Langtauferer Spitze
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Gletscherprobleme

Schauplatz Langtaufers

Die Gemeindewahlen werfen ihre Schatten voraus. Selbst in der Grenzgemeinde Graun wird man nervös und das Langtauferertal könnte das Zünglein an der Waage werden.
Community-Beitrag von Sebastian Felderer10.01.2020
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Bin Oberländer und um Oberland geht es. Genauer gesagt um Langtaufers. Zusammenschluss Haideralm-Schöneben, Zubringerdienst Kaunertal, Bau der neuen Weißkugelhütte, nachhaltige Projekte für Langtaufers, Ferienregion Reschenpass sind die Schauplätze. 

Albrecht Plangger als ehemaliger Bürgermeister und Onorevole, Heinrich Noggler als Bürgermeister der Gemeinde Graun, Franz Prieth als Vizebügermeister der Gemeinde Graun, Gerald Burger als Geschäftsführer der Ferienregion Reschenpass, Anton Zanini als Fraktionsvorsteher von Langtaufers, Josef Thöni als Gemeindereferent für Wirtschaft in der Gemeinde Graun und Besitzer des Hotels Langtaufererhof, Stefan Plangger als derzeitiger Pächter der Weißkugelhütte sind die Akteure.

Die Uhren im Oberland gehen langsam. Projekt Kaunertal seit 1994, seit 2010 läuft das Projekt der Weißkugelhütte, gleich lang der nun durchgeführte Zusammenschluss zwischen Haideralm und Schöneben. Seit 2007 kämpfe ich um den Neubau der Beregnungsanlage in St. Valentin. Der einzige, bei dem die Uhren schneller zu gehen scheinen, ist Gerald Burger. Er hat in dieser Zeit im Oberland vier Großveranstaltungen auf die Beine gestellt und mit großem Erfolg durchgeführt. Er war es auch, der es sich beim Protest gegen das Kaunertalprojekt nicht nehmen ließ, als Geschäftsführer der Ferienregion Reschenpass dabei zu sein und seine Ablehnung kundzutun. Soll er deshalb etwa nun in Frage gestellt werden?

Gemeindewahlen stehen an. Man wird nervös im politischen Lager. Einer, der eigentlich gar nicht so sehr  SVP-Gene besitzt, scheint plötzlich politisch alles zu bestimmen in Langtaufers. Josef Thöni, der Besitzer vom Hotel Langtauferer Hof, riskiert, das gesamte Langtaufers  für immer zu ruinieren, nur wegen ein paar läppischen Nächtigungen mehr in seinem Hotel. Er riskiert den Rausschmiss aus dem Gemeindeausschuss und versperrt sich gleichzeitig den Weg bei den Wahlen im Mai. Langtaufers steht nicht hinter ihm, die Bevölkerung hat lange schon verstanden, dass sie nur Dreck und Lärm zu schlucken haben wird, wenn einmal die Blechlawine rollt. Noggler und Thöni werden sich die Langtauferer Stimmen streitig machen. Noggler als Bürgermeister braucht sie nämlich notwendig. Sein Heimatdorf St.Valentin wird ihm den Ausverkauf an Schöneben übel nehmen, wenn auch zu Unrecht. Also wenig Stimmen. In Reschen sitzt Franz Prieth, der helle Kopf und eigentliche Macher in der Gemeinde Graun. Da ist für die anderen wenig zu holen. Also spielt sich der Kampf in Langtaufers ab und man merkt es augenscheinlich. Da sind sogar 6,5 Millionen Euro für den Neubau der Weißkugelhütte in einer neuen Lage am Bergl nicht zu viel. Dieser Batzen Geld für eine Biwakschachtel? Schutzhütte wird es nicht sein, denn sie wird keinen Pächter finden bei diesen Bedingungen und Fixkosten. Hier sind sich Bürgermeister Noggler und Josef Thöni komischerweise noch einig. Ich sage bewusst noch. Weil Bürgermeister Noggler wird hier seine Entscheidung revidieren müssen. Die Fraktionsverwaltung, welche den Grundtausch für die neue Hütte durchführen müsste, ist mit diesem Monsterprojekt nicht mehr einverstanden und hat dies der Landesregierung bereits vor dem Beschluss der Raumordnung schriftlich mitgeteilt. Wenn mit einer Million Euro der alte Standort mit einem Zubau versehen genauso winterfest gemacht werden kann und alle Infrastrukturen schon vorhanden sind, wird es schwierig werden, die neue Hütte in einer absurden Lage zu bauen.

Ich denke, wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Das ist wohl die gute Ausgangslage für Franz Prieth und einigen neuen Gemeinderatsmitgliedern, die ihn die Gemeindeverwaltung drängen werden. Sie vertreten die Meinung, dass bei der Weißkugelhütte Geld gespart werden kann, denn auch Landesgelder sind letztlich Gelder, die in wesentlich bessere Projekte für das Tal investiert werden können. Vom Zubringerdienst zum Kaunergletscher gar keine Rede, dazu braucht es noch 10 Gemeindewahlen. 

Abschließend darf ich noch eine Bemerkung anfügen. Bei aller Kritik an die „Langsamkeit“ und Unentschlossenheit der Langtauferer und des Oberlandes im Allgemeinen. Es könnte vieles vermieden oder beschleunigt werden, wenn eine Landesregierung entschlossener und weniger parteilastig wäre. Dies betrifft in erster Linie den Landeshauptmann, aber auch den Grauner  Bürgermeister. Der 3. Mai wird vieles klären, bis dahin werden einige sich schlaflose Nächte um die Ohren schlagen.

Ein sanfter Tourismus in Langtaufers, ein Zubau bei der Weißkugelhütte und die gesicherte Finanzierung einiger zukunftsträchtiger Projekte im Tal könnten alle wieder ruhig schlafen lassen. Wach auf Obervinschgau!!!

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