Schnee auf A22
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Autobahn

Ein Schneefall reicht

Nach dem Verkehrskollaps am vergangenen Wochenende wollen Südtirol, Tirol und das Trentino heute über Lösungen für die völlig überlastete A22 beraten.
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Wer ist Schuld daran, dass es am vergangenen Wochenende zum Verkehrskollaps auf der Brennerautobahn gekommen ist? Allein der Schnee? Die Frächter und ihre LKW? Oder doch vielmehr die Politik? Für den Landeshauptmann stellt sich diese Frage nach dem Schneechaos, der Sperre und den stundenlangen Wartezeiten nicht. “Gegenseitige Schuldzuweisungen bringen nichts”, meint Arno Kompatscher. Er hat für den heutigen Freitag zum Gipfeltreffen nach Bozen geladen. Gemeinsam mit dem Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti und der Tiroler Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe will er “das Geschehene analysieren” sowie “Strategien und Maßnahmen für eine Vermeidung bzw. ein besseres Management solcher Situationen definieren”. Mit am Tisch werden auch Vertreter der Sicherheitsorgane und der Autobahnbetreiber A22 und ASFINAG sitzen.

Zuvor hatte der italienische Frächterverband ANITA jegliche Verantwortung von sich gewiesen. Nicht die LKW – zahlreiche Schwerfahrzeuge waren während der heftigen Schneefälle am vergangenen Wochenende mit unzureichender Ausrüstung auf der A22 unterwegs gewesen und hatten sämtliche Fahrspuren auch für Räumfahrzeuge blockiert – seien für das Chaos auf der Brennerautobahn verantwortlich gewesen. “Sondern einfach die österreichische Politik mit ihren Fahrverboten und Blockabfertigungen”, stand für ANITA-Präsident Thomas Baumgartner fest. Viele LKW-Fahrer hätten sich aufgrund der Fahrverbote, die am Wochenende in Tirol in Kraft treten,  gezwungen gesehen, während der bereits eingesetzten Schneefälle in der Nacht vom 1. auf den 2. Februar auf die Überholspur zu wechseln. “Um zu verhindern, von den Fahrverboten blockiert zu werden”, so Baumgartner. Die Folge: Stundenlang ging gar nichts mehr.
Umgehend die Replik aus Tirol: Die Aussagen des italienischen Frächterverbandes seien “einseitig, populistisch und entbehren jeglicher Sachlichkeit”, konterte LH-Stellvertreterin Felipe und verwies darauf, dass man nach Rücksprache mit Landeshauptmann Kompatscher die LKW-Fahrverbote ausgesetzt habe – “um die Situation südlich des Brenners zu entschärfen”.

“Mit unseren Maßnahmen hing das entstandene Chaos überhaupt nicht zusammen”, ließ auch der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter ausrichten. Dass man die Schuld der Tiroler Verkehrspolitik in die Schuhe schieben wolle, “zeigt nur, dass man die Probleme lieber an seinen Nachbarn schiebt, anstatt die offensichtlichen Ursachen aufzuarbeiten”, so Platter.

Was tun? Zum einen eingestehen, dass die A22 ihre Belastungsgrenze längst erreicht und überschritten hat. Zum anderen “Verantwortung übernehmen und den Schienenverkehr stärken”. So die Devise von Arno Kompatscher. “Es reicht bereits eine Kleinigkeit – ein außerordentliches Ereignis wie ein Unfall oder äußere Wettereinflüsse –, um auf der Brennerautobahn innerhalb kürzester Zeit zu einer totalen Blockade oder kilometerlangen Staus zu führen.” Ob man sich heute in Bozen auf die von Kompatscher angekündigten “nötigen Weichenstellungen” wird einigen können, bleibt abzuwarten. Für 15 Uhr ist eine Pressekonferenz anberaumt. Kompatscher, Fugatti und Felipe wollen gemeinsam über die Ergebnisse des Gipfeltreffens informieren.

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Kommentare

Bild des Benutzers Christian Mair
Christian Mair 10.02.2019, 21:44

Ein Schneefall reicht?
Offensichtlich recht es noch nicht.
FAhrt 10.02.21 Uhr von Franzensfest nach Innsbruck mit einsetzendem starken Schneefall auf beiden Seiten des Brenners.

Während auf der Südseite die Räumfahrzeuge den kaum 1 cm liegenden Schnee versuchen wegzuräumen, fahren auf der Nordseite die Fahrzeuge mit nach oben geklapptem Pflug. Aber der entscheidende Unterschied ist, dass die Fahrbahn gesalzen wird. Falsche technik?

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