Missbrauch, Kirche
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Missbrauch

Unabhängige Aufklärung

Eine unabhängige Experten-Kommission soll sich künftig um Fälle von sexueller Gewalt und Missbrauch in kirchlichen Institutionen und öffentlichen Einrichtungen kümmern. 
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Der entsprechende Antrag seitens des Team K wurde im Rahmen der gestrigen (12. Mai) Landtagssitzung mit 29 Ja und einer Enthaltung angenommen. Kern des Antrages soll die Einrichtung einer von Kirche und öffentlicher Hand unabhängigen Experten-Kommission sein, zu deren Aufgabe die Aufarbeitung von Fällen sexueller Gewalt und sexuellem Missbrauch in kirchlichen Institutionen und öffentlichen Einrichtungen zählt. Die Entwicklung von Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen, welche die Kommission dann dem Landtag als Vorschläge unterbreitet, gehört zu den weiteren Aufgaben der Kommission. Vorgesehen ist die Einrichtung eines ständigen Gremiums, wo die Opfer therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen können. Auch sollen weitere Studien in Auftrag gegeben werden, um eine umfassende Aufarbeitung des Phänomens in Südtirol zu gewährleisten, auch Initiativen und Sensibilisierungsmaßnahmen für die Bevölkerung sind vorgesehen. „Es freut uns, dass die Arbeitsgruppe, in welcher Landesrätin Waltraud Deeg, verschiedene Funktionäre und Vertreter der Kirche eingebunden waren, sowie die anschließende Kompromiss-Suche mit der SVP, ihre Früchte getragen hat und wir einen Beschlussantrag formulieren konnten, der die breitest mögliche Unterstützung im Landtag habe. Durch die Annahme dieses Beschlussantrages erfahren die Missbrauchsopfer zumindest eine kleine, wenn auch reichlich späte, Gerechtigkeit”, erklärte Antragsteller Franz Ploner. 
 
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Franz Ploner: „Durch die Annahme dieses Beschlussantrages erfahren die Missbrauchsopfer zumindest eine kleine, wenn auch reichlich späte, Gerechtigkeit.” (Foto: Team K)
 
Begrüßt wird die Mehrheitsentscheidung des Landtages von Gottfried Ugolini, Leiter des diözesanen Dienstes für Prävention. Die Annahme des Beschlussantrages sei ein wichtiger Schritt, damit betroffene Frauen und Männer ernst genommen und ihr Leid anerkannt werden können. „Gleichzeitig geht es darum, dass sexualisierte Gewalt in Südtirol als soziales Phänomen in allen gesellschaftlichen und kirchlichen Institutionen und im familiären Bereich wahrgenommen wird“, so Ugolini, der betont, dass in Südtirol eine Erhebung über die Vorfälle und die Aufarbeitung in allen Bereichen notwendig sei. Außerdem bestehe der Bedarf an einer eigenen Anlaufstelle für sexualisiere Gewalt, damit sich betroffene Menschen melden können, auch wenn ihre leidvollen Erfahrungen bereits verjährt sind. „Ihnen sollen Unterstützung und Maßnahmen zur Anerkennung des Leids zugesichert werden“, ist Ugolini überzeugt. 
 
 

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