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SVP
Wie viele oder besser wenig Mitglieder hat die SVP? Klarheit darüber soll es erst Ende Jänner geben.
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Dass die Südtiroler Volkspartei zunehmend von einer Ausnahmeerscheinung in Richtung einer starken, aber normalen politischen Kraft schrumpft, ist keine Neuigkeit. Wie stark dieses Schrumpfen die Basis aber zunehmend wegbrechen lässt, zeigt sich alljährlich nach den Ortsausschusswahlen und vor allem dem mühsamen Klinkenputzen der SVP-Funktionäre. Eine beeindruckende Abwärtskurve prognostiziert am Mittwoch die Tageszeitung Dolomiten: Seit 1990 seien die SVP-Mitglieder von stolzen 81.000 auf rund 30.000 oder sogar noch weniger zurückgegangen, schreibt das Tagblatt heute unter Berufung auf gut informierte SVP-Kreise.

Das ließ man in der Brennerstraße allerdings nicht auf sich sitzen. In der SVP-Zentrale kann man zwar nicht mit konkreten Zahlen aufwarten. Da die Ortsausschusswahlen heuer erst im November stattgefunden haben und die Zusammenarbeit mit dem SVP Bezirk Wipptal ebenfalls erst vor zwei Monaten wieder aufgenommen wurde, habe sich der Abschluss der Mitgliedersammlung 2016 verzögert, erklärte SVP-Landessekretär Gerhard Duregger. Definitive Mitgliederzahlen würden folglich erst Ende Jänner vorliegen. Und: „Die am heutigen Mittwoch in den Medien kolportierten Zahlen entsprechen deshalb keineswegs dem endgültigen Mitgliederstand“, so Duregger.

 

SVP altes Plakat
Bild aus besseren Zeiten - als es noch zog, zu sagen: Wir müssen zusammenhalten. Suedtirolfoto.com / Othmar Seehauser

Auch wenn die Wahrheit ein wenig über der kolportierten liegen sollte . eine Trendumkehr ist nach dem vergangenen Jahr wohl kaum zu erwarten. Damit scheinen sich auch die Parteigranden abgefunden zu haben. „Sinkende Mitgliederzahlen sind eine Tendenz bei allen großen Volksparteien im deutschsprachigen Raum und im restlichen Europa“, meint etwa Obmannstellvertreter Daniel Alfreider. Er hofft allerdings immer noch auf Zeiten, in denen es wieder „wichtiger sein wird, eine Linie zu zeigen und zu einer Linie zu stehen.“ Diesbezüglich will die SVP nun auch ihre Mitgliederakquise reformieren, also neue Methoden finden, um ihre Basis zu bewahren.

Entsprechende Neuerungen für die Mitgliedersammlung 2017 sollen bereits im Rahmen der Vorstellung der definitiven Mitgliederzahl 2016 zu Monatesende von der Parteispitze präsentiert werden, wird in der Brennerstraße angekündigt. Mit der nötigen Medizin lassen sich bittere Tatsachen wohl besser verdauen. 

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