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Landtag

Grünes Gesundheitspaket

Auch Südtirols Grüne springen auf den Thunberg-Zug auf. Brigitte Foppa & Co stellen zwei Beschlussanträge in Sachen Gemeinschaftsverpflegung und Kinderspielplätze vor.
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Brigitte Foppa, Hanspeter Staffler und Riccardo Dello Sbarba zitierten natürlich Greta Thunberg und ihre inzwischen berühmt gewordene „This is all wrong“-Rede auf der UN-Konferenz in New York. „Klimaschutz muss das oberste Ziel und Anliegen jeder Politik werden, das fordern die Millionen von jungen Menschen, die weltweit freitags demonstrieren. Wir nehmen diese Aufforderung ernst.“, hieß es auf der Pressekonferenz der Südtiroler Grünen. Auch im kleinen Wirkungsradius des Landes Südtirol sei es möglich, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. 
Man muss den Südtiroler Grünen zugute halten, dass der Klimaschutz seit der Gründung zur ihrer politischen Agenda gehört. Lange bevor Greta Thunberg geboren ist. Vor diesem Hintergrund ist es deshalb nur logisch, dass man politisch auf dieser Welle weitersurft.
Am Dienstag haben Foppa & Co zwei Punkte ihrer politischen Agenda in Sache Klimaschutz und Gesundheit vorgestellt, die diese Woche im Südtiroler Landtag behandelt werden.
 

Gemeinschaftsverpflegung

 
Unter Gemeinschaftsverpflegung versteht man allgemein Mensen, Kantinen oder Ausspeisungen. Diese Stätten spielen eine wichtige Rolle, weil dort für sehr viele Menschen gekocht wird, also auch große Mengen an Nahrungsmitteln zum Einsatz kommen.
Die Art der Lebensmittel, die Herkunft, Zubereitung und Zusammensetzung macht den Unterschied, was den CO2- und den ökologischen Fußabdruck betrifft. Fachleute unterstreichen, wie wichtig der Ausbau von nachhaltig produzierten Lebensmitteln gerade in der Gemeinschaftsverpflegung ist. Konsumenten und Konsumentinnen möchten darüber Bescheid wissen, was sie in der Mensa essen. In der Praxis erfährt man dazu meist wenig bis gar nichts.
 
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Aktionsfeld MensaLokale Lebensmitteln und Transparenzpflicht
 
Das soll der grüne Beschlussantrag „Transparenz in der Gemeinschaftsverpflegung“ ändern.
Die Forderung: Auf der Grundlage der Kennzeichnungspflicht laut EU sollen die BetreiberInnen von öffentlichen Ausspeisungen angehalten werden, im Menüplan anzuführen, woher das verwendete Fleisch stammt und welche Zutaten aus biologischer Landwirtschaft sowie aus fairem Handel stammen.
Ein Vorteil für die Konsumentinnen und Konsumenten, die wissen was sie essen“, erklären die drei grünen Landtagsabgeordneten, „zugleich aber auch eine Stärkung der heimischen Wirtschaft, da lokal angebaute Produkte kenntlich gemacht würden und somit ein neues Verständnis entstehen könnte.
 

Schulhof und Kinderspielplatz

 
Seit mehreren Jahren wird in Südtirol zur Pestizidbelastung an Orten, wo Kinder spielen, mobil gemacht. 2012 fanden sich Rückstände von 9 verschiedenen Pflanzenschutzmitteln im Gras aus dem unmittelbaren Umfeld der Grundschule Tartsch, und zwar in relevanten Konzentrationen. Einige dieser Stoffe wirken insbesondere in Kombination mit anderen schädlich, vor allem auf die Organismen von Kindern, die sich noch im Wachstum befinden und somit durch ihr geringes Körpergewicht stärker belastet werden als Erwachsene.
Als Grüne Fraktion haben wir schon 2013 darauf reagiert und einen Beschlussantrag vorgelegt, der ein periodisches Pestizidmonitoring von Schulhöfen vorsah. Er wurde damals abgelehnt“, sagt Brigitte Foppa. 
Nun gebe es aber neue Ergebnisse zum Thema in einer Studie, die im Mai 2019 in den „Environmental Sciences Europe“ veröffentlicht wurde. Für die Studie wurden 71 öffentliche Spielplätze im Vinschgau und im Unterland zufällig ausgewählt und Grasproben davon auf 315 Pestizide untersucht.
Wichtigste Ergebnisse: Die Spielplätze im Vinschgau waren am häufigsten mit Pestiziden belastet, während jene im Unterland die höchsten Pestizidkonzentrationen aufwiesen. Und: Die nachgewiesenen Pestizidkonzentrationen waren umso höher, je näher die Obstanbauflächen an die Spielplätze heranreichten.
 
Spielplatz Naturns
Aktionsfeld Kinderspielplätze: Pestizidrückstände periodisch erheben.
 
Auf der Grundlage dieser Studien und der EU-Gesetzgebung gibt es für die grünen Landtagabgeordneten in Südtirol dringenden Handlungsbedarf. Viele Schulgebäude und Kinderspielplätze befinden sich in unmittelbarer Nähe zu Obstbaugebieten mit intensiven Anbauweisen, in denen Pestizide versprüht werden. „Den Ängsten und Sorgen vieler Eltern muss Rechnung getragen werden“, meint Hanspeter Staffer.
Mit dem Beschlussantrag „Gesundheit wo Kinder spielen“ will man einführen, dass in den Südtiroler Schulhöfen und Kinderspielplätzen periodische Monitorings der Pestizidbelastung durchgeführt werden. Vor wenn diese Plätze an Gebiete mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung angrenzen.
Gleichzeitig unterstützen die Grünen mit diesem Antrag den gleichlautenden Appell der PAN-Europe Vorstandsmitgliedes Koen Hertoge an die Abgeordneten des Südtiroler Landtages.

 

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