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Corona-Impfung

Immunität nur durch eine Impfung?

Die Impfung gegen Covid-19 führt bei ca. 60% der Geimpften zu mehr oder weniger starken Nebenwirkungen. Ganzheitliche Überlegungen zur Thematik sind mehr als notwendig.
Community-Beitrag von Josef Mulser13.04.2021
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Die aktuelle Corona-Pandemie offenbart auch eine schwere Krise der traditionellen westlichen Schulmedizin. Diese ist in vielen Bereichen vorwiegend zu einer Maschinenmedizin mutiert, in der Vorsorge und Prävention (außer vielleicht Zähneputzen) keine wirkliche Rolle mehr spielen. Die dualistische Sicht der Wirklichkeit und der Trennung zwischen Körper und Geist/Bewusstsein mit der Fokussierung auf das Körperliche/Materielle hat zur Folge, dass der Einfluss von Psyche und Seelenleben (chronischer Stress, Angst, Traumatisierung, soziale Isolation, usw.) auf unsere Gesundheit/Krankheit völlig unterschätzt bzw. gar nicht gesehen wird. Es ist daher nur eine logische Konsequenz, dass für die Schulmedizin nur die technische Immunität durch Impfungen relevant ist und die angeborene, natürliche Immunität (die wir selber stärken oder schwächen können), wenn überhaupt, dann höchstens in einer Fußnote erwähnt wird.  

Unsere menschliche Natur ist sehr intelligent und schützt sich – vereinfacht dargestellt -  vor Infektionen durch zwei Abwehrsysteme, durch die angeborene zelluläre Immunität und die erworbene humorale Immunität (durch Bildung von Antikörpern nach durchgemachten Infektionen und auch nach Impfungen). Die zelluläre angeborene Immunität wird durch Kontakt mit Keimen voll ausgebildet und zeitlebens ständig trainiert (u. a. nehmen Kleinkinder auch deshalb alles in den Mund, um ein gutes Immunsystem zu entwickeln). In unserem Darm leben ungefähr 1.5 kg Keime (Bakterien, Viren, usw.), welche für eine gute angeborene Immunität enorm wichtig sind, sofern ein entsprechendes Gleichgewicht zwischen ihnen herrscht. Diese Bakterien und Viren sind in diesem Falle nicht  unsere „Feinde“, sondern ausgezeichnete Helfer für unsere Gesundheit. Die Folgen sind uns bekannt, wenn dieses Gleichgewicht durch eine Antibiotikatherapie durcheinandergebracht wird, und noch schlimmer, wenn pathogene und resistente Keime sich trotz Antibiotikatherapie ungehindert vermehren können. Das humorale Immunsystem mit der Bildung von Antikörpern wird normalerweise erst nach der Geburt allmählich über durchgemachte Infektionen (und durch Impfungen) aufgebaut, da ein Kleinkind ja zunächst Antikörper über die Muttermilch aufnehmen kann.

Wenn nun ein Großteil der Menschen, die sich mit Covid-19 infizieren, asymptomatisch bleiben oder nur leicht erkranken, ist dies (neben einer ev. geringen Viruslast??) einer guten angeborenen zellulären Immunität geschuldet und somit eine gute Nachricht. Gleichzeitig bedeutet dies aber, dass wir uns um den Schutz bzw. Stärkung dieser Immunität besonders kümmern müssen, und eine Impfung eher als „Ultima Ratio“ sehen sollten. Fakt ist, dass diese angeborene zelluläre Immunität weltweit geschwächt bzw. schwächer wird. Die Gründe dafür sind neben körperlicher vor allem auch psychosozialer Natur. Können oder wollen wir die diesbezüglichen Ursachen sehen/erkennen  und entsprechend handeln? Wie schaut es aus mit Vorsorge und Prävention auf individueller und gesellschaftlicher Basis?

Während das Alter als Risikofaktor beim aktuellen Infektionsgeschehen nicht beeinflussbar ist, sind Vorerkrankungen mit Schwächung des Immunsystems nicht schicksalhaft und jeder von uns hat die Möglichkeit, sie zu begünstigen oder zu minimieren. Und was unternimmt das öffentliche Gesundheitssystem bezüglich Vorsorge und Prävention? Wir haben ein sog. Department für Vorsorge und Prävention - was tut es wirklich? In den meisten Regionen mit schweren Verläufen und Todesfällen an oder mit Covid-19-Infektion finden sich ein hoher Grad an Luftverschmutzung, ein übermäßiger Einsatz von Pestiziden und ein gut ausgebautes 5G-Netz mit entsprechender elektromagnetischer Belastung. Nur ein Zufall oder ein Grund, auf diese und andere Belastungsquellen für unsere Gesundheit genauer hinzuschauen und entsprechend zu handeln?

Wir werden mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit mit Impfungen das aktuelle Infektionsgeschehen unter Kontrolle bringen. Aber es ist eine Illusion zu glauben, in Zukunft vor neuen, vielleicht noch schwereren Infektionen, verschont zu bleiben. Gleichzeitig wird ein tieferer Zusammenhang der aktuellen Gesundheitskrise mit der gesellschaftlichen Krise (z. B. Zunahme der Armut einerseits und Vermögenskonzentration in Konzernen und wenigen Einzelpersonen andererseits) und dem Klimawandel immer offensichtlicher. Mit AHA-Regeln, Testen und Impfen alleine wird es also nicht getan sein. Ein ganzheitlicher Blick auf Gesundheit und Krankheit ist nötiger denn je. Unser künftiges Denken und Handeln hat sich daher an der Lebensrelevanz und nicht an der Systemrelevanz zu orientieren. Und diesbezüglich ist die traditionelle westliche Schulmedizin als erste gefordert.

Josef Mulser (Arzt für Allgmeinmedizin)

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Kommentare

Bild des Benutzers Johannes Schmied
Johannes Schmied 14.04.2021, 08:11

Sehr geehrter Herr Mulser,
vollumfängliche Zustimmung zu Ihren Ausführungen (nur beim 5G scheinen Sie nicht Fachmann zu sein) und wichtige Überlegungen - auch für mich persönlich, der einen BMI von gut 30 hat :-(.
Trotzdem oder gerade deshalb eine Nachfrage: im Untertitel schreiben Sie von "Nebenwirkungen"; m.E. handelt es sich bei den 60% nicht um Nebenwirkungen, sondern um Impfreaktionen, die nach max. 2 Tagen abklingen, richtig oder falsch?
Besten Dank

Bild des Benutzers Thomas Strobl
Thomas Strobl 14.04.2021, 19:37

Ich möchte mich dieser Frage anschließen und auch gerne wissen, warum Impfen in unserer gegenwärtigen Situation "ultima ratio" sein soll; die Impfung dürfte ja - anders als die jahrzehntelang breitflächlich gestreuten Antibiotika-Gaben an Mensch und Tier - keine negativen Auswirkungen auf das Immunsystem haben. Der Beitrag versucht - verpackt in suggestiv wirkende Binsenweisheiten - einige bekannt unverdauliche Versatzstücke aus dem komplementären Parallel-Universum der "alternativen Fakten". Und dass von dieser Seite die Schule für einen pejorativ-untergriffig gemeinten Zusatz in "Schul"-Medizin missbraucht wird, statt z. B. von evidenzbasierter Medizin zu sprechen, ist nicht neu, aber vielsagend.

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Georg Lechner 15.04.2021, 17:48

Nachdem physikalische Methoden (Umluftfiltration) leider nicht in Betracht gezogen wurden (obwohl sie auch gegen frühere und zukünftige Atemwegsviren wirken würden) und die Lockdowns nicht im nötigen Umfang befolgt werden, bleibt wohl nur das Impfen, um eine Überlastung der Intensivstationen zu vermeiden.

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Christian I 14.04.2021, 08:27

Sehr schöner Artikel Dr. Mulser! Unsere beste Freunde im Darm werden immer wieder vergessen...

Bild des Benutzers Christian I
Christian I 14.04.2021, 08:48

Die Medizin macht keine richtige PRIMÄRE Prävention mehr. Täglich werden wir von Zahlen, Theorien und Impfdiskussionen überschwemmt, aber NICHT EIN WORT über primäre Prävention: Lebensstil, Ernährung, Integration wichtiger Mineralien und Vitamine, Stärkung des Immunsystems/Darmflora, Stressbewältigung.

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Manfred Gasser 14.04.2021, 08:42

In vielem stimme ich zu, nur eine kleine Anmerkung.
Wenn Sie schreiben "Fakt ist, dass diese angeborene zelluläre Immunität weltweit geschwächt bzw. schwächer wird", wäre eine Quelle, die diesen Fakt bestätigt sehr angebracht, ansonsten ist es Ihre Meinung, die Ihnen niemand absprechen kann, aber eben kein Fakt.

Bild des Benutzers Christian I
Christian I 14.04.2021, 13:13

Ein interessantes Beispiel für "Maschinenmedizin" findet man zufällig heute auf suedtirolnews in einem Kommentar von "Krotile": "90 bzw. 95 %iger Schutz ist besser als KEIN Schutz! Man wird sich weiter entwickeln und irgendwann auch einen 100%igen Schutz bekommen." (https://www.suedtirolnews.it/chronik/moderna-stuft-impfstoff-wirksamkeit...). Monate lang wurde mit Corona-Zahlen und Impfversprechen bombardiert, so wundert es mich nicht, wenn der Durchschnittsbürger nicht ein mal mehr weiss, für was er ein Immunsystem hat, wie dieses funktioniert und noch wichtiger dazu, wie man es stärken kann und soll, damit man nicht ohne Schutz ist wie "Krotile" schreibt.

Bild des Benutzers Bernd Zagler
Bernd Zagler 14.04.2021, 17:01

Lieber Kollege Mulser, lieber Josef, vielen Dank für deinen Beitrag! Auch ich finde, dass psychoneuroimmunologische wie auch biosoziale Aspekte leider viel zu wenig Aufmerksamkeit finden (auch ich habe Prof. Schubert gelesen :-). Insofern sehe ich die Zukunft in der „integrativen Medizin“, die für den Patienten versucht, das Beste aus der Schulmedizin und der Komplementärmedizin zu schöpfen.

Bild des Benutzers Erwin Demichiel
Erwin Demichiel 17.04.2021, 18:53

Danke für den Beitrag. Es ist immer wieder schön (und leider zu selten), Beiträge von Ärzten zu lesen, die eine ganzheitliche Sicht von Gesundheit und Krankheit haben.
@Thomas Strobl: ich würde sagen, die Aussagen des Autors bezüglich humoralem und zellulärem Immunsystem (und dass wir letzteres selber stärken bzw. schwächen können) sind durchaus Teil der "evidenzbasierten Medizin". Sie werden von ihr aber trotzdem in der aktuellen Realität fast völlig ignoriert – zu meinem allergrößten Bedauern sogar vom Immunologen Prof Gänsbacher.
@Johannes Schmied: wenn wir den Aussagen in diesem Salto Artikel https://www.salto.bz/de/article/18032021/beunruhigende-fragen
und in der entsprechenden öffentlichen Datenbank
http://www.adrreports.eu/de/search_subst.html#
Glauben schenken können, dann gibt es beides: sehr ernstzunehmende Verdachtsfälle von „Nebenwirkungen“ und „kurzzeitige Impfreaktionen“.

Bild des Benutzers Erwin Demichiel
Erwin Demichiel 17.04.2021, 19:10

Ich muss meine Aussage zum Kommentar von @Johannes Schmied relativieren: hab übersehen, dass er sich auf die genannten 60% bezogen hat. Tut mir leid.

Bei der Gelegenheit möchte ich noch der Südtiroler Gesellschaft für Allgemeinmedizin für ihre kritische Stellungnahme zum Impfzwang für Gesundheitsberufe meine Hochachtung aussprechen. Die Zeiten sind so, dass man dafür Mut braucht. Ich vermute, unter Ministerpräsident Conte wäre ein solcher kaltschnäuziger Tabubruch nicht passiert. Der Weltbanker Draghi hält sich (wohl sozialisationsbedingt) mit ethischen Überlegungen und ähnlichem Gelaber nicht lange auf.

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