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Oswald Stimpfl
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Ausflug der Woche

Zum Gasthaus und der Ruine Rafenstein

Mehrere Wege führen zum heutigen Ausflugsziel, das zur unverwechselbaren Silhouette des Bozner Landschaftsbildes gehört.
Kolumne von
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Oswald Stimpfl15.06.2019
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Auf einem weithin sichtbaren Felsenhügel steht die Burgruine am Eingang zur Sarner Schlucht und gehört zur unverwechselbaren Silhouette des Bozner Landschaftsbildes. Bis zum Burghügel ziehen sich die Weinberge der besten Lagen Südtirols hin. Zum Schloss gehört auch der Bauernhof, allgemein „Schlosser“ genannt, einst musste der Bauer für den Unterhalt der Schlossbewohner sorgen, heute ist dort ein gut geführter Gasthof untergebracht, das Schloss unbewohnt und zur Ruine verfallen. Der Gasthof Rafenstein ist im Frühjahr Treffpunkt sonnenhungriger Bozner, im Herbst viel besuchtes Törggelelokal. 

 

Der Wanderweg

 

Mehrere Wege führen zum Gasthaus und der Schlossruine Rafenstein:

Einmal der alte, einst mit groben Steinen gepflasterte Zugang vom Talboden, von der Talstation der Jenesier Seilbahn startend (Nr. 2), ist jetzt ein Asphalt- und Betonband, das sich gnadenlos steil zu Burg und Gasthaus hochwindet, es ist etwas für höhenmeterfressende „Uphiller“. 

Bequemer geht es mit der Seilbahn in die Höhe und auf dem Weg Nr. 2, von der Senke zwischen Bergstation und dem Dorf Jenesien, durch den Wald bis nach Rafenstein.

 

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Ein weiterer Weg startet in Gries, geht über die Guntschnapromenade zur Jenesier Straße, überquert sie und geht von dort am markanten Wohnkomplex Reichsrieglerhof vorbei zum Winterlehof und weiter bis zum Steinwenterhof (im Umbau begriffen). Dort biegt rechts der markierte Weg 5/A ab, geht in einer Schleife den Garben des Fagenbaches aus, stößt auf die Straße zum Weiler St. Georgen, folgt ihr kurz bergab und biegt bei den Häusern links in den Rafensteinerweg ab. Mit der Nr. 1/A markiert, bringt er uns, zuerst eben und asphaltiert, dann bergauf als Güterweg, zum Bauernhof Schleifer und dann nach Rafenstein. Wer nach der Einkehr und der Schlossbesichtigung den extrem steilen Talweg vermeiden möchte, geht von Rafenstein am besten zur Bushaltestelle an der Jenesierstraße und nimmt den regelmäßig verkehrenden Bus in die Stadt. Fahrplan unter www.sii.bz.it

Strecke 6,6 km

Gehzeit 2 h 30’

Aufstieg 550 m

 

Zur Geschichte der Burg Rafenstein

 

Die Gründung der Burganlage zu Beginn des 13. Jh. geht auf den damaligen Landesherren, den Fürstbischof von Trient, Friedrich von Wangen, zurück. Nach den Kriegen zwischen dem Bischof Heinrich von Trient und Graf Meinhard II. von Tirol wurde die damals recht kleine Burganlage zerstört und erst Jahrzehnte später wiederaufgebaut. Anschließend diente die Burg der Überwachung und Kontrolle der Bozner Altstadt durch Richter und Lehnsherren. Im ausgehenden 15. Jahrhundert wurde sie erweitert, ein Palais und die Eckrondelle kamen hinzu, sie wurde mit Ziegeln eingedeckt. Um das Jahr 1600 kam sie an die adelige Familie von Wolkenstein-Trostburg, deren weitgereister Spross Marx Sittich von Wolkenstein, -er war der Sohn des Landeshauptmannes von Tirol, lebte lange Zeit in Rom, am Hofe Kaisers Philipp II in Spanien und in den Niederlanden- ließ sich auf der Burg nieder und baute sie zu einem prächtigen Renaissanceschloss aus. Er verfasste hier die “Beschreibung von Südtirol", ein viel zitiertes ausführliches Geschichtswerk. Ende des 18. Jh. verließen die Wolkensteiner die Burg, sie verfiel zusehends. 1797, in der Schlacht von Jenesien, hielt sich eine französische Besatzung darin auf, die Burg Rafenstein wurde von den Österreichern beschossen und schwer beschädigt. Erste Sicherungsmaßnahmen erfolgten 1897 durch die damaligen Besitzer Grafen Toggenburg, welche sie in den 30er Jahren des letzten Jh. der Familie Unterkofler, dem Schlosserbauer, verkauften. Der Heimatschutzverein Bozen trieb die Sanierung voran, die 2014 abgeschlossen wurde. Führungen sind in Absprache über die Stiftung Bozner Schlösser möglich. Tel. 0471-329808

 

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Die Einkehr

 

Gasthaus Restaurant Rafenstein, 

Ein Eckpfeiler der hausgemachten Südtiroler Spezialitäten wie Schlutzkrapfen, Knödel und Kaiserschmarren. Bekannt die großen Wienerschnitzel und die guten Kuchen und Torten sowie das Tiramisù. Hervorragend die guten Weiß- und Rotweine. Im Herbst gibt’s Törggelegerichte und dazu die gerösteten Kastanien.

Rafensteinerweg 38, Tel. 0471 971697 Dienstag Ruhetag, Ferien von Juli bis Mitte September. Küche: 12 - 14 (am Abend für Gruppen auf Vorbestellung); Samstag und Sonntag von 18 – 22 Uhr.

 

Anfahrt:

Zur Seilbahn Jenesien, an der Talstation im Flussbett Parkplatz

Für den Fußweg: Start in Bozen, Stadtteil Gries, bei der alten Grieser Pfarrkirche.

Für die Autofahrer: von der Jenesier Straße biegt ein guter Fahrweg nach Rafenstein ab. 

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