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AGB/CGIL

Alfreds Vermächtnis

Der scheidende Generalsekretär Alfred Ebner geht in seiner Abschiedrede auf die Rolle der Gewerkschaften in Südtirol ein und auf das Problemfeld Sanität.
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Angesichts der neuen politischen Situation muss die Gewerkschaft weiterhin in aller Autonomie den Weg der Konzertierung beschreiten“, sagt Alfred Ebner am Donnerstag im vollbesetzten Saal im Berufschulzentrum St Gertraud/Haslach.
Ebner weiß, dass dies seine letzte große Rede sein wird. Der 65jährige Postangestellte verkörpert wie wenige andere in Südtirol seine Gewerkschaft. Seit gut 35 Jahren im AGB/CGIL engagiert, hatte Ebner von 1990 bis 1998 die Leitung des Bereichs „Post“ inne, bevor er von 1998 bis 2006 zum Generalsekretär der Südtiroler Gewerkschaftssektion gewählt wird. Weiterhin im Landesvorstand übernimmt Ebner 2009 die Leitung der Rentnergewerkschaft. Im März 2014 wird er dann wieder zum Generalsekretär berufen.
Der zweitätige Kongress des AGB/CGIL, der heute und morgen in Bozen über die Bühne geht, ist zugleich der Abschied des langjährigen Südtiroler AGB/CGIL-Chef. Seine Nachfolgerin wird aller Voraussicht nach Cristina Massera werden, die jahrelang den Bereich „öffentliche Bedienstete“ geleitet hat.
 

Italienischer Rechtsruck

 
Vor den 200 Delegierten und in Anwesenheit der Generalsekretärin der CGIL, Susanna Camusso ging Ebner am Donnerstag in seiner Rede zu Beginn des Kongresses auch auf die Landtagswahlen ein, bei denen es einen Rechtsruck bei den italienischen Wählern gegeben hat, während die Mitte-Links Parteien eine schwere Niederlage verzeichnen mussten. Ebner hat dabei nochmals die wichtige Rolle der Gewerkschaft bei der Verteidigung der Interessen der Beschäftigten und der Rentner unterstrichen.
Gleichzeitig strich er die Themen heraus, welche für die Gewerkschaft Priorität haben: Verteidigung der Kaufkraft der Löhne und der Renten, die Ausgaben im Sozialbereich, das Wohnungsproblem in Südtirol und vor allem der Gesundheitsbereich.
 
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Scheidender AGB/CGIL-Generalsekretär Alfred Ebner: Das öffentliche Gesundheitssystem darf nicht pauschal verurteilt werden.“

„In diesem Zusammenhang halten wir ein Abkommen zwischen der Politik und den Sozialpartnern für sehr nützlich, um eine gemeinsame Strategie auszuarbeiten“, so Ebner. Und weiter: „Um die gute Beschäftigungslage weiterhin zu wahren, muss auf Forschung und Weiterbildung gesetzt werden, um so die künftigen Herausforderungen der neuen Technologien meistern zu können. Die in diesem Bereich derzeit zur Verfügung stehenden Mittel sind nicht ausreichend.
 

Fortschritte im Sanitätsbereich

 
Einen der dringendsten und heikelsten Problembereiche in Südtirol sieht Alfred Ebner in der Sanität. „Seit Jahrzehnten wird hier nach Lösungen gesucht, die aber leider nach wie vor ausstehen, so Ebner.  Das Informatiksystem sei unzureichend. Hinzu kommen ein Ärztemangel und Schwierigkeiten im Bereich der Hausärzte. Das Ergebnis sind lange Wartezeiten, vor allem in der Ersten Hilfe in Bozen. Die Ressourcen wären ausreichend vorhanden, es muss aber eine stärkere Einbindung der Gesundheitssprengel in den Bezirken erfolgen, damit hier Abhilfe geschaffen werden kann. Die Gewerkschaft versucht seit Jahren, zur Verbesserung der Situation im Gesundheitsbereich beizutragen und es hat auch einige Fortschritte gegeben.
Es ist einfach, Erreichtes zu zerstören, ein Neuaufbau allerding ist sehr schwierig“, warnte Alfred Ebner in seiner Abschiedsrede. Das öffentliche Gesundheitssystem darf nicht pauschal verurteilt werden, vor allem nicht angesichts der zunehmenden Konkurrenz durch private Einrichtungen. 
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