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No vax-Wirrnisse

Impfgegner-Tagung in Turin

Eine Tagung demonstriert die Distanz zwischen zwei gegensätzlichen Welten
Kolumne von
Bild des Benutzers Gerhard Mumelter
Gerhard Mumelter09.12.2021
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Kein Zweifel: der Aufmarsch der Impfgegner aller Schattierungen bot am Mittwoch in Turin eine schillernde Szene. Am Pult wechselten sich zahlreiche Redner ab, die bei allen Unterschieden eines gemeinsam hatten: no green pass und no vax. Darunter befanden sich etliche Prominente: der ehemalige Rai-Programmchef Carlo Freccero, der Philosoph Giorgio Agamben, der Rechtsprofessor Ugo Mattei, die vom Dienst suspendierte No-Vax-Vizequästorin Nunzia Schilirò. Nicht erschienen war der angekündigte Ex-Bürgermeister von Venedig, Massimo Cacciari.

Verschwörungstheorien machten die Runde. Etwa jene, wonach Facebook-Betreiber Zuckerberg ein Sklave von Big Pharma sei und dieTagung deshalb nicht direkt im Netz verfolgt werden könne. Je dicker aufgetragen wurde, desto lebhafter war der Applaus. Der Physiker Livio Giuliani: "Le squadre fasciste di Farinacci erano meno aggressive di quelli che cercano i non vaccinati casa per casa, perchè si limitavano ad usare l' olio di ricino.

Weiterer Vorwurf: "Astra Zeneca, che è mortale, è stato venduto fino a quando è servito al generale Figluolo per esaurire le scorte, perchè prima il bilancio e poi la salute. La vaccinazione obbligatoria si basa su questo principio. " Zitate von Hobbes und Popper sollten den Reden einen philosophischen Anstrich verleihen. Der Vorsitzende des Jugendgerichts Turin, Stefano Scovazzo, löste mit seiner Behauptung, jugendliche Straftäter sollten zu ihrem eigenen Schutz geimpft werden, laute Proteste aus. Eine weitere These: "Siccome l´industria è in crisi - ecco spuntare il vaccino.

stati generali no green pass
Stati generali der No-Vax-Bewegung: Aufmarsch der Impfgegner aller Schattierungen in Turin.

 

Der Jurist Ugo Mattei: "Davanti a noi non abbiamo avversari intellettualmente vivi . Sono dei morti. Una delle nostre difficoltà è quella di dover affrontare avversari spiritualmente inesistenti." Die Forderung nach einem "neuen Nürnberger Prozess gegen Premier Draghi und Gesundheitsminister Speranza war ebenso vertreten wie Anschuldigungen gegen die Si Vax-Vertreter: I veri untori sono i vaccinati, loro causano le varianti." Der Jurist Ugo Mattei erklärte, warum er nicht geimpft sei: "Per una volta voglio vedere il mondo dalla prospettiva dei perdenti del processo sociale: così capirò cosa vuol dire essere esclusi e posso immaginare una via politica diversa.

Letztendlich demonstrierte die zehnstündige Tagung in Turin vor allem eines: wie verhärtet die Fronten zwischen beiden Lagern sind und wie viel irrationaler Zündstoff sie trennt.

Letztendlich demonstrierte die zehnstündige Tagung in Turin vor allem eines: wie verhärtet die Fronten zwischen beiden Lagern sind und wie viel irrationaler Zündstoff sie trennt. Vom Ziel, "di costruire un altrove politico per contrastare il draghismo" scheint man weit entfernt. Und offiziellen Opferzahlen misstraut man ohnedies: "I morti?  Sono tutti numeri gonfiati." Resümee: "Ci vuole una nuova Norimberga per il draghismo e il ministro alla sanità Speranza".

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