Umwelt | Bildung

Kritik trägt Früchte

Rom lenkt ein: Überflüssige Plastikverpackungen bei Schulobst & Co. sollen der Vergangenheit angehören. Und Südtirols Landesräte machen den Schulen konkrete Vorschläge.
Apfel Plastik
Foto: Facebook

Manchmal geht es auch in Italien schneller als man denkt. Nach der großen Empörung, die sich nicht nur unter Eltern breit gemacht hat, lenkt Rom in Sachen überflüssige Plastikverpackungen für Schulobst & Co. nun ein. “Das europäische Schulprogramm verbessert sich”, teilt die Landespresseagentur mit, “denn gesunde Ernährung soll auch umweltfreundlich sein”.

 

Weniger ist mehr

 

Seit 2009 versorgt ein EU-weites Programm Schulkinder mit Obst, Gemüse und seit 2018 auch mit Milch und Milchprodukten. Die teilnehmenden Schulen werden mit verschiedenen Obst- und Gemüsesorten sowie mit Milchprodukten beliefert. Das Programm umfasst auch Begleitmaßnahmen zur Bewusstseinsbildung durch Ernährungstherapeuten und Besuche am Bauernhof, didaktisches Material und eigene Thementage.

In Südtirol haben im vergangenen Schuljahr 6.810 Grundschüler an 87 Schulstellen am Schulobst- und Gemüseprogramm und 7.138 Schüler an 97 Schulstellen am Schulmilchprojekt teilgenommen. Dank dieser europäischen Programme wurden in den letzten zehn Jahren insgesamt rund 110.900 Kinder in Südtirol mit gesunden Produkten versorgt. Dafür wurden von der EU und vom Staat Leistungen im Gesamtwert von über drei Millionen Euro erbracht.

So weit die Theorie.

Der Haken an der Sache: Obst, Gemüse und Milch sind häufig in viel unnötiges Plastik verpackt. Deswegen waren die Schulprogramme in den vergangenen Jahren – und auch in jüngster Vergangenheit – zunehmend in die Kritik von Schulen, Eltern und Politik geraten.  

“Das soll sich nun ändern”, so die Nachricht am Montag Mittag. Das Landwirtschaftsministerium, das für die Umsetzung der Programme in Italien zuständig ist, nehme die Kritik als Anregung zur Verbesserung und arbeite an verschiedenen Maßnahmen zur Müllverringerung. Für viele Produkte sollen zum Beispiel Sammelpackungen anstelle von Einzelpackungen verwendet werden.

 

Brief an Rom

 

Auch in Südtirol ist man tätig geworden. In einem gemeinsamen Brief an das Landwirtschaftsministerium haben Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler und die Bildungslandesräte Philipp Achammer, Giuliano Vettorato und Daniel Alfreider Maßnahmen vorgeschlagen, um die Schulprojekte in Zukunft nachhaltiger zu gestalten.

Die Vorschläge der Landesräte: Produkten den Vorzug geben, bei deren Verpackung kein oder wenig Plastik verwendet wird und die regionaler Herkunft sind; Einwegplastik gänzlich verbieten und in diesem Sinne weder Plastikbesteck noch Plastikteller mitliefern; die Zusammenarbeit von Schulen und Elternhäusern fördern – die Kinder sollten das Besteck von zu Hause mitbringen und an den Schulen sollten dann die gelieferten Produkte in Portionen geteilt werden.

Andreas Werth, Direktor im Landesamtes für Landmaschinen und biologische Produktion, koordiniert das Projekt in Südtirol seit Beginn – und meint: “Es ist eine gute Initiative, die sich in Zukunft weiterentwickeln muss. Ziel ist es, gesunde Ernährung mit umweltschonender Produktion und nachhaltigem Vertrieb in Einklang zu bringen. Dazu braucht es die Zusammenarbeit und den guten Willen aller Beteiligten.”

 

In Südtirol können sich die Schulen noch bis zum 31. Juli für die Teilnahme am Schulfruchtprogramm im Schuljahr 2019/20 anmelden. Die Anmeldungen für das Schulmilchprogramm erfolgen ab sofort.