Werbung
Das Team des Theaterpädagogischen Zentrums Brixen mit Klaus Nothdurfter, Amtsdirektor des Amtes für Jugendarbeit.
Eröffnung der Saison

Auf die Bühne, Klappe, Action

Seine Tätigkeit einmal abseits der Aufführungen und Festivals vorzustellen. Das war das Ziel der Feier, mit der das TPZ Brixen am 7. September die Saison eröffnete.
Werbung

Mit einem Zitat aus "Max und Moritz" von Wilhelm Busch schloss Peter Liensberger seinen Vortrag, mit dem er das TPZ und seine Arbeit lobte. Als Rechnungsprüfer begleitet er das Theaterpädagogische Zentrum Brixen seit vielen Jahren und weiß darum genau Bescheid über die Entwicklung des ehrenamtlichen Vereins.

Der Anlass für diese Rede war eine kleine Feier, mit der das Theaterpädagogische Zentrum Brixen seine heurige Saison eröffnete. Abseits der Aufführungen die theaterpädagogische Tätigkeit vorzustellen war das Ziel der Veranstaltung, zu zeigen, wo Theater und Film - der neue Schwerpunkt im TPZ Brixen - überall Fuß gefasst haben in Südtirol. Und da kommt einiges zusammen.

Natürlich bleibt die theaterpädagogische Arbeit im Freizeitbereich weiterhin der Schwerpunkt im Theaterpädagogischen Zentrum. In zwölf Ensembles, den Theaterwerkstätten, können Menschen aller Altersgruppen hier Theater spielen. Geleitet werden die Gruppen von Theaterpädagogen/innen, allen voran Thomas und Heidi Troi und Lilly Unterkircher, die jedoch mittlerweile Verstärkung gekriegt haben von Alessandra Luciani und Nathaly Ebner. Übers Jahr erarbeiten sich die Kinder und Jugendlichen in diesen Werkstätten ihre Stücke. Sie improvisieren, diskutieren, choreographieren und inszenieren ihre Produktionen meist sehr eigenständig und werden dabei von den erwachsenen Leitern begleitet. Einige der Stücke werden dann auch im Rahmen von internationalen Theateraustauschen oder auf Festivals gezeigt - wie zum Beispiel heuer das Stück "Family affairs" der Theaterwerkstatt ZITRONENGELB, das im Dezember beim International Festival of Performing Arts in Neu Delhi/Indien aufgeführt wird.

Eine Besonderheit unter den Werkstätten ist die Improtheatergruppe ULTRAMARINBLAU, die unter der Leitung von Lilli Unterkircher im vergangenen Jahr erste Erfahrungen im Theater aus dem Stegreif sammelte und in der kommenden Saison einiges vorhat. Monatliche Impro-Abende soll es im Spieljahr 2017/2018 geben und die rührigen Jugendlichen wollen sich an eine Impro-Battle, einen freundschaftlichen Wettkampf mit Gruppen aus dem der Region und dem deutschsprachigen Ausland wagen.

Seit vielen Jahren ist auch der Bereich Film im TPZ Brixen vertreten. Nun ist die Nachfrage nach Kursen für Kinder und Jugendliche so stark gestiegen, dass erstmals vier Filmwerkstätten ausgeschrieben wurden. Eine davon ist als Wahlfach an der Ganztagsschule "Msgr. J. Tschurtschenthaler" angesiedelt - heuer bereits zum dritten Mal.

"Green Screen", "Black & White" und "Zoom" heißen die Teams, die - nach Altersgruppen zusammengefasst - im TPZ Brixen arbeiten. Thomas, Benedikt und Jonathan Troi haben viel vor mit ihren Crews: Grundlagen der Fotografie und Bildgestaltung stehen auf dem Programm, die Handhabung von Kamera und Schnittprogrammen und natürlich werden Tricks mit Kamera und Green Screen ausprobiert. Ziel ist es, dass die jungen Filmer, schlussendlich ihre eigenen Filmprojekte umsetzen - dokumentarische, wie szenische. Dabei dürfen sie auf eine große Gruppe interessierter Schauspieler/innen aus den Reihen des Theaterpädagogischen Zentrums zurückgreifen. Auf dem YouTube-Kanal der Videowerkstatt ZOOM bzw. dem YouTube-Kanal des Medienclubs Tschurtschenthaler sind einige Beispiele für diese Arbeiten zu finden. Für Benedikt Troi ist es ein erklärtes Ziel, den Bereich Film in den nächsten Jahren weiter wachsen zu lassen und ihm vielleicht durch die Ausrichtung eines Jugend-Medien-Festivals noch mehr Gewicht zu verleihen.

Auch für die Allerkleinsten hat das TPZ Brixen etwas zu bieten. Kinder zwischen 4 Monaten und 4 Jahren können an den Kursen Zauberland Musica teilnehmen und dort rhythmisch-musikalische Frühförderung erfahren. Unter sachkundiger Anleitung von Marion Pichler Kaneider singen, sprechen, musizieren sie - immer in Anwesenheit einer Bezugsperson, die die gelernten Lieder und Verse dann auch zu Hause aufgreift.

Zudem bietet das Theaterpädagogische Zentrum Brixen "heimatlosen" Bühnen ein Dach. So werden heuer die Senioren unter der Leitung von Maria Thaler Neuwirth, die beim Opening den Südtiroler Theaterverband vertrat, das Theaterpädagogische Zentrum Brixen als Probenort nutzen.

Theaterpädagogik passiert jedoch nicht nur im Freizeitbereich. Das Theaterpädagogische Zentrum Brixen sieht sich seit langem als Kompetenzzentrum für Theaterpädagogik. Hier werden Fortbildungen angeboten (eine Neuauflage des Lehrgangs "Schritte in die Theaterpädagogik" wird im Herbst 2018 ausgeschrieben) und Kindergärten, Schulen und Bühnen können Hilfe und Unterstützung bei der Umsetzung theaterpädagogischer Projekte erhalten. An die zwanzig Projekte führt der hauptamtliche Theaterpädagoge Thomas Troi an den Südtiroler Schulen durch und fährt dabei von Sulden bis nach Toblach. Seit März wird er dabei von Nathaly Ebner unterstützt.

Frau Direktorin Dr. Marianna Fischnaller traf es in der anschließenden Diskussion auf den Punkt, als sie meinte, ihrer Meinung nach seien Theater und Naturwissenschaften die wichtigsten Fächer und müssten in der Schule unbedingt verstärkt werden. Auch die anderen anwesenden Direktor/innen, Dr. Anna Pfitscher, Dr. Christian Walcher, Frau Dr. Eva Maria Brunnbauer und Frau Direktroin D. Elisabeth Flöss verliehen der Veranstaltung durch ihre Anwesenheit Gewicht und unterstrichen die Wichtigkeit der Theaterpädagogik für die Entwicklung der Persönlichkeit von Kindern und Jugendlichen.

Im Laufe der Zeit haben sich mehrere Kooperationen entwickelt.  So ist das TPZ Brixen in die Begabungs- und Begabtenförderung eingebunden oder durch Heidi und Thomas Troi in der AG Theaterpädagogik am Schulamt vertreten, die in den letzten Tage das Projekt "Schule braucht Theater" vorgestellt hat.

Auch mit dem Jugendhaus Kassianeum arbeitet das Theaterpädagogische Zentrum in mehreren Bereichen zusammen. Jugendliche können ihr ehrenamtliches Engagement durch ihre Mithilfe im Rahmen des Young Action Projekts unter Beweis stellen, im vergangenen Sommer wurden ein Theater- und ein Filmcamp im Rahmen des Sommerprogramms des JUKAS abgewickelt und auch sonst gibt es häufig Zusammenarbeiten und einen regen Austausch. Heidi Troi bedankte sich bei den Vetretern/innen des JUKAS, Silvia Zanotto, Peter Liensberger und Daniela Ploner, herzlich für die gute Zusammenarbeit.

Das Amt für Jugendarbeit, vertreten bei der Eröffnung durch Dr. Klaus Notdurfter, hat das Theaterpädagogische Zentrum heuer mit Schüleraufführungen von "Der Ernst macht auch keinen Spaß" beauftragt, ein Stück, das auf dem gleichnamigen Bestseller von Christoph Wortberg beruht und sich auf sensible Weise dem Thema "Freitod" widmet.

Ein Highlight, das alle zwei Jahre stattfindet, ist das Internationale Treffen für Jugendtheater sapperlot, das 2018 wieder durchgeführt werden soll. 14 Jugendtheatergruppen aus aller Welt werden in der Zeit zwischen 6. - 10. Juni die Brixner Altstadt durch Straßenaktionen und diverse andere Aktivitäten beleben und mit Brixner Schulen kulturelle Austausche durchführen. Dieses Festival ist ein Musterbeispiel für Partizipation von Jugendlichen und wird von den Spielern/innen des TPZ Brixen immer mit großer Begeisterung erwartet. Drei Vertreterinnen des jugendlichen Organisationsteams, Alena Kerer, Sonja Demetz und Alina Gruber sprachen über die Bedeutsamkeit des Festivals für die Brixner Jugendlichen und die Stadt Brixen und ernteten wohlwollendes Schmunzeln aus den Reihen der anwesenden Vetreter/innen der Gemeinderegierung, Monika Leitner, Paula Bacher Marcenich und Gerold Siller.

Die gesamte Eröffnung war eine kurzweilige Angelegenheit. Die Ausführungen der Theaterpädagogen/innen wurden durch szenische Darbietungen der Theaterwerkstätten ZINNOBER und ULTRAMARINBLAU und durch Videoeinspielungen aufgelockert. Die Theaterpädagogin und künstlerisch-pädagogische Leitung des TPZ Brixen, Heidi Troi, schloss den Abend mit der Feststellung ab, dass sich im TPZ Brixen langsam ein Generationswechsel anbahnt. Junge Filmer und Regisseure/innen übernehmen immer mehr Aufgaben innerhalb des Vereins, zeigen Verantwortung für das Programm und bringen sich mit neuen Vorschlägen ein. Das bedeutet, dass die Arbeit des ehrenamtlichen Vorstands, mit Annalisa Cimino als langjähriger Obfrau, in den letzten Jahren nachhaltig und wertvoll war. 

Werbung
Werbung