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Näherinnen in Katmandu
Arbeit gegen Armut

Nepals fairer Handel

Noch immer arbeitet Nepal am Wiederaufbau nach dem verheerenden Erdbeben. Auch mit Erfolg.
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Nepal war dabei sich vom Entwicklungsland zum Schwellenland zu entwickeln. 2008 hat sich das Tor zum Himalaya von der Monarchie verabschiedet und wurde eine Bundesrepublik. Die Demokratisierung brachte dank erster Reformen der Regierung das Land voran, die Kindersterblichkeit geht seit Jahren zurück, die Lebenserwartung und das Pro-Kopf-Einkommen steigen.

Mit dem Tourismus und dem Handwerk nimmt die wirtschaftliche Entwicklung an Fahrt auf. Aber auch gesellschaftspolitisch kommt Bewegung ins südasiatische Land: Kooperativen schaffen vom Arbeitsmarkt ausgegrenzten Menschen einen Zugang zur Erwerbstätigkeit: Das sind Frauen, Menschen mit Behinderung und die ländliche Bevölkerung.

Sana Hastakala ist eine jener Organisationen. 1989 hat Unicef Nepalesen unterstützt, die Handwerkerorganisation aufzubauen. Sana Hastakala ist selbst Produzent, vor allem aber Dienstleister für Handwerksbetriebe: Von der Produktentwicklung bis zur Materialbeschaffung und dem Vertrieb der Produkte unterstützt sie ihre Mitglieder.

Handwerkerinnen
Handwerkerinnen. Foto: CTM Altromercato

Der Sitz liegt im Süden von Katmandu. Die NRO beschäftigt zwei Dutzend Handwerkerinnen und an die 120 freie Mitarbeiterinnen, die zu Hause arbeiten. Darüber hinaus bietet Sana Hastakala 67 Gruppen von Handwerksbetrieben, die auch Angestellte beschäftigen, ihre Dienstleistungen. Heute sind 1.200 Produzenten Mitglied von Sana Hastakala. Der allergrößte Teil sind Frauen.

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Seidenweberin in Nepal. Foto: CTM Altromercato

Ein eigener Fonds ermöglicht Sana Hastakala seinen Mitgliedern zinslose Darlehen, medizinische Absicherung und Fortbildungen, besteht aber darauf, dass die Betriebe ihren Mitarbeiterinnen sichere Verträge geben, die Mutter- und Krankenschutz sowie eine Pension vorsehen. Die Produktion muss ökologisch nachhaltig erfolgen. Den Verkauf der Produkte organisiert die NRO im Fairen Handel auch ins Ausland.

2015 kam dann aber das Erdbeben. Zentralnepal wurde teilweise völlig zerstört, besonders rundum Katmandu wurden ganze Dörfer und Landstriche ausgelöscht. 9.000 Nepalesen starben. Tausende Familien verloren ihr Haus, Krankenhäuser, Firmengebäude und öffentliche Infrastrukturen wurden zerstört.
Ein Rückschlag für die wirtschaftliche Entwicklung Nepals.

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Sitz von Sana Hastakala im Süden von Katmandu. googlemaps

Die Strukturen von Sana Hastakala wurden ebenso zerstört wie viele Betriebsgebäude und Häuser ihrer Mitglieder. Noch 2016 produzierte man in Kellern und Garagen. Rojina Thapa von Sana Hastakala beschreibt die Arbeitsbedingungen: "Wir haben aber ständige Ausfälle, weil Strom fehlt, aber auch Gas und Öl." Die staatliche Unterstützung in der jungen Demokratie verzögert sich, aber die Nepalesen haben gelernt, selbst initiativ zu sein.

Sana Hastakala beschloss den Neubau ihrer Produktionsstätte und diese zugleich zu vergrößern: Das Erdbeben hat viel neue Armut verursacht, im Hauptsitz sollten noch mehr Frauen Arbeit finden. Mit eigenen Ressourcen, aber auch mit der Hilfe von Partnern ist das gelungen: In dieser Not hat die Entwicklungszusammenarbeit des Landes Südtirol den Wiederaufbau mitfinanziert: Sana Hastakala und drei weiteren Handwerksorganisation, ACP, WSDO und Manushi Art & Crafts erhielten Südtiroler Unterstützung. Den Kontakt hat CTM Altromercato, die Südtiroler Fair Trade Organisation, hergestellt, die bereits jahrelang Sana Hastakala unterstützt und deren Produkte hierzulande anbietet.

Mitarbeiter bei Sana Hastakala
Töpfer bei Sana Hastakala Foto: CTM Altromercato

Im Dezember 2016 ist die neue Produktionsstätte der NGO fertiggestellt worden: Bis Ende März werden die neuen Nähmaschinen geliefert. Sana Hastakala muss die Folgen des Erdbebens auch noch auf eine andere Weise wettmachen: Bis heute wird die Stromversorgung im Ballungsraum von Katmandu oftmals bis zu acht Stunden unterbrochen. Eine eigene Solaranlage braucht es, um den ganzen Tag über die Produktion zu garantieren. Noch im Frühling 2017 wird der hauseigene Energielieferant in Betrieb genommen.

 

 

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