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Russische Rätsel

Zu viel Tatort geschaut!

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel tut gut daran, sich im Fall des Giftanschlags auf Kreml-Kritiker Nawalny nicht als Oberkommissarin hervorzutun.
Community-Beitrag von Karl Gudauner06.09.2020
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Persönlich kann ich durchaus der Auffassung sein, dass Alexej Nawalny Opfer eines vom Kreml zu verantwortenden Attentats wurde, aber nicht als ausländischer Staat oder NATO-Verbund Sanktionen gegen Russland erwägen, wenn es nicht umgehend ernsthafte Bemühungen an den Tag legt, um den xten Giftanschlag auf politische Gegner Putins aufzuklären.

Was soll die OVCW überprüfen?

Die Berufung auf internationales Recht würde es vielmehr erfordern, die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) einzuschalten. Doch hier geht es nicht um die Inspektion von Fabriken in Russland, die womöglich Nowitschok herstellen, sondern um einen Giftanschlag auf einen russischen Bürger auf russischem Territorium.

Mit der im März vom Parlament beschlossenen und im Sommer per Volksabstimmung mit einer Zustimmung von fast 78% genehmigten Verfassungsänderung hat sich Putin die Möglichkeit gesichert, bis 2036 im Amt zu bleiben. Die Volksabstimmung hat seiner Machtposition einen zusätzlichen demokratischen Anstrich verliehen. Nawalny hat in Zweifel gezogen, dass die Abstimmung korrekt abgelaufen ist und angekündigt, dass er das Ergebnis niemals anerkennen wird. Auf internationaler Ebene ist im Zusammenhang mit der Volksabstimmung von Merkwürdigkeiten gesprochen und das mit der Verfassungsreform im Eiltempo durch die Entscheidungsgremien geschleuste Konzept des Superpräsidentialismus kritisiert worden.

Beweisführung nahezu unmöglich

Die Ansammlung von Indizien, auch mit Bezug auf die Vorgangsweise bei der Ausschaltung anderer Systemgegner, mag für eine Verwicklung des Kreml sprechen. Doch eine Beweisführung ist nahezu unmöglich, vor allem was die in den Raum gestellte Vermutung betrifft, Putin selbst hätte angeordnet, Nawalny aus dem Weg zu räumen. Wie soll ein entsprechender Entscheidungsweg nachgewiesen werden? Rein formal gesehen hatte Putin seine Machtposition bereits zementiert. Die Kritik Nawalnys könnte ihn kaltlassen.

Putin weist eine umfassende Machtfülle auf. Im großen Russland hat er aber nicht alles und jeden ständig unter Kontrolle. Es gibt sicherlich auch niedrigere Chargen im russischen Machtsystem, denen es von Karrierebestreben beseelt in den Sinn kommen könnte, in vorauseilendem Gehorsam politische Gegner zu eliminieren und damit Putin auf sich aufmerksam zu machen. Angenommen, es käme zu offiziellen Nachforschungen seitens der russischen Behörden, so könnten diese den Täter identifizieren, für die öffentliche Meinung einen Sündenbock liefern oder einfach ins Leere laufen.

Solidarität mit dem russischen Volk

Da gibt es für die EU und die NATO nichts zu gewinnen. Die Beziehungen zu Russland stehen auf ganz einem anderen Blatt und können nicht an diesem Problemfall der Demokratie in Russland festgemacht werden, so abscheulich die Tat war. Europa braucht gute und stabile Beziehungen zu Russland. Eine gute Nachbarschaft ist für die Menschen in Russland von großer Bedeutung, die unter der Fuchtel Putins stehen, und für ihren Traum von mehr Demokratie. Nawalny ist nur ein Beispiel für die systematische Unterdrückung der Demokratie in Russland. Der Kreml wird nicht an diesem Fall vom Saulus zum Paulus mutieren.

Anstatt sich den Unwägbarkeiten der Eigendynamik russischer Aufklärungsanstrengungen auszusetzen sollte bedacht werden, dass dem russischen Volk mehr gedient ist, wenn es kontinuierlich im wirtschaftlichen Aufbau und in der Demokratisierung unterstützt wird. Die Realisierung der North-Stream-Gasleitung sollte folglich nicht von der vermeintlich wirksamen Klärung des Giftattentats abhängig gemacht werden, sondern von pragmatischen Interessenabwägungen zum Energiebedarf.

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Kommentare

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Elsa Leitgeb 06.09.2020, 09:38

Putzig, wie ein Südtiroler Provinzautor darauf erpicht ist, Geschehnisse der Weltpolitik zu kommentieren, zu bewerten und einer der mächtigsten Frauen dieses Planeten Ratschläge zu erteilen.
Was mag ihn wohl zu diesem Kuriosum führen? Da es eher unwahrscheinlich ist, dass weder Putin noch Merkel diesen skurrilen Artikel je zu Gesicht bekommen und es noch unwahrscheinlicher ist, dass sie sich den oberlehrerhaften Weisungen den Autors fügen, bleibt als logischer Grund nur das Streben nach Aufmerksamkeit des um die solche dürstenden Herrn.
Salto eignet sich hierfür offensichtlich hervorragend. Schließlich dürfen hier alle (Unbedeutenden) zu allen bedeutenden Themen dieser Erde ihre ach noch so neunmalklugen Thesen verbreiten, mit Youtube-Links untermalen und endlose und langweilige Diskussionen führen, wer wann was wie semantisch oder auch nicht gemeint hat. Das Sahnehäubchen der Diskussion wird dann mit "Zustimmung xy 8.37 Uhr" oder anderen unnützen Kommentaren geliefert, als ob man dem soeben geschaffenen Kunstwerk mittels Signatur des Meisters noch den einzig wahren und unmissverständlichen Hauch von Klasse mit auf den Weg geben möchte.
Dabei wäre dem Autor dieser Zeilen, und auch den üblichen Kommentatoren, mehr geholfen, würden er und sie sich um Themen bemühen, die den Südtiroler Tellerrand nicht überfordern. Außer Bär und Wolf gäbe es doch reichlich an Futter für die durstige Masse der gelangweilten Weltverbesserer.
Ein Gutes lässt sich dem Artikel dennoch abgewinnen. Er ist der erste dieses Autors, den ich nicht nach dem zweiten Absatz aufgrund der Überlänge und des überzogenen Geschwafels abgebrochen habe.

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Peter Gasser 06.09.2020, 09:56

Ein Mensch gesellt sich in die Runde diskutierender anderer Menschen, hört eine zeitlang zu, und sagt dann zu diesen: Ihr “führt hier endlose und langweilige Diskussionen“.

Mir fällt da die Geschichte vom Fischer ein: ein Mensch, nehmen wir einfach mal an, er hieße Leitgeb, schaut viele Stunden lang von der Brücke einem Fischer am Flusse zu; dann sagt er zu diesem: “was für eine endlose und langweilige” Beschäftigung Sie da haben, dumm, “unbedeutend”. Der Fischer sieht zu diesem (Leitgeb) hoch und murmelt vor sich hin: ist es dann nicht noch unbedeutender und “langweiliger”, mir dabei auch noch zuzusehen?

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elisabeth garber 06.09.2020, 10:40

@Leitgeb Lisa Sehen sie, und bei ihnen verhält es sich umgekehrt. Ich z.B. lese bei solcherlei Kommentaren nur noch Zeile 1 und den Schlusssatz. Rs ist zu offensichtlich, dass ihnen (und anderen) S. Felderer - aus welchen Gründen auch immer - ein 'mords' Dorn im Auge ist. Tatort salto.bz?

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elisabeth garber 06.09.2020, 10:57

Sorry, der Kommentar müsste unter Sebastian Felderers Beitrag vom " tiefen Thal" ( frei zitiert) stehen...aber er scheint auch hier irgendwie zu passen...

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gorgias 06.09.2020, 11:15

>...aber er scheint auch hier irgendwie zu passen...<
Wundert Sie das?

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Manfred Gasser 06.09.2020, 12:28

Sorry, eine Frage zum Beitrag ".... vom tiefen Tal". Ich habe keinen Berechtigung den Kommentar zu lesen, bin da von Herrn Fekderer gesperrt worden(geht das überhaupt?), oder gibt es ein anderes Problem?

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elisabeth garber 06.09.2020, 12:42

@M. Gasser Ist sicher nur ein technologischer Lapsus - ist mir auch schon öfters passiert.

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gorgias 06.09.2020, 12:57

Es ist kein "technologischer Lapsus", sondern der Artikel wurde (wahrscheinlich vom Autor) gelöscht oder die Veröffentlichung wurde zurückgenommen.

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Sepp Bacher 06.09.2020, 16:24

Mir ergeht es gleich, ich kommen auch nicht zum Beitrag von Herrn Felderer: keine Berechtigung??!

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Peter Gasser 06.09.2020, 16:26

... das geschieht, wenn der Autor seinen Beitrag zur Überarbeitung herausgenommen oder definitiv selbst entfernt hat. Dann kommt diese automatische Meldung, so zeigt es sich mir.

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Elsa Leitgeb 06.09.2020, 11:05

@Frau Gärtner, Ihre "Zustimmung x:y Uhr" dürfte ich doch auf den Hinweis erhalten, dass wer lesen kann, eindeutig im Vorteil ist, oder? Damit meine ich Ihre hinterwäldlerische Art Namen nicht richtig wiederzugeben. Aber das dürfte einen Zacken aus Ihrem egomanen Krönchen brechen und Ihre Stellung gegenüber ihren viertklassigen Kommentarkumpanen schmälern, also lassen Sie es einfach sein.
Es hätte mich bei Ihnen auch sehr gewundert, wenn Sie zwischen dem ersten und den letzten Satz den Inhalt erfasst hätten, also müssen Sie sich deshalb nicht rechtfertigen - im Gegenteil, wer Ihre Kommentare verfolgt, dürfte verstanden haben, dass Sachlichkeit nicht Teil Ihrer natural skills ist.
In Bezug auf den Dorn im Auge irren Sie schon wieder. Ich animiere sozusagen Sie und Ihre munteren Kommentarfreunde weiterhin zu allen Themen dieser Welt Stellung zu nehmen, bitte auch mehrmals am Tag wie Peter Gasser. Denn genau so zeigt sich immer deutlicher wie dekadent salto eigentlich ist.

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Peter Gasser 06.09.2020, 11:09

Sie haben die Netiquette nicht gelesen;
zudem bringen mich Wortwahl, argumentum ad personam und Art der Provokation auf die Idee, dass dies hier ein anonymer Zweit-Account eines allseits bekannten anonymen Kommentators sein könnte.. vielleicht klärt das SCM hier auf?

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gorgias 06.09.2020, 11:31

1. Warum sollte es ein anonymer Account sein?
2. Warum sollte es ein Zweit-Account sein?
3. Warum soll es ein Zweit-Account einer Person sein, die schon einen anonymen Account hat?
4. Wie soll da das SCM aufklären? Etwa weil es eingeweiht ist?

Hier sieht man eines Ihrer Hauptprobleme. Sie unterscheiden nicht zwischen notwendige und hinreichende Vorraussetzungen und behandeln Spekulationen als hard facts.

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Manfred Gasser 06.09.2020, 10:47

Pragmatismus gegen Staatsterrorismus abwägen? Das macht es mir einfach, mich zu entscheiden. Und wenn Sie dem russischen Volk mehr Demokratie wünschen, müssen Sie auch die alte KGB-Garde verurteilen und bekämpfen.
@Frau Leitgeb: Lassen Sie es doch einfach, manchmal ist nichts schreiben besser.

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Elsa Leitgeb 06.09.2020, 13:26

Frau Gräber, meine Anwesenheit scheint Sie nervös zu machen. So hat sich zu ihrem "technologischen Lapsus" (was immer das auch sein möge...), auch der Freudsche eingeschlichen, meinen Namen bewusst falsch zu schreiben. Und das bereits mehrmals...
P.S. ich soll Ihnen von meinem Ehegatten und meiner Schwägerin, welche eine renommierte Anwaltskanzlei führen, die Kunden aller couleur im Norden Italiens vertritt, herzliche Grüße ausrichten.

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Manfred Gasser 06.09.2020, 17:25

P. S. Sie machen sich hier lächerlich, sorry.

Bild des Benutzers Elsa Leitgeb
Elsa Leitgeb 06.09.2020, 17:34

Ich finde es lächerlich, dass die selbsternannten Richter von salto es erlauben, dass eine Dame, die nicht nur von mir obschon Ihrer äußerst beitragsarmen Kommentare kritisiert wird, mich permanent mit dem falschen Namen anspricht. Würde Ihnen das gefallen, Herr Hasser?
By the way, legen Sie die Latte für Lächerlichkeiten oder haben Sie zum eigentlichen Thema auch etwas beizusteuern?
Bevor es zum salto-typischen Animositätenkabinett kam, hatte ich dies nämlich geliefert - Sie hingegen wurden sehr schnell persönlich. Probleme?

Bild des Benutzers Lollo Rosso
Lollo Rosso 06.09.2020, 18:03

Bester G.T., bekommst du zu wenig Feedback auf deine Kolumne dass du jetzt als Elsa Leitgeb dein Unwesen treibst? Ich amüsier mich, mach weiter!

Bild des Benutzers Manfred Gasser
Manfred Gasser 06.09.2020, 18:14

Ich lege keine Latten, ich schreibe nur was ich denke. Und was Ihren ersten Beitrag betrifft, aussagekräftig ist dabei nur Ihr Versuch den Verfasser und einige, Ihnen vielleicht unsympathischen, Kommentatoren lächerlich zu machen.
Zum Thema siehe meinen Beitrag um 10.47, danke.

Bild des Benutzers elisabeth garber
elisabeth garber 06.09.2020, 19:25

@Leitgeb Lisa 13:26 Uhr Vielleicht kann man das ja klagen, die Verwechslung von Elsa mit Lisa?

Bild des Benutzers Manfred Gasser
Manfred Gasser 06.09.2020, 17:29

P.S.S. Statt verdeckte Drohungen als Grüsse zu verschicken, wären aussagekräftige Kommentare angebrachter.

Bild des Benutzers Dietmar Holzner
Dietmar Holzner 06.09.2020, 13:21

Darf ich die Salto-Verantwortlichen bitten, eine Regelung einzuführen: jede/r darf ab sofort nur mehr maximal ... sagen wir fünf (!) ... Stellungnahmen pro Artikel abgeben. Eine zum Artikel selbst und dann braucht's vielleicht noch 2-3 Repliken auf andere Stellungnahmen. Aber dann sollte auch alles gesagt sein. Alles was darüber hinausgeht, ist - nach ein paar Jahren Salto-Beobachtung - reiner Animositätenaustausch, der nur eiert.

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 06.09.2020, 14:20

Würde salto auf die Kommentare mit Animositäten konsequent die Netiquette anwenden, anstatt dies wieder fast aufgegeben zu haben, würden sich solche Verläufe nicht bilden.

Einfach die Anzahl der Kommentare pro Artikel pro User zu bregrenzen ist eine künstliche Einschränkung die andere unerwünschte Effekte hätte.

Das Grundproblem von salto ist einfach, dass man zu faul ist konsequent zu moderieren und deshalb nicht gewillt ist sich einzugestehen, dass alles andere nicht wirklich funktioniert.

Bild des Benutzers Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 06.09.2020, 20:12

Grundsätzlich eine gute Idee, auf die drei vier Leute die begierig über jedes Stöckchen springen das man ihnen hinhält und spätestens nach dem 3. Kommentar nur noch mit sich selbst beschäftigt sind, kann man getrost verzichten. Aber dann blieben uns einige (juristische) Perlen vorenthalten: Ich fasse kurz die Top drei der letzten 24h zusammen: die Gattin des Anwalts (was für eine Qualifikation!), der Mann der vorgibt alle Richter zu kennen (was erwartet er sich davon?), die Frau die zu wissen glaubt wer hier mit Pseudonym schreibt und wer nicht und zu spezifischen Straftaten im StGb verlinkt, aber das Recht auf den Namen komplett ignoriert.

Bild des Benutzers Thomas B.
Thomas B. 07.09.2020, 19:04

Für mich stellt der Artikel eine neue Betrachtungsweise der Geschehnisse dar. Dass vor allem das Volk in Weißrussland unter kommunistischen Bedingungen leben muss verdient viel mehr Beachtung. Naturgemäß lässt sich über den einen oder anderen Satz streiten. Dass viele Kommentare am Thema vorbeischreiben, anstatt mehr auf Einzelheiten einzugehen finde ich persönlich etwas schade.

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