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Wirtschaft

TTIP und Südtirol

Mit Investorenschutz und Schiedsgerichte können sich viele Südtiroler unter TTIP nichts konkretes vorstellen. Nun könnte sich das ändern.
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Das transantlantische Freihandelsabkommen TTIP wird von der Südtiroler Bevölkerung kaum wahrgenommen. So können sich viele unter Investorenschutz und Schiedsgerichten kaum was vorstellen, beschneiden sie jedoch auf allen Ebenen wie EU, staatlicher und regionaler Ebene Souveränität und Entscheidungsfreiheit von Behörden. Es gibt schon andere Staaten mit Erfahrungen mit Freihandelsabkommen, die schon einen Ausblick geben, welche Ausmaße dies haben wird. Dass sich dahinter ein Milliardengeschäft zu Lasten von Staaten und Bürger befindet und das ganze keine gute Idee ist, weiß man schon seit 2012 und schon damals haben sich die ersten entschieden, aus solchen Abkommen zurückzutreten.

Dieser Skandal wurde bis jetzt bei uns kaum wahrgenommen, aber nun geht es für den Südtiroler ans Eingemachte, werden nun Schutzmarken wie Tiroler Speck in Frage gestellt:

"Es wäre unseren amerikanischen Handelspartnern schwer vermittelbar, dass sie keinen Tiroler Speck oder Holländischen Gouda zu uns exportieren dürften, wenn wir in Europa selbst den Schutz nicht konsequent durchsetzen würden"

Der deutsche Bundesagrarminister erwartet nach Informationen des SPIEGEL, dass viele europäische Hersteller regionaler Spezialitäten wie Schinken oder Brot ihre Privilegien durch das Handelsabkommen TTIP verlieren könnten – immerhin sind mehr als 1.200 Lebensmittel sind in der EU als regionale Spezialitäten registriert. Den kompletten Artikel finden Sie auf Spiegel Online.

Sehen wir mal, ob nun in Südtirol das Thema die gebührende Aufmerksamkeit erhält.

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Kommentare

Bild des Benutzers Roland Kofler
Nüchtern betrachtet gibt es kein Grund warum ein Fleischverarbeiter in Wyoming nicht das gleiche Produkt herstellen kann. Eine Laboranalyse würde keinen Unterschied feststellen. übrigens hätte Tiroler Speck aus Tirol immer einen kompetitiven Vorteil beim Verbraucher, als High-end Räucherware aus dem traditionellen Ursprungsgebiet.
Bild des Benutzers gorgias
Ich würde mir da nicht so sicher sein, dass man bei Labor-Analysen keinen Unterschied festellen könnte. Zumindest im Moment. So kann man davon ausgehen, dass im Moment die Standards in der EU und in den USA unterschiedliche sind. Die USA sind in vielen Bereichen laxer. z.B. Genetisch Manipulierte Lebensmittel und Tierfutter. Man kann an Tieren im Labor schon erkennen, was für ein Futter sie bekommen haben. Aber vieleicht danach kann man keinen Unterschied mehr erkennen, weil die Standard dann angeglichen werden und zwar nach unten. bzw. zum Vorteil der USA, weil so weit es mir bis jetzt bekannt ist die EU kein guter Verhandler in eigener Sache ist.
Bild des Benutzers Martin B.
Danke für die Erstellung dieses Artikels. Hatte mir selber überlegt etwas zum Thema anzulegen. Ich habe mich bei den Statements des CSU Agrarministers Schmidt gerade richtig geärgert! Anstatt Mißstände in der Ausweisung der Lebensmittel-Rohmaterialien zu beseitigen (Speck aus holländischen Schweinen in Südtirol produziert sollte genauso etiketiert werden müssen und noch wichtiger die Konzerne sollen die Herkunft der Lebensmittelzutaten ausweisen müssen) wird der umgekehrte Weg gegangen um den ach so wichtigen amerikanischen Markt bearbeiten zu können. Ich frage mich nur mit was: mit billigen Dönern? Und im Gegenzug schippern uns die Amis "italienische" (da in Italien abgepackt) Genmais-Polenta, schön mit Wachstumshormonen eingedeckten Parmiggiano, Monsanto-belastetes "deutsches" Bier (in Bayern abgefüllt, Reinheitsgebot wird eingehalten), Südtiroler Kaminwurzen (in Leifers abgepackt), usw. undsofort. Übertreibungen meinerseits sind gewollt, denn die europäischen Verantortlichen für TTIP usw. haben noch nicht verstanden wie sehr sie auf dem Holzweg sind!! (Bzw. zuliebe oder wegen der lieben Lobbyisten wollen sie es nicht verstehen). @Roland Kofler: es geht ganz sicher nicht um chemische Analysen und Laborwerte sowie Südtiroler High-Tech, sondern um nachvollziehbare (kurze) Wege der Rohmaterialien, hohe Kontrollstandards und eindeutige Gesetze zum Schutz unserer Zukunft (alles was nicht erlaubt ist, ist verboten). Letztendlich geht es um das Vertrauen von aufgeklärten Konsumenten und damit meine ich nicht nur jene Minderheit, welche sich ständig Bio und Hochpreiswaren leisten kann!
Bild des Benutzers Martin B.
Noch ein Wunsch/Tip: Wenn ein Foto eingefügt werden kann, bitte machen. Ev. einen Speck mit Südtiroler und amerikanischer Flagge?
Bild des Benutzers ▲rmin p✿st
Unsere Meinung http://www.salto.bz/de/article/01082013/liebe-angela
Bild des Benutzers Oliver H.
Ich verstehe das nicht. Ist es nicht heute schon so, dass Südtiroler Speck aus chinesischen Schweinen gewonnen wird? Eine Herkunftsangabe wird es ja auch unter TTIP geben. Ich muss ein amerikanisches Produkt ja nicht kaufen, wenn ich es für minderwertig halte.
Bild des Benutzers Martin B.
Wo gibt es bei Südtiroler Speck die Herkunftsangabe chinesische Schweine? Ich sehe auch nirgends Holland oder sonst ein Land als Herkunft. Selbst bei Bioware sieht man oft "EU-Landwirtschaft" oder "Nicht-EU-Landwirtschaft". Das ist uninformativ, unbefriedigend und nur zugunsten der Konzerne!
Bild des Benutzers Benno Kusstatscher
Gut, dass wir darüber reden, gorgias, aber was wissen wir über TTIP, als dass wir uns wirklich eine präzise Meinung drüber machen könnten. Dass ein Chlorhühnchen im Regal neben dem Gasserspeck liegen könnte, berührt mich kaum mehr als unfair gehandelter Kakao von Nestle. Fehlende Transparenz freilich ist, was beängstigt, woraus man zwangsläufig Verdacht schöpfen muss. Bei meinem Informationsstand wäre jeder weitere Versuch eines Kommentars meinerseits als heiße Luft zu bewerten, und ich wunderte mich, wenn andere den Durchblick hätten.
Bild des Benutzers Christian Mair
europäische Bürgerinitiative https://stop-ttip.org/de/
Bild des Benutzers Oskar Egger
Danke!
Bild des Benutzers Christian Mair
Die Diskussion rund um TTIP , CETA und TISA deckt Misstände und Reformrückstände innerhalb der Union auf: 1.die USA haben in den vergangenen Jahren schärfere Regeln im Finanz- und Bankensektor durchgesetzt. Dazu gehört etwa die Reglementierung und das teilweise Verbot riskanter Finanzprodukte: „Die Ironie der Geschichte: In den USA gelten im Moment noch striktere Finanzmarktregeln als in Europa. Wenn alle Dienstleistungssektoren ‚liberalisiert‘ werden sollen, gilt das selbstverständlich auch für die Finanzdienstleistungen. Folglich steht uns eine seltsame Allianz der Finanzmarktderegulierer ins Haus, die die gerade erst begonnene Reregulierung von Banken und Finanzmärkten mit Elan wieder zurückdrehen werden – die Lobbyisten der britischen ‚Finanzindustrie‘ an der Spitze der Bewegung.“ Michael R. Krätke 2. Die EU schützt Spezialitäten, deren Grundstoffe längst nicht mehr nur in ihren Heimatregionen hergestellt werden .... @Roland Kofler: interessantes Detail ist die Monopolstellung in Nutzung der Bezeichnung "Tirol" als Landes- und Marketinglabel unserer nördlichen Nachbarn; denkbar für die Zukunft ist eine gemeinsame Marketingstrategie euregioweit mit strengsten Herkunftsangaben- und standards, im Sinne einer Euregio 2.0.
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