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Ein Zeichen gegen Antiziganismus

Der 8. April ist der Internationale Tag der Roma. Neben der größten sind auch andere Gruppen dieser Minderheit von Diskriminierung betroffen.
Von
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Ralf Höller08.04.2021
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Kommentare

Bild des Benutzers Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 08.04.2021, 14:50

Ich habe längere Zeit unter Romas im Zigeunerviertel Shutka in Skoplje in Mazedonien gelebt und verschiedene Hilfsaktionen für Romas in Rumänien organisiert. Niemand von diesen hatten etwas dagegen, als Zigeuner bezeichnet zu werden. Ich habe ihre Kultur und vor allem ihr Anderssein erlebt und wohl auch, so glaube ich, verstanden. Es geht doch immer nur darum, dass man akzeptiert, dass andere Menschen eben anders sind. Diese Akzeptanz muss auf Gegenseitigkeit beruhen, dann gibt es keine (oder weniger) Probleme. Die Geschichte der Sinti in Südtirol müsste noch geschrieben werden, sie ist faszinierend. Es hat Zeiten gegeben, da waren sie verhältnismäßig gut integriert, waren bei den Bauern als Kesselflicker, Scherenschleifer und Erntehelfer durchaus willkommen. Der Faschismus hat sie diskriminiert, der Nationalsozialismus hat sie brutal verfolgt, so dass die Gemeinschaft der Sinti in Südtirol beschlossen hat, nicht mehr, wie bisher, Deutsch, sondern nur noch Italienisch zu reden. Wir haben Freunde verloren.

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Elisabeth Garber 08.04.2021, 16:23

Höchst interessant, Herr Staffler.

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Sepp Bacher 08.04.2021, 17:48

Ich kenne eine Sintifamilie mit einem deutschen Namen, die ursprünglich aus Böhmen oder Österreich kamen. Sie sprechen keine Deutsch mehr. Von denen weiß ich, dass sich die Sinti-Clans untereinander nicht immer gut verstehen. Z. T. sind sie auch anderer Religion, z. B. evangelisch. Mit den Roma solidarisieren sie sich nicht.
Die Position von Prof. Bauerdick hatte ich schon vor Jahren in einer Ö1-Sendung gehört. Ich hatte auch schon anderweitig vernommen, dass bestimmte Roma sich lieber als Zigeuner bezeichnen lassen, obwohl sie immer sesshaft waren, als die Bezeichnung Roma, weil in bestimmten Gegenden, genau diese Bezeichnung negativ konnotiert ist.

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Hartmuth Staffler 08.04.2021, 20:42

Ich habe mich sehr für die Religiosität der Roma in Mazedonien und in Rumänien interessiert. Meine Erfahrungen sind sicher nicht unbedingt zu verallgemeinern, aber doch sehr interessant. In Mazedonien waren die meisten der Romas, mit denen ich Kontakt hatte, offiziell islamisch. Ihr größter Feiertag war aber der 15. August, Maria Himmelfahrt. Da sind sie zur katholischen Kirche gekommen, die Frauen haben tags zuvor einen roten Wollfaden um die Kirche gezogen, der dort 24 Stunden bleiben musste. Danach haben sich die Frauen diesen Wollfaden um den Bauch geschlungen. Das soll die Fruchtbarkeit erhöhen, offensichtlich mit Erfolg. In der Kirche standen große Fässer mit Weihwasser bereit, mit dem die Frauen ihre kleinen Kinder gewaschen haben. Besonders für die Augen sollte das Weihwasser wichtig sein. Auch in Medjugorje, für alle Zigeuner (Sinti und Roma) am Balkan wohl der wichtigste Wallfahrtsort, habe ich viele von ihnen, gleich welcher Religion, getroffen. Ebenso werden aber auch die orthodoxen Heiligen verehrt, vor allem Alexander und Georg. In Rumänien haben sich viele der dortigen Romas den Sekten zugewandt, die von Missionaren aus den USA dorthin gebracht wurden (Adventisten usw.) Das ist durchaus verständlich, da die Missionare den Eintritt in ihre Sekte mit großzügigen Geld- und Lebensmittelspenden verbunden haben. Ich kenne Romas, die deswegen gleich bei mehreren Sekten Mitglied geworden sind, ein durchaus verständliches Verhalten.

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