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VBB - Der thermale Widerstand

Ausflug der Woche

Zur Tscheinerhütte unter dem Rosengarten

Auch abseits des Pistentrubels kann in dieser Saison die einmalige Landschaft unter dem Rosengarten genossen werden.
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Die Landschaft unter dem Rosengarten ist etwas vom Schönsten in Südtirol: steile Dolomitenfelsen, sanfte Almen, Wälder, und eine atemberaubende Aussicht. Und bis zu ihrem Untergang im Westen, scheint die Sonne auf diesen besonderen Flecken Land. Zwischen Niger- und Karerpass tummeln sich im Winter die Skifahrer, aber bei unserer Tour sind wir abseits der Pisten in stillem Gelände unterwegs. Nach ergiebigen Schneefällen sind Schneeschuhe angeraten, meist gehen wir aber auf ausgetretenen Wegen und Steigen.

 

Scheda Ausflug Tscheinerhuette

Zur Tscheinerhütte unter dem Rosengarten, von Oswald Stimpfl

 

Zum Wegverlauf

Wir biegen von der Karerpass-Straße kurz vor dem ehemaligen Grandhotel zur Moseralm ab, folgen den Schildern vom Hotel „Moseralm“ bis zum Parkplatz am Bächlein kurz vor der Alm und stellen das Auto bei der restaurierten Soler Säge (1527 m) ab. Der Weg zur Tscheinerhütte ist gut beschildert und markiert. Auf der kaum befahrenen Zufahrtsstraße zum Hotel Moser wandern wir für 10 Minuten leicht bergauf, das Hotel ist in Sichtweite, da verlassen wir den breiten Weg und folgen der Markierung Nr. 16 in den Wald. In sanften Kehren geht der Weg bald über tief verschneite Almwiesen in nördlicher Richtung auf einen Wiesensattel zu, links liegt in 300 m Entfernung die Heinzenalm (Winterruhe). Der Wanderweg geht teils deckungsgleich mit einer Langlaufloipe an Almhütten vorbei mit einem letzten Stück etwas steiler bergauf auf die hangquerende Autostraße zu, die vom Karer- zum Negerpass verläuft. 100 m östliche der Bushaltestelle liegt unser Ziel, die Tscheinerhütte, an der wenig befahrenen Straße auf 1773 m. Länge 3,1 km, Gehzeit 1 h, 250 Höhenmeter. 

Rückweg wie Hinweg

Alternativ parken wir in Welschnofen, fahren mit der Bahn zum Frommer und gehen von dort bequem und eben auf dem „Perlenweg“, parallel unterhalb der Autostraße durch Wiesen und Wald in einer halben Stunde zur Tscheinerhütte.

Es hat sich schon herumgesprochen, in der Tscheinerhütte wird super gekocht. Pichler Elisabeth Tasser Christian haben seit vier Jahren die funktionell, modern und gemütlich umgebaute Hütte in Pacht und neuen Schwung hineingebracht. Christian hat sich die Sporen in besten Häusern Südtirols, darunter das Sternelokal Schöneck in Issing-Pfalzen, verdient und setzt das Gelernte in der Tscheinerhütte um. Wenn nur irgend möglich, werden lokale und saisonale Produkte eingesetzt: Fleisch vom Vertrauensmetzger in Terlan, Gemüse im Sommer von der Kronlechnerbäuerin in Welschnofen, Wild von bekannten Jägern. Die Rezepte hingegen sind vielfältig, immer gibt es Neues und Ungewöhnliches. Fix auf der Karte sind nur die gratinierten Weinbergschnecken und das T-Bonesteak, die „Fiorentina“. Wie wär’s mit Ravioli mit Spanferkelfüllung oder der sardischen Pasta „Talutzas“ mit Garnelen?

Alles wird von besten Weinen begleitet, in den Vitrinen präsentieren sich edelste Etiketten aus Italien und Frankreich. 

Kurioses am Rande

Auf Italienisch heißt die Hütte: Rifugio Duca di Pistoia. Der Name erinnert an die faschistische Zwischenkriegszeit. In Bozen wurde ein Spross der italienischen Königsfamilie Savoia angesiedelt, Filiberto di Savoia, Herzog von Pistoia und gleichzeitig Herzog von Genua (1895-1990). Sein Vater Tomaso war der zweitgeborene Sohn der italienischen Königin Regina Magherita, seine Mutter die bayrische Prinzessin Isabella Luisa. Seine Ehefrau, Lydia von Arenberg, stammte aus flämischem Adel. Somit ist anzunehmen, dass Filiberto Deutsch sprach und auch deshalb auserkoren war, in Bozen zu wohnen. Filiberto residierte im Herzogspalais, das seinerzeit „Villa Reale hieß“ und heute Sitz des Regierungskommisars ist. Von 1935 1936 nahm er als General und Kommandant einer faschistischen Schwarzhemdendivision am Abessinienkrieg teil. Am Vorabend der Besatzung Bozens und Italiens durch die Nationalsozialisten flüchtete er in die Schweiz, wo er 1990 verstarb. Man sagt, dass er gerne auf die Jagd ging und in dabei in der Tscheinerhütte übernachtete, die alsbald seinen Namen bekam. Auch die italienische Oberschule in Bozen, in der Quireinerstrasse, heute „Claudia de Medici“ war seinerzeit nach ihm benannt.

 

Wie komme ich hin?

Von Bozen-Kardaun durchs Eggental Richtung Karerpass, nach dem Karersee links Richtung Hotel Moselalm abbiegen, nach 400 m leicht bergab Parkplatz vor einer kleinen Brücke. Ab Kardaun 24 km, 30 Minuten

 

Infos in Kürze

Tscheinerhütte, Nigerstr. 10, 39056 Welschnofen, Tel. 0471 612036, von 10.00 bis über Mittag und am Nachmittag ab 17.30 geöffnet. Vom 1. Dez. bis 1 Woche nach Ostern und von1. Juni bis Allerheiligen geöffnet.

 
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