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Zelig
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Salto Afternoon

Heiliges Dreirad

Die "Ape" war einst für einige Südtiroler Jugendliche ein Symbol für Freiheit – ein Wiedersehen mit dem ZeLIG-Filmklassiker "Ape Maria" und mit den Hauptprotagonisten.
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„Ich bin auf die Idee gekommen, als ich überall in Südtirol die extrem aufgemotzten Vehikel gesehen habe. Dort wo ich herkomme, gibt es diese Art von Jugendkultur nicht. Ich bin dem nachgegangen, hab ein wenig recherchiert und bin so irgendwie in diese Ape-Szene reingerutscht“ erzählte die Regisseurin Greta Mentzel, als sie vor nunmehr 15 Jahren den Film Ape Maria im Rahmen der Bozner Filmtage (BFFB) vorstellte: „Ich hab mich von Steinegg bis Welschnofen durchgearbeitet und wollte zuerst etwas über den Ape-Kult machen, am Schluss standen aber eher die Protagonisten im Vordergrund. Irgendwie hat sich die Idee umgedreht.“

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Getunte Ape: Das obskure Objekt der Begierde / Filmstill


Heute Abend werden Teile des ZeLIG-Drehteams von einst und die beiden Ape-Protagonisten Platzer und Andreas im Rahmen der ZeLIG-Klassiker-Filmreihe im Stanglerhof auf die Dreharbeiten des Dokumentarfilms zurückblicken und sich vielleicht auch an die Premiere erinnern, bei welcher es für die Ape-Piloten riesigen Applaus im rappelvollen Kinosaal gab. „Ich habe erst vor ein paar Wochen Platzer und Andreas wiedergetroffen“ erzählt Greta Mentzel heute, „die sind mittlerweile 15 Jahre älter, also knapp über 30, gehen ihren Berufen nach und leben noch in Welschnofen – hört sich langweilig an, aber sie sind immer noch wie im Film. Wenn man die beiden live sieht, geht der Film weiter.“ 

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Ape-Protagonisten Platzer und Andreas sinnieren über ihre Passion / Filmstill


Ist der Ape-Kult in Südtirol mittlerweile auch nicht mehr so stark ausgeprägt, die intensive Arbeit an dem Dokumentarfilm hat bei Greta Mentzel nachhaltig (Brems-)Spuren hinterlassen: „Wenn ich heute eine Ape sehe, schau ich immer noch ein zweites Mal und ziemlich genau hin, ob ich irgendwelche Details entdecken kann, und Rückschlüsse auf den Fahrer oder die Fahrerin.“ 

Ape Maria ist insofern zeitlos, als dass es sich um die ersten Schritte in die Freiheit handelt, die Jugendliche auf dem Dorf machen. 

In Ape-Maria sind die Fahrzeuge die Leidenschaft der jugendlichen Protagonisten. Sie tauchen ein in die Welt der Fahrzeuge – mit den Fahrzeugen. „Die Ape ist der erste Schritt in die Freiheit, der erste unabhängige Aufbau einer eigenen oberflächlichen Welt, man fährt sie ab dem 14. Lebensjahr bis zur Volljährigkeit. Danach kommt das Auto. Ape Maria ist insofern zeitlos, als dass es sich um die ersten Schritte in die Freiheit handelt, die Jugendliche auf dem Dorf machen. Ein fahrbarer Untersatz hilft dabei ungemein die Welt auf welche Art und Weise auch immer zu erobern und das soziale Leben zu verbinden.“ 

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Ohne Navi aber mit Vorsicht / Filmstill


Bis Oktober werden zum "Film-Aperitif" am Stanglerhof regelmäßig Diplomfilme aus 30 Jahren ZeLIG gezeigt. Heute: Ape Maria. Beginn Aperitif mit Buffet ab 19.00 Uhr – Film um 21.00 Uhr

 

Zum Film:
Die Ape ist ein kleines, dreirädriges Transportvehikel von Piaggio, das man in Italien bisher ohne Führerschein und ab 14 Jahren fahren durfte. Für Andreas und Platzer, zwei 16jährige Südtiroler, das Mittel zur Unabhängigkeit. Gleichzeitig sind ihre "Dreiradler" aber auch Kultobjekte, an denen in jeder freien Minute herumgeschraubt wird und die nach Lust und Laune auffrisiert werden. Je tiefer, je breiter, desto besser.
Der Film taucht in die eigene Welt der Jugendlichen ein, in ihre Umgebung, vom Alltag bis zur Freizeit. Es wird repariert, geschraubt, geschoben, gezogen und gefahren. Die Ape führt den Zuschauer zu immer neuen Episoden, die schließlich ein Gesamtbild ergeben.

Regie: Greta Mentzel
Kamera: Jorge Yetano
Ton: Harald Erschbaumer
Schnitt: Pia Profanter

DVcam, 28', 16:9, Farbe, Südtiroler Dialekt mit deutschen, italienischen und englischen Untertiteln

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