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Landtag

Politische Bildung

Das Team Köllensperger hat einen Beschlussantrag für die Einführung des Fachs „Politischen Bildung“ in den Schulen vorgelegt. Der Vorschlag wurde heute vorgestellt.
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Die Bildung verantwortungsbewusster Bürger und Bürgerinnen mit kritischem Ansatz sollte ein vorrangiges Ziel der Schule sein“, sagt Paul Köllensperger. Der Kopf der stärksten Südtiroler Oppositionspartei hat am Dienstag zusammen mit der gesamtem Landtagsfraktion einen Beschlussantrag vorgestellt, der noch diese Woche im Landtag behandelt wird.
Der Kern des Antrages: In den Südtiroler Schulen soll der politischen Bildung deutlich mehr Raum gegeben werden. Dazu solle die Rolle der Lehrpersonen der Fächer Recht und Wirtschaft aufgewertet werden. Ihnen soll das Fach „politische Bildung“ zugeordnet werden. 
Mit einer minimalen Anpassung der Lehrpläne sollte es möglich sein, die Stunden im Fach „Recht und Wirtschaft“ zu erhöhen oder einzuführen. „Es geht darum viele theoretische, aber auch praktische Themen anzugehen, die unseren Kindern im weiteren Leben dienlich sind“, erklärte Maria Elisabeth Rieder auf der Pressekonferenz.
In vielen Oberschulen seien Themen der politischen Bildung bereits im Lehrplan des Faches Recht und Wirtschaftskunde bereits enthalten. Doch meisten beschränkt sich dieser Fachbereich auf die ersten zwei Jahren bzw. das Biennium (Schüler zwischen 14-16 Jahren). Das Team Köllensperger schlägt jetzt vor, die Zielgruppe der politischen Bildung deutlich auszubauen und den Unterricht über den Zeitraum aller 5 Schuljahre auszudehnen. „In den oberen Klassen ist das Interesse und die Reife höher und gleichzeitig der Wunsch nach Einführung des Fachs stärker“, hieß es bei der Vorstellung.
Zudem sei es ohnehin notwendig, die Lehrpläne an die jüngsten Veränderungen anzupassen, die nach der Einführung des Fachs „Staat und Verfassung“ bei der staatlichen Abschlussprüfung der Oberstufe entstanden sind.
 
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Landtagsfraktion Team Köllensperger (es fehlt Franz Ploner): Eine echte und nachhaltige Bildungsinvestition zugunsten unserer Kinder umsetzen.
 
Inhaltlich soll das Fach „Politische Bildung“ verschiedenste Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens behandeln. Auf der Pressekonferenz wurden: Institutionen von internationalen Gremien, der EU, des Staates, der Autonomen Provinz Bozen und der Gemeinden, politische Aktualität im Inland und Ausland, Arbeitsrecht, Datenschutz, Umgang mit digitalen Medien, Umweltrecht, Klimaschutz, Nachhaltigkeit angeführt. Aber auch Recht auf gesunde Umwelt und Leben, Verkehrserziehung, Vereinstätigkeiten und freiwillige Arbeit in wohltätigen Vereinen. 
Paul Köllensperger hat bereits 2015 einen ähnlichen Beschlussantrag im Landtag eingebracht. Jetzt soll die Landesregierung vom Landtag verpflichtet werden, das neue Fach in den Südtiroler Schulen einzuführen. „Es gibt dazu nicht nur eine parteiübergreifenden Konsens, sondern auch einen starken Druck und Wunsch von Seiten den Jugendlichen selbst gibt“, sagt Köllensperger. Die jungen Menschen bemängeln eine Auseinandersetzung mit diesen wichtigen Gesellschaftsthemen im Schulalltag. Auch verschiedene Schüler- und Elternvertretungen, sowie Jugendorganisationen, arbeiten seit Jahren an diesem Ziel.  
Köllensperger: „Wir hoffen nun, dass jetzt der Zeitpunkt reif ist, um diesen Konsens in eine echte und nachhaltige Bildungsinvestition zugunsten unserer Kinder umzusetzen.
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Kommentare

Bild des Benutzers Georg Lechner
Georg Lechner 14.05.2019, 19:36

Ich weiß nicht ob in Südtirol das Thema EU außerhalb des Wahlkampfs zum Europäischen Parlament auch so stiefmütterlich in den meisten Medien behandelt (de facto eher nicht behandelt) wird wie in Ö.
Wenn es so ist, dann wäre die verstärkte Behandlung im Unterricht auch wegen der Rückwirkung auf die Erziehungsberechtigten sehr wünschenswert.

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Manfred Gasser 14.05.2019, 20:09

In Südtirol gibt es nur ein EU-Thema, und da geht es um ein Dorf und einen Mann. :-)

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fr° g 15.05.2019, 10:21

Der Geschichtsunterricht sollte sich mehr der Neuzeit zuwenden.
Das Wissen über die punischen Kriege und die goldene Bulle wird abgeprüft,
nach dem 2ten Weltkrieg ist dann Schluss. Vietnam , der Jugoslawienkonflikt , Palästina u.s.w. werden nicht aufgearbeitet.

Zudem bedarf es dringend an Basiswissen zum Finanzwesen, dann wär wohl ein grosser Teil der Bevölkerung überzeugt vom Sinn einer Finzanztransaktionssteuer u.s.w.

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Der Guny 15.05.2019, 11:07

Man darf dem Volk nur Das zumuten was es auch versteht. Es hat sich in den letzten Jahren gebessert, aber Viele glauben einer Dolomiten immer noch Mehr als anderen Medien welche in Bars und Bibliotheken aufliegen.

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Karl Trojer 15.05.2019, 16:16

Ich finde diese Initiative wichtig für eine dem Gemeinwohl dienende Demokratie. Wissen über Zusammenhänge ist Voraussetzung für Demokratie und Autonomie. Dafür zu sorgen, dass junge Menschen sich ernsthaft damit auseinandersetzen können, ist Aufgabe der Schule (Mittelschulen, Oberschulen, Berufsschulen).

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Herta Abram 15.05.2019, 17:02

Politische Bildung bedeutet allerdings mehr, als die Wissensvermittlung über das Funktionieren demokratischer Institutionen, usw.– obgleich auch dies wichtig ist. Politische Bildung sollte primär zum Ziel haben, eine demokratische Grundeinstellung in der Persönlichkeit zu entwickeln und die Fähigkeit, Verantwortung für sich, die Gemeinschaft und Umwelt zu übernehmen.
Fazit:Um demokratische Überzeugungen bei Schülerinnen und Schülern zu fundieren, sollte in der guten Schule neben der konsequenten Thematisierung aktueller politischer Themen auch die Einübung in die Demokratie durch einen partizipativ gestalteten Schul- und Unterrichtsalltag Praxis werden. http://www.schule.suedtirol.it/Lasis/documents/info/2016_17/INFO_11_2016...

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Sepp Bacher 15.05.2019, 18:01

Ich kann bezüglich der aktuellen Situation und Diskussion wenig sagen. Ich möchte aber meinen langjährigen Eindruck darlegen:
Mit der Schaffung der Einheitsmittelschule in den sechziger Jahren wurde neben anderem neben Technischer Erziehung ( in Südtirol wurde dieses Fach ausgehöhlt) auch das Fach Politische Bildung eingeführt. In den Oberschulen gab bzw. gibt es andere Fächer, wo man Aktuelles diskutieren kann - hängt auch von der Lehrperson ab. In Gesamt-Italien gab es in den Siebziger- und Achzigerjahren eine viel höhere Matura-Quote als bei uns. Und als in den Neunzigerjahren dann Berlusconi zum ersten mal gewählt wurde und dann immer wieder, habe ich mich gefragt: was hat diese Bildungsoffensive mit politischer Bildung gebracht? Ist das das Resultat?
Ähnliche Situation in Südtirol mit dem Erstarken des MSI und deren Nachfolger oder auf der deutschen Seite der (eher) nationalistischen und rechten Opposition.
Vielleicht wurde darüber schon nachgedacht oder geforscht? Man muss bei dieser Diskussion auf jeden Fall diese Entwicklung miteinbeziehen!

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Hans Hanser 15.05.2019, 18:41

TK hat viele gute Ideen, diese gehört zu den gebrauchten. Wie bei allen Fächern hängt der Inhalt verstärkt davon ab von wem er vermittelt wird und dann vor allem wie. Da Lehrer Beamte sind und Beamte den Weg des geringsten Widerstands gehen, würde somit das Fach gemäß den "Vorgaben" von oben unterrichtet und die kann sich jeder nach 70 Jahren Einbahndemokratie selbst ausmalen.
Südtirols Lehrer - und damit meine ich gut geschätzte 97% - haben schlicht und einfach nicht die Courage systemkritisches Denken zu vermitteln. Somit böte die Einführung des Fachs eine Möglichkeit mehr den Wahlschafen zu helfen das Kreuzchen an der richtigen Stelle zu machen.
Bei den Wählern, die seit 20 und mehr Jahren dasselbe wählen ist eh schon Hopfen und Malz verloren. Die Hoffnung liegt bei den heute 20jährigen, diese können sich durch die Vielzahl der Informationskanäle ein gutes Gesamtbild verschaffen.

Bild des Benutzers Karl Trojer
Karl Trojer 16.05.2019, 11:01

Guter Herr Hanser, ein Dankeschön für "die guten Ideen".
Südtirols LehrerInnen sind aber, nach meiner Erfahrung, durchaus engangiert, weltoffen und gut qualifiziert ! Verbesserungen sind überall empfehlenswert, ein 97%-Angriff aber, tut weh...

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Hans Hanser 16.05.2019, 11:57

Tja, die Wahrheit ist selten gut verdaulich, muss aber trotzdem gesagt werden.

Bild des Benutzers elisabeth garber
elisabeth garber 16.05.2019, 13:47

@HH Sie schreiben also anonym, um ihre selbsterkorenen Wahrheits-Kröten verdaulicher zu machen? Wie nett! Sie haben wirklich keine Ahnung vom Betrieb Schule mit Inklusion und Migration und andauernden Sparmaßnahmen.
Es gibt die Leute, von denen sie sprechen, das sind aber ca. 20% - die gibt' s in der Privatwirtschaft auch. Also hören sie endlich auf bei jeder Gelegenheit den Sektor Schule nieder zu treten. Die 'fehlende Courage' sehe ich persönlich beim gesamten anonymen Intelligenzbestiarium - natürlich mit makelloser Systemkritik. Hinterm Buggl...

Bild des Benutzers Hans Hanser
Hans Hanser 16.05.2019, 14:10

Frau Garber, ich sehe mit Belustigung, dass Sie eine Kollegin sind, die ihre Freizeit damit verbringt, den in der Schule angestauten Frust durch emotionale Kommentare zu kompensieren, anstatt - wie viele unserer Kollegen - durch Arbeit in der Privatwirtschaft oder Spiel und Spaß mit den eigenen Kindern. Oder sonst etwas Sinnvolles.
Es tut mir sehr leid für Sie, versuchen Sie jedoch sachlich zu bleiben wie andere Kommentatoren auch. Das Fach "Politische Bildung" hat in Südtirols Schulen nichts verloren. Von wem sollte es auch vermittelt werden, von Ihnen etwa?

Bild des Benutzers Mensch Ärgerdichnicht
Mensch Ärgerdichnicht 16.05.2019, 12:03

"Institutionen von internationalen Gremien, der EU, des Staates, der Autonomen Provinz Bozen und der Gemeinden, politische Aktualität im Inland und Ausland, Arbeitsrecht, Datenschutz, Umgang mit digitalen Medien, Umweltrecht, Klimaschutz, Nachhaltigkeit angeführt. Aber auch Recht auf gesunde Umwelt und Leben, Verkehrserziehung, Vereinstätigkeiten und freiwillige Arbeit in wohltätigen Vereinen."
Diesen Lawine an Stoff will man ernsthaft mit einer "minimalen Anpassung der Lehrpläne" einführen? Das ist doch Käse!
Verkehrserziehung lernt man in der Volksschule und wenn man den Führerschein macht. Arbeitsrecht und Datenschutz ändern sich viel zu oft und zu schnell um sie als Fach durchzumachen, eine Einführung in die Grundrechte reicht da vollkommen aus. Vereinstätigkeit und freiwillige Arbeit in Onlusvereinen haben meiner Ansicht nach als Stoff in der Schule nichts verloren.
Wie schon richtigerweise von Fr°g angemerkt, schafft man es mit dem Geschichtsunterricht leider gerade mal bis zum zweiten Weltkrieg und gerade die Nachkriegszeit und der kalte Krieg wären von großer Bedeutung um die heutigen Verhältnisse auf der Welt zu verstehen. Was Politik als solche angeht, wäre ich eher dafür im Fach Philosophie das ganze durchzugehen. Es macht für mich wenig Sinn Schülern beizubringen wie viele EU und Landesabgeordnete es gibt, viel mehr sollte man verstehen was Liberalismus und Sozialismus bedeuten.
Es bleibt aber dennoch die Frage offen: woher will man die Stunden für diese Unmenge an Stoff hernehmen?

Bild des Benutzers Georg Lechner
Georg Lechner 16.05.2019, 16:37

Freilich sollte man verstehen, was Liberalismus und Sozialismus bedeuten, aber auch wissen, welche Gremien es in der EU gibt und welche Funktion sie haben. Weiters sollte Absolventen der Mittelschule der Stufenbau der Rechtsordnung bekannt sein und die verschiedenen Formen der Kapitalgesellschaften mit ihren haftungsrechtlichen Implikationen.

Bild des Benutzers Mensch Ärgerdichnicht
Mensch Ärgerdichnicht 16.05.2019, 18:01

Wieso muss ein Maturant vom WisLiz wissen wo genau der Unterschied zwischen GmbH und AG liegt? Oder warum sollte ein Abgänger der Geometerschule wissen was der EWSA macht?
Da genügt es doch wenn im ersten Fall der Maturant weiß, dass es Kapitalgesellschaften auf der einen und Personengesellschaften auf der anderen Seie gibt. Genauso reicht es vollkommen wenn der frisch gebackene Geometer weiß, dass es einen europäischen Rat, eine Kommission und ein Parlament gibt, die durch verschiedene Gesetzgebungsverfahren irgendwie alle was zu melden haben. Genau weiß das bei uns sowieso nur vielleicht 1% der Bevölkerung, die meisten wissen nicht mal wie die Regierung in Rom entsteht. Deswegen finde ich die Substanz wichtiger als die Form: egal wer, wo, was beschließt, müsste man den Beschluss als solchen bewerten können.

Bild des Benutzers Georg Lechner
Georg Lechner 16.05.2019, 19:35

Freilich ist es letztlich bedeutend, den Beschluss als solchen bewerten zu können. Wer aber nicht weiß, wer was dabei zu melden hat, fällt leicht auf irreführende Behauptungen der Demagogen herein. Besonders die Trottoirblätter geben der Kommission die Schuld, dabei müssen zur Rechtskraft sowohl EP als auch der Europäische Rat mit Mehrheit den Vorschlägen der Kommission zustimmen.

Bild des Benutzers Mensch Ärgerdichnicht
Mensch Ärgerdichnicht 16.05.2019, 20:02

Da kann ich nur zustimmen. Die Boulevardpresse, oder besser, die Seriosität eines Mediums als solches einschätzen zu können, sollte eine der Prioritäten sein.

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