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Salto Afternoon

Lieber gleichberechtigt als später

Was am Tag der Chancengleichheit alles passieren kann und wird.
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2015:

Die Südtiroler Designerin Sandra Sordini präsentiert ihr Projekt Contro verso. Das Motto: „Schluss mit Blumen, reden wir!“.

Im selben Jahr feierte der Beirat für Chancengleichheit sein 25-jähriges Jubiläum und pflanzt zu diesem Anlass eine Seidenakazie.  

 

September 2016:

In Südtirol wird der erste „Tag der Chancengleichheit“ ins Leben gerufen.

Der im Vorjahr gepflanzte Baum blüht.

 

September 2017:

Am kommenden Samstag, dem 16. September, jährt sich der Tag der Chancengleichheit zum ersten Mal.

Das Frauenmuseum Meran und der Landesbeirat für Chancengleichheit zeigen zu diesem Anlass eine Ausstellung, die unter anderem auf die Arbeit Contro Verso von Sandra Sordini aufbaut.

 

Das Pakat zu Contro verso

Das Pakat zu Contro verso, Foto: Sandra Sordini

Die Geschichte rund um die Symbolik von Frauen und Pflanzen ist alt, auch in der Kunst. Bis ins späte 19. Jahrhundert waren Akte, Genre- oder Historienmalerei männlichen Malern vorbehalten; Frauen durften, wenn überhaupt, nur Landschaften, Stillleben und Blumen malen. Der Spieß wurde umgedreht, als feministische Künstlerinnen wie Judy Chicago die Symbolik von Blumen aufgriffen, um die damit einhergehenden Konstrukte von Weiblichkeit, Sinnlichkeit und Fruchtbarkeit zu kritisieren.

Der Chancengleichheitsbaum in Schloss Trauttmannsdorff

Der Chancengleichheitsbaum in Schloss Trauttmannsdorff, Foto: Chancengleichheit Südtirol

 „Gärten haben im Leben von Frauen schon immer eine besondere Rolle gespielt“ so Franca Toffol am ersten Tag der Chancengleichheit, der in den Gärten von Schloss Trauttmannsdorff gefeiert wurde. Die Entscheidung, den diesen Tag in einem Ort zu feiern, der traditionell oft Frauen zugeschrieben wird, darf kritisch hinterfragt werden. Denn ja, jeder Ort trägt eine symbolische Konnotation in sich. Bedenklich ist eine derartige Entscheidung jedoch nicht, solange eine bewusste Auseinandersetzung mit der Symbolik stattfindet. Glücklicherweise wird der diesjährige Tag der Chancengleichheit nicht im Rahmen einer Küchen-Kochshow gefeiert, sondern in einem Museum, einem Ort, der in der Vergangenheit oft männlich geprägt war, und dessen Konnotation in den letzten Jahren auch in Südtirol bewusst dekonstruiert wurde.

Die Ausstellung Contro verso 2015

Die Ausstellung Contro verso 2015, Foto: Sandra Sordini

Auch Sandra Sordini setzt sich in ihren Arbeiten mit Raum und Visibilität auseinander. Bei ihrem Projekt Are galleries only for artists? forderte sie durch einen Open Call auch Nicht-KünstlerInnen auf eigene Kunstwerke zu präsentieren, um die Exklusivität des Ausstellungsraumes zu hinterfragen. Gerade in einem Museum wie dem Frauenmuseum ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem Ort unabdingbar. Wer repräsentiert hier wen? Und wie kann man das binäre zweigeschlechtliche System in einem FRAUENmuseum hinterfragen?

Das Ziel des Projektes Contro verso ist Aufmerksamkeit über genderspezifische Themen zu schaffen: Aus Interviews und Workshops sind verschiedene Stimmen und Meinungen zum Thema Geschlecht, Liebe & Sexualität, Schönheitskanons, Normalität und Macht hervorgegangen, die zu Diskussionen anregen sollen. Mit einer ausdrucksstarken, provokativen aber auch spielerischen Bildsprache kreiert Sordini eine nicht nur inhaltlich, sondern auch ästhetisch interessante Auseinandersetzung mit genderspezifischen Themen..

Plakat Lieber Gleichberechtigt

Frauenmuseum Meran

 

Den Preis für besten Ausstellungstitel hat sich das Frauenmuseum schon verdient: Lieber GLEICHberechtigt als später! impliziert den Zeitdruck der Veränderung, aber auch die rechtmäßige Frage, was sich in den letzten Jahren in Südtirol konkret verändert hat.

Man darf gespannt und kritisch sein.

 

 

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Kommentare

Bild des Benutzers gorgias

Gerade in einem Museum wie dem Frauenmuseum ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem Ort unabdingbar. Wer repräsentiert hier wen? Und wie kann man das binäre zweigeschlechtliche System in einem FRAUENmuseum hinterfragen?

Am besten sich selbst ein Bein stellen.

Nebenbei als Bidirectionaler Trangender (Ein Mann der sich als eine Frau Identifiziert die sich wiederum als Mann identifiziert) auch bekannt als Retroversen Transgender, fordere auf das Frauenmuseum wegen seiner cisgenderischen mich excludierenden Grundauslegung aufzulösen.

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