Gallmetzer, Lorenz
Ella Angerer
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Salto Afternoon

Salvini in der Gärtnerei

Der Bozner Journalist Lorenz Gallmetzer stellt am Donnerstagabend sein vielbeachtetes Buch „Von Mussolini zu Salvini“ vor. Ein Pflichttermin in Bürgerkunde.
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Lorenz Gallmetzer hat den Alptraum eines jeden Autors erlebt. 
Im Juli hatte der Bozner Journalist und Salto-Mitarbeiter das Manuskript seines neuen Buches „Von Mussolini zu Salvini. Italien als Vorreiter des modernen Nationalpopulismus“ fertig gestellt.  Der Verlag Kremayr & Scheriau hatte den Erscheinungstermin in der zweiten Septemberhälfte längst fixiert. Deshalb war man bereits mitten in der Produktion, als plötzlich alles anders wurde.
Mitte August fiel völlig überraschend nicht nur die Regierung Conte 1, sondern vor allem auch Matteo Salvini. Der Capitano stolperte über seine eigene Hybris. Dass damit der Protagonist seines Buches und ausgerechnet jener Mann, den Gallmetzer auf dem Cover mit Benito Mussolini vergleicht, vom mächtigen Innenminister über Nacht zum oppositionellen Hinterbänkler wurde, bringt den langjährigen ORF-Journalisten aber nicht aus der Ruhe.
Alle Aussagen im Buch haben auch so noch Bestand“, sagt Lorenz Gallmetzer, „vor allem aber ist Matteo Salvini noch lange nicht weg“. Der Buchautor verweist darauf, dass Salvinis Lega in der Gunst der Wähler immer noch die bei weitem stärkste Kraft in Italien ist. „Salvini kommt zurück“, ist sich der Buchautor sicher.
 

Messerscharfe Analyse

 
In seinem aktuellen Buch beschäftigt sich Lorenz Gallmetzer nicht nur mit der Person Matteo Salvini, der Lebensgeschichte und dem Psychogramm des „neuen starken Mannes“, sondern er zeigt auch auf, welche historischen Faktoren die aktuelle Entwicklung möglich machten.
Der Autor bettet Salvini und den Salvinismus dabei in eine zweifelhafte „Vorreiterrolle“ Italiens ein. Benito Mussolinis politische Massenbewegung und Diktatur diente als Vorbild für den Faschismus von Portugal bis Jugoslawien und inspirierte Hitler, während der Medienzar und dezidierte Nicht-Politiker Silvio Berlusconi Donald Trumps Politstil vorweg genommen hat.
 
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Buchcover: Psychogramm des „neuen starken Mannes“
 
Im Buch werden auch die aktuellen Zuständen in Wirtschaft, Verwaltung, Justiz und Infrastruktur mit besonderem Fokus auf Korruption, der aggressiv-restriktiven Migrationspolitik und eines entfesselten Rassismus detailliert beschrieben.
Gallmetzers Werk liest sich dabei über weite Strecken wie ein Lehrbuch des Schreckens.
 

Die Buchpräsentation

 
Nach ausverkauften Buchvorstellungen in Wien und im Innsbrucker Treibhaus stellt Lorenz Gallmetzer sein neues Buch jetzt auch in Südtirol vor. Am Donnerstag, den 10. Oktober wird der Autor in der Bozner Gärtnerei Schullian im Gespräch mit salto-Chefredakteur Christoph Franceschini die zentralen Thesen und Aussagen seines Buches erläutern. Der Eintritt ist frei.
Zudem ist Lorenz Gallmetzer am kommenden Sonntag zu Gast im Salto-Gespräch. Der Titel: „Er ist noch immer da“.
 
Buchvorstellung: Donnerstag, 10. Oktober ab 19.30 Uhr in der Gärtnerei Schullian Meraner Straße 75 A – Bozen.
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Kommentare

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Be Bu 12.10.2019, 16:42

Solche Typen werden immer wieder auftauchen, und sie werden auch immer wieder an Bedeutung gewinnen, egal wie viel an Geschichte gegen sie steht. Ob FPÖ, Lega, Trump, Orban, AfD, am Ende scheitert es nie am Enthusiasmus und Potential ihrer Anhänger, sondern immer nur an der Hybris dieser "Führer-Persönlichkeiten". Zwischen jeder noch so stabil wirkenden Demokratie zur Diktatur steht eigentlich nur der integere Journalismus samt wehrhafter Zivilgesellschaft- und als Packesel die Ökonomie.

Oder kurz: Bin sehr gespannt und freu mich aufs Buch.

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