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©Oswald Stimpfl
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Ausflug der Woche

Auf die Sarner Scharte

Die letzten warmen Sommertage genießen sich schön von der Sarner Scharter aus. Der 2.460 m hohe Gipfel verspricht eine prächtige Aussicht.
Kolumne von
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Oswald Stimpfl05.09.2020
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Es ist ein warmer Sommertag mit Schönwetter, das verspricht eine prächtige Aussicht vom 2.460 m hohen Gipfel der Sarner Scharte, dem heutigen Ausflugsziel. Vom Süden Südtirols aus ist sie immer im Blick, die Sarner Scharte, der dunkle Berg scheint das Sarntal abzuschließen. Nach Osten läuft die schräge Hochfläche in die Barbianer und Villanderer Almen aus, im Westen fällt die Sarner Scharte steil und felsig ins Sarntal ab.

Scheda Ausflug
©Oswald Stimpfl

 

Zum Wegverlauf

Wir beginnen unsere Wanderung oberhalb von Sarnthein, beim Haller Hof, zu dem eine schmale Asphaltstraße führt. Wir schlagen den Weg zur Almwirtschaft Waldrast ein, dort nehmen wir den Weg Nr. 18/A. Er führt zuerst durch schütteren Lärchen- und Zirbenwald und anschließend durch dichte Latschenbüsche zu den Geröllfeldern unterhalb der steil aufragenden Felswände. Der letzte Teil des Steiges geht über rund 200 Höhenmeter stramm bergauf durch eine Felsrinne, Ketten und Stahlseile erleichtern das Kraxeln, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind angesagt. Nach dem Ausstieg sind es nur mehr wenige Gehminuten über einen Grashang zum Gipfelkreuz. Für den Abstieg gehen wir südwärts bis zur Biwakhütte am „Schartl“, hier beginnt der Zickzackweg durch Felsen und Geröll am Süd-Westhang der Felswand. An einer Wegteilung folgen wir den Wegweisern zum Ausschank Waldrast, ein Steig und später ein breiter Forstweg quert den Latschen- und Waldgürtel unter der Sarner Scharte. Ein Bildstock am Weg entpuppt sich als Erläuterung zu den verschiedenen Kletterrouten in der Felswand. Nach verdienter Einkehr beim Ausschank Waldrast geht es über den Aufstiegsweg zum Parkplatz beim Haller zurück.

Gehzeit 4 h 30 min, Länge 11,2 km, 950 Höhenmeter

 

Interessantes am Weg

Die Sarner Scharte besteht aus einem vulkanischen Gestein, früher Bozner Quarzporphyr genannt, die Wissenschaft spricht jetzt von Etschtaler Vulkanit, es entstand vor 285 bis 275 Millionen Jahren. Damals ereigneten sich über viele Millionen Jahre heftige Vulkanausbrüche, die Lava bildete eine bis zu 4000 m dicke Platte. Je nach Formation bilden sie platten- oder säulenartige Strukturen. Säulenförmiger Porphyr findet sich etwa in der Auer-Formation der Pfattener Wände, an der Sarner Scharte habe sich plattenförmige Strukturen ausgebildet. An den glatten Wänden wurden interessante Kletterrouten angelegt. Regen- und Schmelzwasser dringt in die äußeren Bereiche ein, dies macht den Felsen anfällig für Frostsprengung, die Geröllfelder am Fuß der Wände zeugen davon.

Die Einkehr

Almschank Waldrast

Die Interessentschaft der Bauern am Riedelsberg hat vor etlichen Jahren die Almhütte mit Stübchen, großer Terrasse und vielen Tischen und Liegestühlen im Freien erneuert. Sie liegt schön und frei auf Lärchenwiesen und wird vom flotten Frauenduo Anita und Jenny aus Deutschland geführt. Aus der Küche kommt herzhafte Tiroler Kost, von kunstvoll garnierten Marendbrettln über Knödel aller Art bis Gulasch, Omeletten und Kuchen, begleitet von Säften, Fassbier und etlichen guten Weinen. Tel. 324 9532585, www.waldrast.eu 

 

Anfahrt und Parkplatz

Von Bozen kommend vor der Dorfeinfahrt nach Sarnthein, nach der Tankstelle den Schildern Steet bergauf bis zum Parkplatz beim Haller Hof folgen.

 

Karte Sarner Scharte
©Oswald Stimpfl

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