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Gewaltorgie in Rom

Aufmarsch der Faschisten

Nach den jüngsten Ausschreitungen in Rom wächst die Forderung nach einem Verbot der rechtsextremen Organisation Forza Nuova
Kolumne von
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Gerhard Mumelter11.10.2021
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Was am Sonntag  in Rom passiert ist, muss die demokratischen Kräfte Italiens in Alarmstimmung versetzen. Die militante Faschistentruppe von Forza Nuova lieferte der Polizei im römischen Stadtzentrum regelrechte Strassenschlachten und stürmte den Sitz der linken Gewerkschaft CGIL. Nur ein Grossaufgebot der Polizei konnte sie schliesslich mit Mühe daran hindern, auch in den Regierungssitz im Palazzo Chigi einzudringen.  Der Kundgebung unter dem Motto No vax schlossen sich Hunderte gewaltbereiter Impfgegner an. Die römische Innenstadt war in Rauchschwaden und Tränengaswolken gehüllt.

Die Kundgebung war ein Alarmsignal für alle demokratischen Kräfte. Wie es zu den gewalttätigen Ausschreitungen und zur Erstürmung des Gewerkschaftssitzes kommen konnte, die der Corriere della sera als guerilla urbana dei no vax anprangert, soll nun eine Untersuchungskommssion klären. CGIL-Chef Landini fordert die Auflösung aller neofaschistischen Bewegungen. La Stampa: "Hanno assaltato la CGIL come gli arditi del ventennio devastavano le camere di lavoro."

Forza Nuova
Angriff auf den CGIL-Sitz: Endlich ein Verbot der faschistischen Bewegungen durchsetzen.

 

Die Rechtsparteien distanzierten sich von den gewalttätigen Demonstranten. Giorgia Meloni: "E´squadrismo, ma non conosco la matrice. " Dabei ist es erst zwei Wochen her, dass die TV-Sendung Piazza pulita eine faktenreiche Dokumentation über kräftige Finanzspritzen für besonders militante Parlamentarier aus Melonis Partei durch reiche und antisemitische Amerikaner berichtet hatte. Darunter soll auch Roberto Longhi Javarini sein, der 2018 für Mellonis Partei kandidiert hat und den Übernamen Barone nero trägt. Er wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Die Kundgebung war ein Alarmsignal für alle demokratischen Kräfte.

Nach der Ausstrahlung der Sendung ist Melonis Fraktionssprecher im EU-Parlament Carlo Fidanza zurückgetreten. Arbeitsminister Andrea Orlando hat sich indessen hinter die Forderung von CGIL-Chef Landini gestellt, alle faschistischen Bewegungen zu verbieten."Bisogna chiudere, una volta per tutte, le formazioni di ispirazione fascista che fanno leva sulle tensioni sociali legate alla pandemia per scagliarle contro le istituzioni democratiche." Der Verfassungsrechtler Francesco Clementi teilt die Forderung nach einem Verbot : "Sulla base degli elementi fattuali di questi giorni, i 38 feriti tra le forze dell´ordine e i documenti prodotti dalla stampa penso che il governo abbia tutti gli elementi per intervenire."

 

 

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Kommentare

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Karl Trojer 12.10.2021, 09:12

Nationalsozialisten und Faschisten haben im letzten Jahrhundert derart viel Unheil in die Welt gebracht, dass ihr Wiedererwachen durch demokratisches Verbot ihrer Neuorganisationen verhindert werden muss.

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Siegfried Freud 12.10.2021, 09:25

Was verstehen Sie unter "demokratischem Verbot"?

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Manfred Klotz 12.10.2021, 13:44

Ich verstehe darunter ein von allen demokratischen Kräften unterstütztes Verbot undemokratischer Kräfte. Sie kennen sicher Poppers Paradoxon.

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pérvasion 12.10.2021, 09:38

»Dabei ist es erst zwei Wochen her, dass die Rai-Sendung Piazza pulita eine faktenreiche Dokumentation über kräftige Finanzspritzen für besonders militante Parlamentarier aus Melonis Partei durch reiche und antisemitische Amerikaner berichtet hatte. Darunter soll auch Roberto Longhi Lavarini sein, der 2018 für Mellonis Partei kandidiert hat und den Übernamen Barone nero trägt.«

Hinweis: Piazzapulita ist eine Sendung von La7, der Schwarze Baron heißt Jonghi Lavarini.

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