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Wandern mit Kindern

Gipfelwanderungen mit Kindern

„Auf den Gipfeln der Berge liegt uns die Welt zu Füßen“.
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Text: Ralf Pechlaner

Beitrag in Zusammenarbeit mit dem Alpenverein Südtirol
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Die Genugtuung und Freude nach einem anstrengenden Aufstieg, das Foto am Gipfelkreuz und der Eintrag ins Gipfelbuch lösen bei Kindern ganz besondere Emotionen aus. Stolz können die kleinen Gipfelstürmer hinunter ins Tal blicken und ordentlich Selbstbewusstsein tanken. Beim Wandern wachsen Kinder besonders an Aufgaben, die für sie zwar herausfordernd, aber machbar sind. Wir als erwachsene Begleiter haben die Aufgabe, die richtigen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Richtige Tourenwahl und Tourenplanung sind dabei entscheidend. Zum ersten Mal auf einem Dreitausender zu stehen, ist für viele Kinder ein ganz besonderes und oft schon lang herbeigesehntes Erlebnis. Als Begleiter muss für uns aber immer klar sein, dass das unbedingte Erreichen des Gipfels nie das Motiv einer Wanderung mit Kindern sein darf. Das Gemeinschaftserlebnis, das Entdecken der Natur und Zeit zum Spielen haben Vorrang. Wenn wir den Gipfel einmal auch nicht erreichen, aber einen tollen Tag am Berg verbracht haben, sind wir trotzdem Sieger. Dies gilt es ganz klar auch unseren Kindern zu vermitteln. Bei der Auswahl der folgenden vier Tourentipps haben wir bewusst versucht Gipfelwanderungen zu wählen, die sich durch unterschiedliche Eigenschaften auszeichnen: einen Dreitausender, einen Gipfel mit Klettersteig, einen einsamen Gipfel und einen grandiosen Aussichtsgipfel.

 

Auf den Dürrenstein (2839 m) – ein magischer Aussichtsgipfel

Der Dürrenstein, der sich als zweithöchster Gipfel der Pragser Dolomiten zwischen dem Pragser Tal und dem Höhlensteintal im Naturpark Fanes- Sennes-Prags erhebt, gilt als einer der schönsten Aussichtsgipfel der Dolomiten. Uns öffnet sich ein atemberaubendes Panorama, das von den imposanten Dolomitenformationen der Hohen Gaisl, des Monte Cristallo, der Tofanagruppe, Civetta und den einzigartigen Drei Zinnen bis zu den Dreitausendern der Zillertaler Alpen reicht. Wir starten unsere Wanderung am Parkplatz Plätzwiese. In wenigen Minuten erreichen wir auf dem Forstweg den Berggasthof Plätzwiese (2.000 m) mit seiner kleinen Kapelle. Hier zweigt der Steig Nr. 40 links zum Dürrenstein ab, auf dem wir anfangs über Grashänge und später steiler über Serpentinen auf stets technisch einfachem Weg nach etwa 3,5 Stunden den Vorgipfel erreichen. Dort wartet die einzige schwierigere und etwas ausgesetztere Stelle, an der wir vorsichtig einige Meter über eine mit Kette gesicherte Felskante hinuntersteigen müssen, um dann unsere letzten Wandermeter zum Gipfelkreuz des Hauptgipfels zu bewältigen. Wenn wir uns über diese etwas knifflige Passage nicht trauen, können wir uns damit trösten, dass die Aussicht am Vorgipfel genauso fabelhaft ist. Auf demselben Weg wandern wir in etwa zwei Stunden wieder zur Plätzwiese zurück.

Gesamtgehzeit: ca. 5,5 Stunden

Höhenmeter im Aufstieg: 850 Hm

Anfahrt: Mit dem Auto im Pragser Tal im Ortsteil Säge links Richtung Plätzwiese abbiegen. Fahrt bis zum Parkplatz Plätzwiese mit Privatauto vor 10 und ab 16 Uhr mit Maut (8,00 €) möglich. Von Anfang Juni bis Anfang Oktober öffentliche Busverbindung bis zur Plätzwiese.

 

Leiterspitze (2.375 m) im Sarntal

Die Leiterspitze liegt im Herzens des Sarntals und teilt das Tal bei Astfeld wie ein Spaltkeil in das Penser Tal und Durnholzer Tal. Der Berg ist im Sommer im Vergleich zu anderen Sarner Destinationen wie dem Sarner Weißhorn, dem Hirzer oder die Jakobsspitze ein ruhigeres und lohnendes Ziel für jene, die die Bergwelt gerne für sich genießen. Vom Gasthof Messnerhof oberhalb von Astfeld aus wandern wir zunächst auf dem Wanderweg Nr. 17 durch den schattigen Wald am Gentersberg hinauf bis wir auf der „Katz“ den Waldbereich verlassen und nach etwa 2,5 Stunden die bewirtschaftete Gentersberg-Alm (Genterer Alm; 2.025 m) erreichen. Immer der Nummer 17 folgend steigen wir auf dem einfachen und stets ungefährlichen Mittelkammweg in einer weiteren guten Stunde zum Gipfel.

Haben wir noch etwas Kraftreserven übrig, können wir unsere Tour zum nur etwa eine halbe Stunde Gehzeit nördlich gelegenen Radlspitz (2.422 m) ausdehnen und als alternativen Rückweg auf den Steigen 17B und 17A über den idyllischen Radlsee (nicht zu verwechseln mit dem Radlsee im Eisacktal!) zur Gentersberg- Alm und zum Ausgangspunkt zurückwandern.

Gesamtgehzeit: ca. 6 Stunden

Höhenmeter im Aufstieg: 1100 Hm

Anfahrt: Im Ortszentrum der Sarner Fraktion Astfeld nach Reinswald/ Durnholz abbiegen und nach etwa 2 km im Weiler Trienbach links über die Gentersberger Straße hinauf zum Gasthof Messnerhof.

 

Zweitagestour auf die Südliche Schwemser Spitze (3.296 m)

Die Besteigung dieses Gipfels (auch Südliche Oberettesspitze genannt) im hinteren Matscher Tal, wo auch Südtirols erstes Bergsteigerdorf liegt, ist mit schon etwas größeren und bergerfahrenen Kindern im Rahmen einer zweitägigen Rundwanderung mit Übernachtung auf der Oberetteshütte empfohlen.

Von den Glieshöfen wandern wir zunächst dem Weg Nr. 1 folgend über die Innere Matscher Alm hinauf zur familienfreundlichen AVS-Oberetteshütte (2.670 m) wo wir bei den Hüttenwirten Edwin und Karin übernachten. Am zweiten Tag steigen wir stets auf dem Steig Nr. 1 ostwärts weiter hinauf auf eine Plateaufläche, die mit ihren großen Steinsäulen „Klein Tibet“ genannt wird und wo wir die 3.000-Meter-Marke erreichen. Am dortigen Wegkreuz wandern wir ein Stückchen weiter Richtung Bildstöckljoch, verlassen nun den markierten Weg und steigen in freiem, aber ungefährlichem Gelände über die Südflanke der Südlichen Schwemserspitze nordwärts und können den Gipfel mit dem kleinen Holzkreuz kaum verfehlen (ca. 45 Min.). Nach dem Genuss der grandiosen Aussicht auf die majestätische Weißkugel und die Gletscherwelt der Ortler- oder Berninagruppe kehren wir zum vorherigen Wegkreuz zurück und steigen bergabwandernd auf dem Steig Nr. 4 über die wunderschönen, in unterschiedlichen Farbtönen leuchtenden Saldurseen – Südtirols höchste Seenplatte – hinunter zur Inneren Matscher Alm und weiter hinaus zu den Glieshöfen.

Aufgrund der Höhenlage erst ab Mitte Juli zu empfehlen.
Gesamtgehzeit: Tag 1: 3–3,5 h; Tag 2: ca. 6 h

Höhenmeter im Aufstieg: Tag 1: ca. 850 Hm; Tag 2: ca. 630 Hm

Anfahrt: Von Schluderns durch das Matscher Tal bis zum Talschluss Glieshöfe (kostenfreie Parkplätze).
 

 

Einfacher Klettersteig auf die Große Cirspitze (2592 m)

Dieser einfache, in Teilpassagen gesicherte Klettersteig im Schwierigkeitsgrad A ist ein ideales Ziel für Kinder, um erste Klettersteigerfahrungen zu sammeln und am Ende auf einem richtigen Dolomitengipfel mit toller Aussicht zu stehen. Vom Grödner Joch (2120 m) aus wandern wir zunächst der Markierung 2B folgend über einen Kiesweg in einer guten halben Stunde hinauf Richtung Bergstation der Dantercepies-Bahn. Sobald wir den von dort kommenden Wandersteig 12A kreuzen, folgen wir der Beschilderung „Gran Cir“ und erreichen über eine Geröllrinne den Einstieg des Klettersteiges. Auf den folgenden 200 Höhenmetern zum Gipfel, den wir in etwa 1,5 Stunden erreichen, führen wir die Kinder an exponierten, ungesicherten Stellen am Seil. Die Kinder sollten unbedingt Trittsicherheit und Bergerfahrung mitbringen und mit dem vollständigen Klettersteigset ausgerüstet sein. Der Rückweg erfolgt auf dem Hinweg. Mit größeren und erfahreneren Kindern können wir auch die Kombination mit dem nebenan liegenden, allerdings schon ein bisschen  schwierigeren Klettersteig auf die Kleine Cirspitze in Erwägung ziehen.

Gesamtgehzeit: ca. 3,5 Stunden

Höhenmeter im Aufstieg: 460 Hm

Anfahrt: Durch das Grödner- oder Gadertal aufs Grödner Joch, dort parken.

 

Alle Touren mit für Kinder empfohlenen Tourendaten, Sicherheitsinfos und wichtigen Hinweisen finden Sie auch interaktiv auf dem Tourenportal des Alpenvereins www.alpenvereinaktiv.com.

 

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