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Franz Linter
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Hofburggarten Brixen

Brixen im Glück

Oder wie die Stadtjournale das schöne Wetter machen.
Community-Beitrag von Franz Linter14.08.2020
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Brixen kann sich glücklich schätzen, gibt es doch hier zwei einflussreiche Stadtjournale, deren Chefs den Mächtigen im Vorraum der Politik und den demokratischen Machtinhabern nahestehen.

Das bedeutet große Vorteile für die Bürger von Brixen und die Leser, da sie doch aus berufenem Munde die wichtigsten Nachrichten vernehmen: Im „Brixner“ erfahren die Leutseligkeit und übergroße Dialogbereitschaft des Bürgermeisters gleich zweifaches Lob, einmal aus dem Munde des Vertreters der Kurie im Brixner Stadtrat, zuvor im Editorial des Herausgebers.

In „Isarco News“ wird die Geschichte des Hofburggartens auf vier Seiten dargestellt und zwar in einem Tonfall und einer geschönten Darstellung, dass es dem Bürgermeister und der Tourismusgenossenschaft warm ums Herz werden muss. Herausgeber-Autor Menolli unterschlägt aber dabei gleich 9 Jahre Geschichte – die Bekehrung des damaligen Bürgermeisters Pürgstaller, die Aktionen von proPomarium und – als Wichtigstes - den internationalen Wettbewerb mit einem eindeutig ausgewählten Projekt. Ebenso unter den Tisch fällt die waghalsige Kehrtwende des aktuellen Bürgermeisters und mehrerer seiner Referenten, haben sie doch 2014 und 2015 noch für die Realisierung des ausgewählten Wettbewerbsprojekts gestimmt. 2016 haben sie es dann - nach großem Stillschweigen im Wahlkampf - wohl auf Druck von Handel und Tourismus fallen lassen, frei nach dem Spruch des früheren Kanzlers Adenauer: „Was geht mich mein Geschwätz von gestern an?“

Auch in Sachen Leutseligkeit und Dialogbereitschaft haben wir andere Erfahrungen gemacht: Mehrere Schreiben unsererseits sind ohne Antworten geblieben. Im März 2019 hat der Bürgermeister für den folgenden Mai eine öffentliche Vorstellung des Heller-Projektes versprochen. Darauf warten wir bis heute: Dafür sehen wir anstatt eines aktuellen Heller-Entwurfs bis heute immer noch die Bilder aus dem Exposé von 2017.

Zu Anfang dieses Jahres und dann erst wieder vor zwei Wochen haben wir den Bürgermeister, Vertreter der Kurie, der Tourismusgenossenschaft und die beiden Herausgeber zu einem gemeinsamen Runden Tisch eingeladen. Weder den beiden Herausgebern noch dem Bürgermeister sind wir einer Antwort würdig erschienen. Fazit: Dialogbereitschaft gibt es nur mit denen, die auf Linie sind, während die Auseinandersetzung mit demokratischen Gegenpositionen eher lästig ist.

Zur weiteren information:

  1. Initiativgruppe für einen Offenen Hofbuggarten: https://openspacebx.org/
  2. „Brixner“: https://epaper.brixner.info/de/profiles/9c8640fe337b/editions/02ae26deaa0f27198b51/pages/page/8 und
    Editorial: https://epaper.brixner.info/de/profiles/9c8640fe337b/editions/02ae26deaa0f27198b51/pages/page/2
  3. „Isarco News“: http://www.isarconews.it/ Seite 12
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Kommentare

Bild des Benutzers Michael Gasser
Michael Gasser 16.08.2020, 01:44

Der Beglückung durch regierungshörige Lokalzeitungen können sich die Brixner entziehen, indem sie die mit Steuergeldern mitfinanzierten Qualitätsdruckerzeugnisse dem Papierrecycling zuführen; gegen die Zwangsbeglückung durch den von A. Heller behübschten Hofburggarten mit den zu erwartenden Nebeneffekten auf das Städtchen hilft am ehesten noch der Stimmzettel bei den Gemeindewahlen.

Bild des Benutzers Hermann Barbieri
Hermann Barbieri 16.08.2020, 15:30

Danke für die klaren Worte. Mich freut es für die unabhängigen Redakteure der Brixner Stadtjournale, dass sie durch den dialogbereiten und partezipativen Herrn Bürgermeister so gut informiert sind. Wohl deswegen weiß Herr Willy Vontavon auch so genau, dass die Grüne Bürgerliste sich „ … nicht gegen das Projekt Heller ausgesprochen hat“.
Ich wusste das nicht. Ich weiß nur, dass damals nicht über ein Projekt abgestimmt wurde, sondern über die Genehmigung des neuen Konzepts zum Hofburggarten, dem ein von Andre Heller ausgearbeitetes „Exposè“ zugrundelag, zelebriert im Dezember 2017 in Länge mal Breite, in allen Farben, mit großem medialen Aufwand, mit prominenter Unterstützung und meist positivem Medienecho. Und zur Weiterverfolgung ebendieses Konzeptes haben sich die Grünen der Stimme enthalten (Beschluss des Gemeinderates Nr. 82/2017).
Fast drei Jahre später weiß die Brixner Bürgerschaft trotz Dialogbereitschaft des Bürgermeister immer noch nicht, wie das Projekt ausschaut, nach dem der Hofburggarten eingerichtet werden soll. Da und dort sickert durch, dass inzwischen weitergearbeitet wurde. Es gibt Bürger, die verunsichert sind und sich Fragen stellen: Gibt es überhaupt ein Projekt? Ist alles schon beschlossen? Gibt es einen Bauplan? Einen Zeitplan? Einen Kostenplan? Ein Führungskonzept?
Wäre es nicht angebracht, endlich und mit wenigstens demselben medialen Einsatz wie zum Konzept Klartext zu reden - statt die alte Grünengeschichte aufzuwärmen, Polemiken zu beklagen und fragende und zahlende Mitbürger Pinkler zu nennen? Und wenn der ach so dialogbereite Bürgermeister das nicht macht, wie wäre es, wenn die gut informierten Chefredakeure der beiden ach so unabhängigen Stadtjournale ihrer Hausaufgabe nachkommen und die Informationen weitergeben würden, die den Mitbürgern zustehen?

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Hartmuth Staffler 22.08.2020, 22:33

Es bleibt die für die Brixner Grünen peinliche Tatsache, dass sie bereit waren, das aus dem internationalen Wettbewerb hervorgegangene, realistische Projekt fallenzulassen und sich auf das Abenteuer mit dem Herrn Heller einzulassen. Naivität und politische Unerfahrenheit, mit der man heutzutage ja alles entschuldigen kann, lasse ich gerne gelten. Für Brixen tut es mir aber leid, dass es keine echte Opposition im Gemeinderat gibt, so dass man auf außerparlamentarische Opposition angewiesen ist.

Bild des Benutzers Franz Linter
Franz Linter 18.08.2020, 22:45

Zufall oder Wirkung?
Gestern kam die Antwort des Bürgermeisters Peter Brunner auf unser Schreiben vom 31. Juli.

Siehe https://openspacebx.org/2020/08/18/dialogbereitschaft/

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