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Berge

Unruhezone Alpenverein

AVS-Chef Georg Simeoni protestiert in einem offenen Brief, dass man die geplanten Wildruhezonen mit den Jägern und Bauern absprechen. Nicht aber mit dem Alpenverein.
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Georg Simeoni ist keiner, der lange um den heißen Brei herumredet. Auch wenn er schreibt, ist der Präsident des Südtiroler Alpenvereins, kurz, klar und deutlich. „Der Alpenverein begrüßt grundsätzlich die Schaffung von Wildruhezonen, sofern die Erfordernisse bezüglich deren Errichtung nachvollziehbar sind“, heißt es gleich im ersten Satz. Dann folgt das Aber: „Die Schaffung von Wildruhezonen, die alleine darauf ausgerichtet ist, einzelnen Interessensgruppen Genüge zu tun, rechtfertigt keinesfalls die Abschaffung des vom Alpenverein geforderten freien Zugangsrechtes im alpinen Raum.“
Es sind die ersten Zeilen eines „offenen Briefes“ den der Südtiroler AVS-Chef am Mittwoch an die beiden Landesräte Richard Theiner und Arnold Schuler, sowie zur Kenntnis an den CAI, den Dachverband für Natur- und Umweltschutz, den Südtiroler Gemeindenverband, dem LTS, HGV, der IDM und den Amt für Naturparke und für Jagd und Fischerei geschickte hat.
Es ist ein Protestschreiben in dem der Vorsitzende eines der größten Südtiroler Vereine, energisch ein Mitsprachrecht bei einer anstehenden Neuerung einfordert.
 

Die Wildruhezonen

 
Mitte Jänner dieses Jahres trat eine neue Durchführungsbestimmung zur Jagd in Südtirols Nationalparks in Kraft. Mit dieser Durchführungsbestimmung kann das Land autonom die Jagd in den Südtiroler Naturparks regeln. Darin enthalten ist aber auch eine Bestimmung, die vorsieht, dass fünf bis zehn Prozent der Naturparkflächen zu Wild-Ruhezonen mit Jagdverbot ausgewiesen werden. Man will damit Schonzonen für die Wildtiere schaffen.
Politisch gewollt, auch um einen Aufschrei der mächtigen Jägerschaft zu vermeiden, hat man bereits damals nicht nur ein Jagdverbot angedacht, sondern es sollen in diesen Ruhezonen auch andere Freizeitaktivitäten wie Schneeschuhwandern, Tourenski oder Mountainbiken untersagt werden.
 
Simeoni, Georg
Kämpferischer AVS-Präsident Georg Simeoni: "Der Alpenverein sowie andere Interessensvertreter der Bevölkerung wurden nicht miteinbezogen."
Die neuen Ruhezonen sollenTeil eines Gesetzesentwurfes sein, den die Landesregierung noch in dieser Legislatur verabschieden will. Die zuständigen Landesämter haben deshalb konkrete Vorschläge ausgearbeitet, die in den vergangenen Monaten allen vor an mit dem Jagdverband aber auch mit den betroffenen Grundeigentümern abgesprochen wurden.
 

Kämpferischer AVS

 
Der AVS hatte bereits Anfang des Jahres in einem Schreiben an den zuständigen Landesrat Richard Theiner ersucht, bei der geplanten Ausweisung und dem Entwurf des Landesgesetzes miteinbezogen zu werden. Genau das hat Theiner dann auch in einem Schreiben an Georg Simeoni vom 26. Jänner 2017 zugesichert.
Gekommen ist es jetzt aber anders. Der AVS wurde außen vorgelassen. „Der Alpenverein sowie andere Interessensvertreter der Bevölkerung wurden nicht miteinbezogen“, protestiert Simeoni in seinem offenen Brief. Und weiter: „Auch war es bislang im Vorfeld dieser Vorstellungen nicht möglich, in die Entwürfe Einsicht zu nehmen.
Dass sich die AVS-Spitze sich jetzt energisch wehrt, liegt aber nicht nur an der Methode mit der das Land hier vorgeht, sondern auch am Inhalt. Georg Simeoni: „Die vorgeschlagenen Maßnahmen in den Wildruhezonen beinhalten nämlich ein weitreichendes Betretungsverbot, was der Alpenverein auch im Interesse der gesamten Bevölkerung nicht akzeptiert.“
Der Südtiroler AVS-Chef stellt in dem Brief der Politik auch gleich die Rute in Fenster:„Durch diese Vorgehensweise sind Abänderungen der geplanten Wildruhezonen wohl nur mehr im Rekurswege möglich.
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