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Ausflug der Woche

Ausflug zum Schenk nach Frangart

Frangart, neben der neugotischen Dorfkirche mit dem spitzen Turm liegt unser Ausflugsziel, das Gasthaus zum Schenk.
Kolumne von
Bild des Benutzers Oswald Stimpfl
Oswald Stimpfl06.06.2015
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Am Fuße der sanften Hügel, die sich vom Etschtal bei Sigmundskron nach Girlan hinziehen, schmiegt sich das kleine Dorf Frangart in eine Senke, im Osten von der mächtigen Burgruine von Schloss Sigmundskron, das über den Bozner Talkessel wacht, beschützt. Neben der neugotischen Dorfkirche mit dem spitzen Turm liegt unser Ausflugsziel, das Gasthaus zum Schenk.

Das Wirtshaus wird bereits im 17. Jh. erwähnt, lag es doch an der strategisch wichtigen Straße nach Girlan und St Michael-Eppan. Ende des 19. Jh.s wurde die Eisenbahn von Bozen nach Kaltern in Betrieb genommen. In Frangart war eine Haltestelle, so konnten die Bozner Bürger an den Sonntagen bequem das Wirtshaus mit dem seinerzeit bekannten Wirt, dem Herrn Schenk, besuchen. Man kam zum Speisen, Kartenspielen und Spazieren. Zu den damaligen Gästen zählte neben anderen Künstlern auch der berühmte Maler Franz v. Defregger. Tiroler, Professor und zeitweise Direktor an der Kunstakademie München wo er seinen Wohnsitz hatte, hielt sich aber auch in seiner nach ihm benannten Bozner Villa (heute Weggensteinstraße, eine Straße in Gries erinnert auch an ihn) auf. Als wegen des Bevölkerungszuwachses ein Kirchenneubau in Frangart anstand, die Weihe erfolgte 1897, stiftete Defregger das Altarbild. Darüber wird eine kuriose Anekdote erzählt: Im Wirtshaus zum Schenk trafen sich während der Tiroler Freiheitskriege Andreas Hofer und seine Getreuen, um den Widerstand gegen die Franzosen zu organisieren. Defregger, der ein Bewunderer des Tiroler Freiheitskampfes war, den er in vielen seiner berühmten Bilder thematisierte, konnte der Versuchung nicht widerstehen und gab dem hl Josef auf dem Altarbild, dem Patron der Frangarter Kirche, eindeutig die Züge von Andreas Hofer. Während der hl Josef allgemein als alter greiser Man mit grauem Bart und schütterem Haar abgebildet wird, trägt er hier einen schwarzen Vollbart.

Nach einem längeren Dornröschenschlaf ist in das komplett umgebaute und erneuerte Wirtshaus unter der Führung von Priska und Andrea, unterstützt vom Profikoch „Mauri“ neues Leben eingekehrt. Ein Saal für Feiern und Veranstaltungen, eine Stube, die gemütliche Bar und der Gastgarten mit Aussicht zum Schloss Sigmundskron und übers Etschtal laden zur Einkehr ein. Die Gerichte, die auf den Tisch  kommen, unterstreichen die italienisch-adriatische Herkunft des Kochs, so finden wir immer ein mediterranes Gericht wie z. B. die Linguine mit Meeresfrüchten, die Garganelli nach sizilianischer Art, den Tintenfisch mit Kartoffeln und Zucchini. Täglich wir ein Mittagstisch für Angestellte und Arbeiter von den umliegenden Betrieben angeboten; die Auswahl von kleinen kalten Gerichten ist beträchtlich: Melonensalat mit Rucola, Parmesanspäne, Bresaola und Mozzarella; garniertes Roastbeef oder Bresaola; Speck- oder Aufschnittteller; gemischte Käseplatte. Als süßer Abschluss locken Halbgefrorenes, Cremes, Sorbets und Kuchen. Die umfangreiche Weinkarte mit erlesenen Etiketten spiegelt die Bedeutung von Eppan als Weinanbaugebiet wieder.

Der Ausflug
Vom Schenk aus lässt sich eine gemütliche Wanderung durch Weinberge, Obstanlagen und Wald bis Girlan (Markierung 2, 1 Stunde) und weiter zur Burg Sigmundskron unternehmen. Von Girlan geht es über die Jesuheimstraße (2B), in den Marklhofweg, (Marklhof geschlossen) und dort zuerst durch Obstwiesen und später Buschwald (Nr. 1, zusätzlich 1 h und 20 min) abwärts nach Sigmundskron und Frangart zurück. 180 Höhenmeter im Auf- und Abstieg

Adresse
Gasthaus zum Schenk, Dorftreff, Sepp Kerschbaumerstraße 8, 39057 Frangart-Eppan an der Weinstraße, Tel. 0471 633097, E-Mail: info@zumschenk.it, Montag Ruhetag

 

Autor: Oswald Stimpfl

www.folioverlag.it
www.stimpfl.info

 

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Kommentare

Bild des Benutzers Dr. Streiter
Dr. Streiter 06.06.2015, 06:53
Sepp Kerschbaumer Weg kommt nicht von ungefähr. Im Schenk trafen sich konspirativ die Mitglieder des Befreiungsauschusses Südtirol BAS um ihre Aktionen zu planen.
Bild des Benutzers gorgias
gorgias 07.06.2015, 12:45
Durch das "salto.bz-Siegel" und der Kennzeichnung als user-beitrag wird das Konzept von redaktionellen und community Beiträgen verwischt. Dann haben noch alle 3 Beiträge eine Empfehlung von salto.bz als Portal erhalten. Was soll das? Ist das noch seriös? Tut mir leid aber das Ganze hat einen starken Beigeschmack von Schleichwerbung.
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