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Genossenschaften

30 Jahre Sprache und Kultur

Die Bildungseinrichtung für Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kommunikation „alpha beta piccadilly“ feiert ihr 30-jähriges Bestehen.
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Ein Interview mit Geschäftsführer Paul Hammond.

Herr Hammond, was macht die Genossenschaft „alpha beta piccadilly?“
Paul Hammond:
Die Genossenschaft ist eine Einrichtung zur Förderung der Mehrsprachigkeit und der interkulturellen Kommunikation. Wir bieten Sprachkurse in Englisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Französisch und Russisch an. Wenn wir genug Anfragen von Teilnehmern bekommen, werden bei uns aber auch weitere Sprachen unterrichtet. Außerdem kann man bei uns auch Sprachprüfungen ablegen. Zusammen mit verschiedenen Flüchtlingshäusern organisieren wir Alphabetisierungskurse, wo Flüchtlinge und Migranten lesen und schreiben lernen. Diese Kurse werden vom Land finanziert. Neben den Kursen betreiben wir auch noch den „edizioni alpha beta Verlag“.

Die Genossenschaft gibt es nun schon seit 30 Jahren. Aus welcher Motivation heraus wurde sie gegründet?
Die Grundidee der Genossenschaft war es, ein kollektives Sprachangebot für Erwachsene zu schaffen. Das war bis dato in Südtirol noch nicht vorhanden. Anfangs hat sich das Angebot nur an Erwachsene mit Kursen in den Sprachen Deutsch und Italienisch gerichtet. Mit der Zeit ist die Genossenschaft aber immer größer geworden. Mittlerweile bieten wir Sprachkurse in ganz Südtirol an.

 

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(c)

Paul Hammond ist vor 30 Jahren von England nach Südtirol gekommen. Seit dem Jahr 1996 ist er Teil der Südtiroler Genossenschaft „alpha beta“. Damals hat er als Englischlehrer begonnen. Seit vier Jahren ist er Geschäftsführer der Genossenschaft.

An wen richten sich die Kursangebote?
Wir bieten Kurse für alle Alterskategorien an. Die jüngsten Teilnehmer sind drei Jahre alt, aber wir haben auch einen Teilnehmer im Alter von 86 Jahren. Viele Leute nehmen die Kurse wahr, um sich für die Arbeit weiterbilden zu können. Andere, weil sie einfach Interesse an einer neuen Sprachen haben oder die eigenen Sprachkenntnisse verbessern wollen.

Wie wissen die Teilnehmer, welcher Sprachkurs der richtige für sie ist?
Um die Sprachkenntnisse richtig einschätzen zu können, gibt es zu Beginn einen schriftlichen Einstufungstest und ein mündliches Gespräch. Die Beratung findet dann direkt im Anschluss statt. Dort werden die genauen Erwartungen, Bedürfnisse und Ziele der Interessenten abgeklärt und der jeweils eigene Lernweg definiert. Die Einstufung und die Beratung sind unverbindlich und kostenlos.

Mit welchen Methoden wird die Sprache unterrichtet?
Natürlich bestehen viele unsere Kursangebote aus einem „normalen“ Unterricht. Aber im Sommer bieten wir zum Beispiel auch Sprachcamps für Jugendliche an. Das ist dann mehr „learning by doing“. Sie müssen da nicht drei oder vier Stunden in einer Klasse sitzen. Eine andere Methode ist zum Beispiel auch unser „Tandem-Programm“. Hier kommen zwei Personen unterschiedlicher Muttersprache zusammen, um die jeweils andere Sprache voneinander zu lernen. Wichtig ist dabei, dass beide Personen zu Wort kommen. Der Ablauf der Treffen ist deshalb immer genau geregelt.

Inwiefern haben sich die Kursangebote in den vergangenen Jahren geändert?
Früher gab es viel mehr Kurse für die Zweisprachigkeitsprüfung. Heute geht es vermehrt um externe anerkannte Zertifikate. Außerdem werden mittlerweile auch einige Fremdsprachen angeboten. Im Vergleich zu früher arbeiten wir heute auch öfters mit Unternehmen und privaten sowie öffentlichen Einrichtungen zusammen

Wie sehen Sie die Zweisprachigkeit in Südtirol?
Zweisprachigkeit ist von großem Vorteil, wenn es darum geht, eine weitere Sprache zu lernen. Natürlich macht es sich auch im Lebenslauf gut, wenn man zwei Sprachen beherrscht. Besonders gut ist es, wenn Kinder schon in jungen Jahren an eine zweite Sprache herangeführt werden.

Gibt es schon Pläne für die Zukunft?
Wir sind immer wieder auf der Suche nach Ideen für neue Angebote und nach neuen Zielgruppen für unsere Kurse. Einen Stillstand gibt es bei uns nicht. Denn wenn man stehenbleibt, fällt man zurück. Wir wollen weitergehen, einen kollektiven Sprachunterricht in Südtirol anbieten und die Menschen mit unseren Angeboten zufriedenstellen.

 

 

Weitere Informationen unter: www.alphabeta.it  

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