del Consiglio di intervenire personalmente presso il presidente della Giunta Prov. di Bolzano Dott. Kompatscher affinché fermi questa iniziativa degli estremisti tedeschi ,estremisti che non perdono occasione per fare venire a Bolzano per ogni occasione buona il deputato austriaco di estrema destra Werner Neubauer, politico già sotto osservazione del Bundesnachrichtendienst della Germania (essendo un personaggio noto nel mondo di estrema destra austro/tedesco) per gli incontri neonazisti a Passau dove si radunano ogni anno neonazisti dell’arco alpino.
Molti Ladini benpensanti e assolutamente contenti di possedere la cittadinanza italiana si appellano a Lei stimatissimo On. Gentiloni affinché si metta a disposizione come Capolista del PD alle prossime elezioni di primavera e che possa essere ancora Lei a guidare il prossimo governo Italiano, e che con questa legittimazione possa intervenire a Vienna , ma anzitutto presso la SVP a Bolzano per fermare questa sciagurata iniziativa; iniziativa criticata proprio oggi 22 dicembre anche dal Vescovo di Bolzano dott. Ivo Muser, vedasi articolo apparso sul giornale Alto Adige.
Distinti saluti
Moroder Giorgio   
 
Paolo Gentiloni weilt derzeit auf Urlaub in Südtirol. Er wird sich zeigen, ob der amtierende Ministerpräsident auf das Schreiben aus Gröden antworten wird. Und vor allem, was er zum Streitpunkt doppelte Staatsbürgerschaft sagen wird.
 
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Kommentare

Bild des Benutzers Evi Keifl

sehr geehrter herr moroder, danke! ich unterschreibe jeden satz, jedes wort, jeden beistrich - im wissen, dass es die (leider schweigende) mehrheit der menschen in diesem land es genauso sieht.

Bild des Benutzers Harald Knoflach

schweigende mehrheit? gibt es da belastbare daten diesbezüglich oder argumentieren wir mit bauchgefühlen a la pegida?

Bild des Benutzers Martin B.

Die einzigen mir bekannten Umfragen in deutschen Medien (RAI Sender BZ, FF) geben da ein anderes Bild. Im persönlichen Umfeld sind viele die zum Thema eher neutral stehen pragmatisch, im Sinne das sie sagen sie würden um die öster. Staatsbürgerschaft ansuchen...

Bild des Benutzers Ralph Kunze

Der Inhalt des Schreibens ist die Meinung des Herrn Moroder und auch zu respektieren. Er hat kein politisches Amt inne, also ist er ein "normaler" Bürger. Als ehemaliger Vizebürgermeister einer der 116 Südtiroler Gemeinden war er auch nie ein politisches Schwergewicht. Deshalb wird sich Gentiloni wohl kaum beeinflussen lassen

Bild des Benutzers Waltraud Astner

Weiß nicht was es da zu unterschreiben gibt, den österreichischen Pass muss ja niemand nehmen. Man kann höchstens schreiben oder unterschreiben, dass wenn man ihn selbst nicht will, ihn auch andere nicht haben dürfen. Tolle Einstellung. Ich jedenfalls unterschreibe, sobald es möglich ist, den Antrag um die österreichische Staatsbürgerschaft. Schauen wir mal welche Mehrheiten da zusammen kommen. Aber das werden wir wahrscheinlich nicht erfahren , da die An Angelegenheit ja eine persönliche ist. Also Aufregung umsonst! Aber noch eins: Der Vergleich mit der Option ist mehr als zynisch, wenn man weiß wieviel Leid sie über die Südtiroler Bevölkerung gebracht hat. Eine ethnische Säuberung mit einem Doppelpass , den halb Europa besitzt, gleichzusetzen ist unseriös.

+1-12
Bild des Benutzers Michael Bockhorni

eine sachliche Frage: was bitte ist der praktische Nutzen eines Doppelpasses?

+1-11
Bild des Benutzers Waltraud Astner

Eine praktische Folge des Doppelpasses könnte sein, dass man an den Wahlen in Österreich teilnehmen kann . Dieser "Nutzen" hat zwar vielleicht keine Auswirkung auf den praktischen Alltag , zeigt aber durch die Mitbestimmung am politischen Leben, die Verbundenheit mit dem Land. Also ganz im Sinne des europäischen Geistes, wo das Wahlrecht zunächst in einem zweiten Land und zukünftig vielleicht europaweit ausgeübt werden kann.

Bild des Benutzers Harald Knoflach

@ bockhorni
diese frage ist etwas zweischneidig:
gibt es viel praktischen nutzen würde den betreibern recht schnell opportunismus vorgeworfen.
gibt es nur ideellen und wenig praktischen nutzen bekommen die betreiber "was soll das dann bringen?" vorgeworfen.

zu deiner frage:
- praktische vorteile vor allem für die tausenden südtiroler, die in österreich leben (uneingeschränkter zugang zu allen staatsbürgerlichen rechten, die "ausländern" bisweilen vorenthalten sind - diverese berufe im staatsdienst usw.)
- wahlrecht (wobei ich das eigentlich für falsch halte, wenn ich nicht in dem land lebe. wahlrecht sollte - evtl. nach einer gewissen frist - an ansässigkeit gekoppelt sein, nicht an staatsbürgerschaft). um in die wählerevidenz einer österreichischen gemeinde eingetragen zu werden (voraussetzung für wahlrecht), muss man einen glaubhaften bezug herstellen können. automatisch geht das, wenn ich, meine eltern oder mein ehepartner in einer österreichischen gemeinde einen wohnsitz haben/hatten. ohne diese wohnsitz, muss ich eine andere begründung (siehe http://www.bmi.gv.at/412/files/Antrag_Waehlerevidenz_EU_gelb.pdf) geltend machen
- botschaftsvertretung (deutschsprachig) im ausland

Bild des Benutzers Chiló y dailó

Salto unser,
der du bist der Politisch Korrekte,
Geheiligt seie Deine Gutmütigkeit.
Dein meinungsloses Reich komme, dein kulturloses Wille geschehe,
wie in Südtirol, so in Italien.
Unser täglich anti-Doppelpass Propagandastück gib uns heute.
Und vergib uns unsere verschiedene Meinungen,
wie auch wir vergeben den Faschisten und oriundi.
Und führe uns nicht ins Patriotismus,
sondern erlöse uns vom Tiroler Übel.
Amen.

Bild des Benutzers Sonja Seppi

NEIN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! zu den nationalismen, NEIN!!!!!!!!!!!!!!!!!! zu dem svp wischi waschi! NEIN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! zu einer gesellschaft, die glaubt, dass doppelpässe und mauern kleine oder gar die großen globalen probleme lösen können!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Bild des Benutzers norbert dalsass

Die Zeit, in der die kleinen Nationen überwunden sind, scheint noch weit weg zu sein. Der Begriff der Nation beruht auf Ausschluß. Es steht doch der Mensch im Mittelpunkt und er definiert sich durch seine Kultur, durch die Fähigkeit sich selbst und diese Kultur zu erweitern und, die Kultur der anderen anzuerkennen. Und da braucht keinen Pass, einen Doppelpass schon gar nicht ...

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