Riedl, Dissinger, Vettorato, Ghizzi
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erstes mal

Stelldichein mit Landesrat

A22, Flughafen, Klima, Wasser: Nach dem Antrittsbesuch beim Umweltlandesrat zeigt sich der Dachverband “durchaus erfreut”. In vielen Themen gebe es Übereinstimmung.
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Seit seiner Wahl am 25. Jänner ist Giuliano Vettorato als Landesrat im Amt. Zuständig ist er für die Agenden italienische Bildung und Kultur, Energie sowie Umwelt. Nun, zweieinhalb Monate später, hat sich der 45-jährige Leiferer Lega-Assessor mit der Spitze des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz getroffen. Zur Sprache kamen brennende Mobilitätsthemen – Autobahn, Flugplatz, Dolomitenpässe –, der Klimaplan Südtirol, der Gewässerschutzplan und der (von Vettoratos Parteikollege Carlo Vettori mit unterzeichnete) Gesetzentwurf zur pauschalen Verlängerung des Beregnungszeitraumes. Im Laufe des Gesprächs habe sich gezeigt, dass Umweltschützer und Umweltlandesrat “großteils übereinstimmende Standpunkte” teilten, meldet der Dachverband. Was “durchaus erfreulich” sei.
Dabei sei der Antrittsbesuch durchaus “kein reiner Höflichkeitsbesuch” gewesen, betonen Präsident Klauspeter Dissinger und Geschäftsführer Andreas Riedl.

 

Gleichschritt bei A22 und Flughafen

Als erster Punkt des gut einstündigen Gesprächs sei die Stickoxid- und Verkehrsproblematik auf der Autobahn besprochen sowie die vom Ministerrat verabschiedeten Maßnahmen worden. “Landesrat Vettorato ließ hierzu gleich mit der Zusage aufhorchen, dass er noch vor der Umsetzung der vom Staat beschlossenen Maßnahmen eigene Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen entlang der gesamten Strecke vom Brenner bis nach Salurn umsetzen will”, berichten Dissinger und Riedl.

Denselben “grundlegenden kritischen Ansatz” teilten Dachverband und Landesrat auch in Sachen Flugplatz – Stichworte Bauleitplan-Änderung, Ausschreibung und Pistenverlängerung – teilen, so das Duo. Als ehemaliger Stadtrat von Leifers lehnt Vettorato eine Verlängerung der Start- und Landebahn nach wie vor ab. Die Umweltschützer beharren nach wie vor auf der Position, dass die Wähler bei der Volksbefragung im Juni 2016 nicht nur Nein zur weiteren öffentlichen Finanzierung, sondern auch zum Ausbau des Flughafens gesagt hätten.

 

Haken bei Klima und Wasser

Als “weit komplexer” bezeichne Dissinger und Riedl das Thema Klimaplan Südtirol beziehungsweise die Erreichung des darin enthaltenen Zwischenziels. Bis 2020 ist eine Reduzierung des durchschnittlichen CO2-Ausstoßes pro Kopf auf maximal vier Tonnen vorgesehen. “Derzeit dürfte Südtirol aufgrund der verfügbaren Zahlen bei circa sieben Tonnen pro Person und Jahr liegen”, rechnet man beim Dachverband vor. “Dazu kommt, dass die an sich schon ambitionierten Ziele des Energieplans nachgeschärft werden müssen, wenn man diese in Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen bringen will.”

Riedl, Dissinger, Vettorato, Ghizzi
“Kein reiner Höflichkeitsbesuch”: (v.l.) Andreas Riedl, Klauspeter Dissinger, Landesrat Giuliano Vettorato, Ressortdirektor Roberto Ghizzi (Foto: DVN)

 

Obwohl es erst Ende März aus dem Amt für Gewässerschutz, für das Vettorato zuständig ist, hieß, dass der Plan “in Ausarbeitung” sei, habe sich der Landesrat von der großen Verspätung beim immer noch fehlenden Gewässerschutzplan gezeigt, berichten Dissinger und Riedl. Das Land sei seit 2003 säumig, “obwohl die Ausarbeitung in den eigenen Landesgesetzen festgehalten ist”. Jedenfalls habe der beim Treffen ebenfalls anwesende Ressortdirektor Roberto Ghizzi nach spontaner Rücksprache mit den Ämtern versprochen, dass der Gewässerschutzplan Ende diese Jahres, spätestens Anfang 2020, in Kraft treten soll.

Ebenso vorgebracht wurde vom Dachverband Kritik am Gesetzentwurf Vallazza/Vettori zur pauschalen Verlängerung der Beregnungszeiträume (salto.bz berichtete). “Dieses pauschale Vorgehen ohne die Bewertung der grundsätzlichen Wasserverfügbarkeit ist auf reine Lobby-Interessen zurückzuführen, widerspricht dem übergeordneten öffentlichen Interesse nach ökologischer Funktionsfähigkeit unserer Oberflächengewässer und ist damit entschieden abzulehnen”, betonen Dissinger und Riedl.

 

Im Herbst wollen sie sich erneut mit Giuliano Vettorato treffen. Dabei soll “die Umsetzung der vielen Vorschläge evaluiert und besprochen werden”. Anders gesagt: Der Dachverband will überprüfen, ob den Worten des neuen Landesrates auch Taten folgen.

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Kommentare

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Peter Gasser 12.04.2019, 16:20

Im Klimabericht steht zudem:
„Südtirol übernimmt Verantwortung im Klimaschutz ... das Land gewährleistet privaten Haushalten sowie der Wirtschaft eine ausreichende Menge an Energie zu einem angemessenen Preis. Abkehr von fossilen Energieträgern und Nutzung regional vorhandener regenerativer Energiequellen: Südtirol deckt den Energiebedarf weitgehend unabhängig von fossilen Energieträgern“:
.
Wieso haben wir Gasheizungen, wenn Südtirol einen Überschuss an Energie aus Wasserkraft hat - und wieso heize ich daher mit Alperia-Gas günstiger als mit meiner mit Alperia-Wasserkraft-Strom betriebenen Wärmepumpe?
Gas aus Russland ist billiger zu haben als die Erdwärme unter meiner Garage - hier klaffen Klimaplan und gelebte Landesrealität meilenweit auseinander, bzw. laufen greadezu konträr.

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Paul Stubenruss 12.04.2019, 16:57

Wenn Südtirol den Strom den es produziert selbst verbraucht und nicht exportiert, dann fehlt er anderswo und wird mit Kraftwerken für fossile Brennstoffe nachgeholt. Energiebilanz und CO2- Bilanz bleiben für die Welt unverändert. Weiterhin importiert Südtirol eine Menge versteckter Energie, sie steckt in den Fahrzeugen und allen Arten von Maschinen, wofür es für die Herstellung viel Strom, Kohle, Erdöl und Gas braucht. Mal sehen was passieren würde wenn die Autohersteller zu uns folgendes sagen würden: Liebe Südtiroler, liefert uns bitte den Strom den wir für die Herstellung eurer Autos brauchen. Da würde für uns kaum noch etwas übrig bleiben, schon gar nicht wenn alle mit Wärmepumpen heizen. So sieht´s aus.

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Peter Gasser 12.04.2019, 17:05

... das ist mir alles klar. Aber im Klimabericht steht:
„Abkehr von fossilen Energieträgern und Nutzung regional vorhandener regenerativer Energiequellen: Südtirol deckt den Energiebedarf weitgehend unabhängig von fossilen Energieträgern“.
Also: „Südtirol deckt den Energiebedarf weitgehend unabhängig von fossilen Energieträgern“: meine Frage bleibt: wieso ist es dann billiger, mit importiertem Alperiagas („fossiler Energieträger“) zu heizen als mit einer Wärmepumpe mit heimischer regenerativer Energie? ... das wird ja (zur Zeit wohl falsch?) politisch gelenkt.

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Hans Hanser 13.04.2019, 08:39

PG, sonst wissen Sie auch immer alles. Haben Sie nie überlegt, dass der Alpenraum, der überwiegend mit Laufwasserkraftwerken bestückt ist, im Winter nicht ausreichend Energie liefern kann? Glauben Sie wirklich, dass immer größer werdende Skipisten, Beschneiungsanlagen und Hotels in den Wintermonaten mit dem Rinnsal einiger Wasserkraftwerke versorgt werden können? Es genügt ein Blick in Chr. Guflers Buch um zu wissen, dass die großen Kraftwerke in Südtirol nicht dazu bestimmt sind, Hinz und Kunz hierzulande zu versorgen, sondern für die Lombardei und Venetien erdacht waren.
Woher wissen Sie, dass Ihre Wärmepumpe mit Alperia-Wasserkraft-Strom läuft, haben Sie dafür Belege?
Einen Kommentar zu Paul Stubenruss' Ergüssen verkneife ich mir besser und zitiere Goethe: "Unwissende werfen Fragen auf, welche von Wissenden vor tausend Jahren schon beantwortet sind".

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Paul Stubenruss 13.04.2019, 10:32

Sie ergänzen ja nur was ich angeschnitten habe und wenn mein Kommentar mit Unwissenheit zu tun hat dann gilt das genauso für Ihr Kommentar. Zur Erinnerung: Salto mag nicht gerne persönliche Angriffe.

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Hans Hanser 13.04.2019, 11:08

Ich habe Sie als Unwissenden bezeichnet, da Sie auf die klare Frage von PG warum er Gasheizungen nutzt, wenn Südtirol Überschüsse aus Energie aus Wasserkraft vorweisen kann, nur abstruse Antworten geben und auf einen Link verweisen, der mit Ihrem Unternehmen (?) zu tun hat.
Eine Auseinandersetzung inhaltlicher Natur mit der aufgeworfenen Frage sieht wahrlich anders aus. Da Ihnen die Bezeichnung "Unwissender" nicht zu gefallen scheint, beantworten Sie bitte sachlich PGs Frage - aber bitte nicht mit an den Haaren herbeigezogenen Theorien über Energiekonsum in der Autobranche (die Produktion dieser Teile findet zu einem Großteil außerhalb ST statt). Wellenkraftwerke können interessant sein, aber deren Nutzungsbereich dürfte in Südtirol erschreckend gering sein. Im Übrigen sieht es ganz danach aus als würden Sie sich mehr mit irgendwelchen wenig fundierten Theorien befassen als durch Sachkenntnis in der Materie zu überzeugen.
Lesen Sie Chr. Guflers Werk, es ist sehr informativ und beantwortet etliche Sachfragen mit einfachen Antworten - Ihre Klimatheorien haben Sie bereits andernorts zum Besten gegeben und Sie wurden vollkommen demaskiert.
Salto muss und kann besser werden. Dazu gehört es aber (Verschwörungs)theoretikern wie Ihnen wenig Beachtung zu geben, was ich hiermit vollziehe. Dies wird nämlich mein letzter Kommentar zu Ihrem wenig sachlich unterlegtem und herbeigezogenem Halbwissen sein.

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Paul Stubenruss 14.04.2019, 13:33

Ohne Salto für Auseinandersetzungen zu missbrauchen und mit aufgeladenen Kommentaren zu zu müllen, können Sie gerne mein Kontaktfeld des Portals www.weltbedrohungen.org benützen und berichtigen was zum Klimawandel und zu Greta Thunberg falsch ist. So kommen wir sicher gemeinsam zur Wahrheit und in diesem Sinne würde ich gerne meine Aussagen zum Klimawandel korrigieren. Das Kapitel Klima möchte ich gerne alsbald abschließen und mich den weiteren Weltbedrohungen widmen. Nehme dazu gerne Ratschläge an.

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Paul Stubenruss 12.04.2019, 17:55

An die Mär das man mit Windräder, Solarzellen und Bioenergie den Energiebedarf der Welt decken kann glaubt weltweit nur Deutschland. Und wenn Deutschland so weitermacht dann verschwinden alle Wälder um den Windrädern Platz zu machen, dies damit Vögle und Insekten biologisch geschreddert werden. Was noch übrig bleibt stirbt durch die Monokulturen für den ach so bio Biodiesel. Der Publizist Broder hat es treffend gesagt: Wäre Deutschland überdacht dann wäre es eine geschlossene Anstalt.

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Paul Stubenruss 12.04.2019, 18:45

Einem möglichen Vorwurf, umweltfreundliche Stromerzeugung interessiere uns nicht, möchte ich zuvorkommen.Ein überaus großes Potential an möglicher Stromerzeugung sind Wellenkraftwerke und diese stören die Umwelt in keiner Weise, sondern verhindern sogar dort wo sie laufen die Raubfischerei. Dafür haben wir Studien gemacht, und hätten dafür auch einen Teil der Technik liefern können. Rest wäre Aufgabe von Schiffswerften gewesen. Es wurden auch schon viele Wellenkraftwerke (ohne uns) gebaut, nur waren es immer vorwiegend Betrügereien von Großkonzernen um massive Förderungen zu bekommen und am Ende sind die Anlagen auf den Schrottplatz gelandeten. Als Beispiel eines solchen Großkonzernes nenne Bosch Rexroth aus dem Bio-Land Deutschland mit dem Kraftwerk Oyster.
Unsere Studien zu Wellenkraftwerke http://www.klarwasserhydraulik.eu/erneuerbare-energie/wellenkraftwerke.html
und Strömungskraftwerke. http://www.klarwasserhydraulik.eu/erneuerbare-energie/stroemungskraftwer...

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