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Maximilian Pellizzari
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Grandissimo

Thomas Grandi malte jahrelang kleinformatige Bilder. Dass er auch großformatige Bilder gemalt hat, zeigte er in der Ausstellung "CORSO" im Rahmen von Berlin Decks
Von
Bild des Benutzers Martin Hanni
Martin Hanni14.09.2020
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„Große Arbeiten haben mich schon immer sehr fasziniert, aber ich musste für mich erst die Voraussetzungen schaffen, große Bilder malen zu können“, kommentiert Thomas Grandi, auf die Großflächigkeit seiner jüngsten Werke angesprochen. Schelmisch fügt er hinzu: „Man benötigt dazu einfach eine etwas größere Wand und die war bei mir nie vorhanden, weil ich mal hier und mal da gelebt habe. Zudem lebte ich meistens in kleinen Zimmern und da habe ich dann eben kleine Bilder gemalt.“

Malen ist für mich eine Art der Meditation und Flucht, Gestaltung der Zeit.

Als der Künstler vor rund acht Jahren nach Berlin zog, mietete er sich zum ersten Mal in „ein richtiges Atelier ein“, welches zwar „nicht riesig war, aber immerhin…“ Für die eben absolvierte Ausstellung während der Art Week in Berlin hat Grandi eine 50 Meter lange Wand weiß bestrichen und mit rund einem Dutzend großflächiger Malereien behängt. „Ich male fast ausschließlich mit kleinen Ölkreiden“, beschreibt Thomas Grandi die Feritgungsweise seiner Bilder: „Die farbigen Flächen bestehen komplett aus kleinen Strichen.“ 

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Attenzione Grandi: Berliner Ausstellungsvorbereitungen für CORSO.  / Foto: Maximilian Pellizzari


Neben dem im vergangenen Jahr erschienenen Katalog war die kurze Wochenend-Schau in Berlin nun das Sahnehäubchen für den Künstler, da er zur Katalogpräsentation 2019, seine Bilder aus verschiedenen Gründen nicht im Original zeigen konnte. „Jetzt ist es umso besser“, meint Grandi gelassen, „dass ich den Katalog bereits habe. Irgendwie schließt sich jetzt endlich ein Kreis.“

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Katalog und Ausstellung: "Ein Kreis schließt sich" / Foto: Maximilian Pellizzari

 

Nachdem der Leiter der Modeabteilung der UDK (Universität der Künste) vor zwei Jahren einige Arbeiten von Thomas Grandi entdeckte, ergab es sich, dass dieser den Bozner Maler (mit langjähriger Toskana-Erfahrung in Pietrasanta) für eine Seitenhalle bei Berlin Decks einplante. 

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Hartes Feld, weiches Fell: Die Beschichtung seiner Bilder wirkt weich und kommt einem dünnen Fell nahe. / Foto: Maximilian Pellizzari

 

Im Jahr 2020 haben sich für ihn einige Dinge „völlig unerwartet ergeben“, sagt der Künstler, so auch die Ausstellung CORSO. Sein Résumé: „Es war ein überwältigendes Gefühl, die Bilder plötzlich alle nebeneinander an dieser Riesenwand in dieser Riesenfabrikshalle zu sehen – eine Traum-Location“ 

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Der seit 2014 in Grandis Atelier gesammelte feine Ölkreidenstaub war bei der Ausstellung in Berlin ebenfalls zu sehen. / Foto: Maximilian Pellizzari


Neben seiner künstlerischen Tätigkeit arbeitet Grandi als Integrationssprachlehrer: „Mein Lehrerjob ist sehr befriedigend, aber auch superanstrengend. Malen ist für mich eine Art der Meditation und Flucht, Gestaltung der Zeit.“ 
Seit einiger Zeit arbeitet er an einer neuen Serie. Er freut sich schon darauf, nach dem Ausstellungsstress der letzten Wochen, wieder „mehr Zeit im Studio und mit den neuen Arbeiten verbringen zu können.“ 

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Foto: Maximilian Pellizzari


Auch wenn es Thomas Grandi riesigen Spaß macht, „große Flächen zu bemalen“, so wird er in Zukunft dennoch an kleinformatigen Bildern arbeiten. Sind sie doch der wahre Kern für das Große, bei Grandi.

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