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Bürgerliste Eppan
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Eppan

Abzug der Carabinieri?

Die Carabinieristation in der Eppaner Mercanti-Kaserne muss aufgelassen werden. Ersatz konnte bisher keiner gefunden werden. Vorerst wird die Station nach Bozen verlegt.
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Monika Hofer-Larcher will vom Vorwurf, die Gemeinde hätte sich nicht gekümmert, nichts wissen. „Meines Wissens ist noch keine Entscheidung gefallen“, sagt die Eppaner Gemeindereferentin, „erst in der vergangenen Woche hat es wieder einen Lokalaugenschein gegeben“.
Die Fakten weisen aber in eine ganze andere Richtung. Derzeit werden in der Bozner Dantestraße die Räumlichkeiten für die Eppaner Carabinieri hergerichtet. „Wir gehen davon aus, dass der Umzug noch in diesem Jahr erfolgen wird“, heißt es im Regionalkommando der Carabinieri. Es ist ein Paukenschlag: Denn das bedeutet, dass die Überetscher Großgemeinde mit über 15.000 Einwohnern erstmals in ihrer Nachkriegsgeschichte keine Carabinieristation mehr haben wird.
Wir möchten, dass das Büro der Carabinieri hier bleibt“, umschreibt Referentin Hofer-Larcher die Gangart der Gemeindeverwaltung.
 

Die Kasernen

 
Jahrzehntelang befand sich die Eppaner Carabinieristation mitten im Dorf. In einem Haus in der damaligen Giuseppe-Verdi-Straße hatten die Eppaner Carabinieri ihren Sitz. Als man im Juli 1961 hunderte BAS-Attentäter verhaftet, erlangte die Eppaner Carabinierikaserne als einer der Tatorte der brutalen Misshandlungen traurige Berühmtheit. Denn die Anwohner hörten die Schreie der Häftlinge.
Später zogen die Ordnungshüter in ein Privathaus in die Kaltererstraße. Dass man Häuser anmietete, liegt daran, dass die Kasernen nicht nur Büro und Sitz der Ordnungshüter waren, sondern dass die Carabinieri auch im Haus ihre Wohnungen hatten. Als das Verteidigungsministerium die Eppaner Mercanti-Kaserne endgültig aufließ und gleichzeitig die Vermieterin den Carabinieri kündigte, entschied man die Carabinieristation in das brachliegende Kasernenareal zu verlegen.
Seit fast 20 Jahren haben dort die Eppaner Carabinieri jetzt ihren Dienstsitz und auch ihre Dienstwohnungen.
 

Das Abkommen


Anfang des Jahres ist die Mercanti-Kaserne auf das Land Südtirol übergegangen und die Landesverwaltung hat die Nutzung und die Neuplanung eines Teil des 6,5 Hektar großen Areals dem Immobilienfonds Pro Euregio SGR übertragen. Dieser Fonds soll das Areal gemeinsam mit weiteren Investoren entwickeln. Zudem werden 1,6 Hektar an die Gemeinde Eppan veräußern für das neue Zivilschutzzentrum für Feuerwehr und Bergrettung sowie für die Erweiterung der angrenzenden Gewerbezone.
 
Mercanti-Areal
Areal der Eppaner Mercanti-Kaserne (nördlicher Teil inzwischen auch an das Land übergegangen): Kein Ausweichquartier für die Carabinieri gefunden.
 
Das Abkommen zwischen Land und Staat sieht aber auch vor, dass die Landesabteilung Hochbau und technischer Dienst eine neue Carabinieri-Kaserne im Wert von 5.480.000 Euro baut. Anscheinend findet diese Kaserne weder in den Landes- noch in Gemeindeplänen aber ihren Platz. Denn bisher konnte noch kein konkreter Standort gefunden werden.
Aber auch die Suche nach einem Ausweichquartier ist erfolglos geblieben. „Es wurden mehrere Immobilien angeschaut“, sagt Referentin Monika Hofer-Larcher, „das Problem dabei: Büro und Wohnungen ist schwierig.
In der hochpreisigen Überetscher Großgemeinde ist es nicht leicht eine entsprechende Immobilie zu finden. Zudem ist nicht klar, wer die Kosten für die Unterbringung der Carabinieri übernimmt: Das Regierungskommissariat, das Land oder die Gemeinde.
Deshalb müssen die Eppaner Carabinieri (vorerst) nach Bozen ziehen. Das heißt, dass über 15.000 Bürger damit bei jeder Zustellung oder bei jedem Amtsakt in die Landeshauptstadt kommen müssen.
Ein Dienst am Bürger sieht wohl anders aus.
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Kommentare

Bild des Benutzers Felix von Wohlgemuth
Felix von Wohlgemuth 08.05.2019, 12:04

Der Großteil des Kasernen-Areals (4,6 ha) ist bereits im Dezember 2016 an das Land Südtirol übergegangen. Da vonseiten der Gemeinde Eppan (besser gesagt, von der derzeitigen Bürgerliste- SVP-PD Koalition) seither keinerlei Vorschläge für eine künftige Nutzung erarbeitet wurden, hat die Landesregierung mit Beschluss Nr. 85 vom 19.02.2019 festgelegt, diesen Teilbereich der Pro Euregio SGR zu übergeben, welche die Flächen in einen Immobilienfonds einbringen und entwickeln soll.
Der nördliche Teil des Areals (1,6 ha), auf welchem sich derzeit die Carabinieri-Station befindet, verblieb jedoch im Besitz des Staates. Mit einem Rahmenabkommen zwischen Innenministerium, Agentur für Staatsgüter, Autonomer Provinz Bozen und Gemeinde Eppan wurde vereinbart, dass dieses Areals an das Land Südtirol im Tauschwege übertragen wird. Das Land verpflichtet sich im Gegenzug, für den Tauschwert von € 5.480.000 auf 2.800m² dieser Fläche eine neue Kaserne zu errichten. Weitere 3.500m² werden hingegen von der Gemeinde Eppan für € 1.194.655 vom Land angekauft, um dort das neue Zivilschutzzentrum zu errichten. Die restlichen Flächen sollen als Gewerbegebiet gewidmet und vom Land an Unternehmen verkauft werden.
Dieses Rahmenabkommen wurde vom Eppaner Gemeinderat und der Landesregierung bereits genehmigt, aber bis heute noch nicht von der Staatsgüterverwaltung unterzeichnet, weshalb auch nicht den Planungsarbeiten für das neue Zivilschutzzentrum nicht begonnen werden konnte.

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Ralph Kunze 08.05.2019, 23:38

Ihr Kommentar ist eine Zusammenfassung des Artikels... Wofür?

Bild des Benutzers Felix von Wohlgemuth
Felix von Wohlgemuth 09.05.2019, 09:22

Herr Kunze, da haben Sie leider nicht genau genug gelesen.
Es mach (jedenfalls für mich) einen großen Unterschied, ob die Kasernen im Jahr 2019, oder eben bereits im Jahr 2016 an das Land übergegangen sind und die Gemeinde Eppan somit nun beinahe drei Jahre geschlafen bzw. verschlafen hat. Auch stimmt es nicht, dass es die neue Carabinieri-Kaserne „weder in den Landes- noch in Gemeindeplänen aber ihren Platz“ finden würde; der neue Platz ist bereits genau definiert.
Und schließlich macht es einen erheblichen Unterschied, ob die Gemeinde Eppan 3.500m² des Areals erwerben wird, oder – wie im Artikel geschireben – 16.000m² (was wir uns, nebenbei gesagt, nie leisten könnten).

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Ralph Kunze 09.05.2019, 14:24

Komisch aber schon!
Die Gemeinde bzw die Bürger möchten etwas aus dem Areal machen, sind aber unfähig oder schlafen, wenn ich das richtig verstanden habe. Wird den Eppaner Bürgern schon egal sein was passiert, oder sie sind zu faul,dass sie tatenlos zusehen

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Der Guny 11.05.2019, 12:00

Ich kann mich erinnern gelesen zu haben dass, sollten die vom Staat abgetretenen Areale nicht einer neuen Bestimmung zu geführt werden kommen Diese wieder in den ursprünglichen Besitz.

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Peter Gasser 09.05.2019, 13:26

der Unterschied zwischen Artikel und Kommentar ist, auch bei schnellem Durchlesen, klar erkennbar.

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