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Spiele mit dem Feuer

Ist Südtirol noch sicher Anno 2019?

Über eine medial aufgebauschte Sicherheitsdebatte, die Sirenengesänge von Herrn Mair und warum 400 Südtiroler verhaftet wurden.
Community-Beitrag von Armin Mutschlechner15.02.2019
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Es ist sicher bei uns, sage ich, so sicher wie auf Südtirols Straßen. Amtsdirektor Philipp Sicher – sein Namen ist Programm – kann die Sicherheitlage bestätigen. Durch das Verkehrsaufkommen verwundern tägliche Unfälle nicht (Einzelfälle). Mich der-cazzt es, wenn Medien Schlagzeilen der Quoten wegen produzieren. Neulich bei Pro&Contra (Rai Südtirol) fragte Christian Bassani: „Wie sicher ist es noch in Südtirol?“ Ein Blick in die aktuellen Statistiken hätte genügt. Aber nein, auch Rai Südtirol will Quote und beglückt uns mit populistischer Quacksalberei à la (Herr) Ulli Mair. Ihm interessieren die Zahlen des Innenministeriums einen feuchten Käse [sic]. Ich an seiner stelle würde für mehr Sicherheit am Zebrastreifen brüllen. Notorischen nicht Bremser am Zebrastreifen konsequent aus dem Verkehr ziehen (brauner Sprachduktus). Weniger Verletze und Tote bei der Südtioler-zuerst-Bevölkerung.

Die Sicherheit ist wohl nie so gering gewesen wie jetzt

Südtirol ist so (un)sicher wie es immer schon war. Immer schon wurde gestohlen und gemordet. Diebe besuchen Reiche. Wir sollten uns geehrt fühlen, bei allem Respekt für Opfer von Verbrechen. Diebe besuchen uns nicht erst seit den „Folgeerscheinungen einer unkontrollierten und ungebremsten Masseneinwanderung“, wie Herr Mair gebetsmühlenartig leiert. Kein Wort verliert, dass auch Südtiroler stehlen, pöbeln, vergewaltigen, morden. Mit Suchtmittel handeln. Jeder Weinbauer ist Dealer eines legalen Rauschmittels. Klammer geschlossen. „Kickl ist der erste Innenminister, der jede Woche sagt: Meine Erkenntnis ist, Österreich ist unsicher.” Coole Masche von Rechtspopulisten, auf die Wähler und Medien abfahren. In Deutschland sollen 400 Südtiroler „verhaftet worden sein. Dieses Gesindel, das abgewandert ist, wollte von Arbeit nicht wissen, und in den Pensionen, wo sie untergebracht waren, stahlen und stehlen sie noch die Wäsche, und bringen so die Südtiroler in Verruf. Überhaupt eine eigentumgefährliche Zeit. Von Reischach, St. Georgen, Olang kommen Nachrichten über Einbrüche. In Kiens wurde in der Nacht vom 8. - 9. im Geschäft eingebrochen und 20 kg Fett, 20 kg Zucker, ein Käselaib entwendet. Am Kronplatz wurde etwa am Tag hernach eingebrochen und arg gehaust. Beim Wirt in St. Lorenzen ein großer Diebstahl von Wäsche, Schmuck“. Die Carabinieri meinten, „sie hätten niemanden hinauszuschicken, alle seien im Dienst".

"Die Sicherheit ist wohl nie so gering gewesen wie jetzt“. So die Einschätzung von Paul Tschurtschenthaler Anno 1939. Toll!

NB: Alle angeführten Fakten sind mit Quellen belegbar. Sollten Fakten nicht richtig wieder gegeben sein, bitte ich um Benachrichtigung. Den einen oder anderen Tippfelher möge man mir legasthenisch nachsehen. 

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Kommentare

Bild des Benutzers Oliver H. (gesperrt)
Oliver H. (gesperrt) 16.02.2019, 13:19

Ich denke nicht, dass das Thema aufgebauscht wird. Eher ist das Gegenteil der Fall.

Eine Sache muss uns allen klar sein. In einem Klima der Unsicherheit fällt Rassismus auf fruchtbaren Boden, denn wer bei einem niedrigen subjektiven Sicherheitsempfinden als erstes draufzahlt, wissen wir alle: die "Ausländer". Das fängt bei racial profiling an und betrifft auch offenen und latenten Rassismus.

Daher ist eine Erhöhung der objektiven Sicherheit und des subjektiven Sicherheitsempfindens etwas, was eigentlich ALLE Parteien anstreben müssten. Dabei ist auch die Ausländerkriminalität ein Thema, denn jeder "Einzelfall" führt dazu, dass die Stereotype des kriminellen Ausländers reproduziert werden.

Und wenn man aus links-grüner Warte aus schon nicht direkt für mehr Sicherheitspolitik im klassischen Sinne eintreten will wie es die Freiheitlichen tun, so könnte man zumindest eine Alternative anbieten, anstatt den Anderen Panikmache vorzuwerfen. Wie wäre es beispielsweise mit einem Sicherheitskonzept, das auf Prävention von Kiminalität aufbaut?

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Alfonse Zanardi 16.02.2019, 13:38

Die Leute haben keine Ahnung wie sicher sie leben. "Um 1820 lag die Lebenserwartung in Europa bei etwa 36 Jahren." (Wiki)
Die Leute leben nicht unsicher, sie SIND unsicher. Warum? Weil sie mit dem enormen Maß an Freiheit das heute besteht nicht klar kommen.
Deswegen rufen sie nach Rattenfängern die sie wieder versklaven und für blöd verkaufen mögen. Damit sie ihr Hirn dauerhaft stilllegen können und in Unfreiheit auf ihr Ende warten können.
So schaut's aus.

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Oliver H. (gesperrt) 16.02.2019, 16:25

Wirtschaftlich gesehen sind wir heute freier, weil wir durch unsere arbeitsteilige Gesellschaft die lange Zeit limitierende Knappheit überwunden haben.
In gesellschaftlicher und politischer Hinsicht hingegen sind wir heute deutlich unfreier als es beispielsweise ein Bürger der römischen Republik oder ein Mensch im Mittelalter war, was die Durchregulierung des Lebens angeht - Relikte wie Leibeigenschaft oder Sklaverei mal außen vor gelassen. Das was du als Freiheit bezeichnest, ist wohl eher die Freiheit im Hamsterrad etwas schneller oder langsamer zu strampeln, wobei die fleißigen Hämsterlein am Ende vielleicht mit einem goldenen Hamsterrad mit gepolsterten Stufen belohnt werden.

Die Leute folgen "Rattenfängern" nicht weil sie mit ihrer scheinbaren Freiheit nicht zurechtkommen, sondern weil sie denjenigen, die bisher das Sagen hatten inzwischen so wenig vertrauen, dass man alles tun würden, vergleichbar mit einem Krebskranken der zu Chlorbleiche aus dem youtube-Video greift, obwohl er eigentlich eh nicht wirklich glaubt, dass es ihm hilft.

Im Übrigen ist genau eine derartige Wortwahl wie die Ihre auch Teil des Problems. Wenn man Rechtsparteien als Rattenfänger bezeichnet, impliziert man damit, dass ihre Wähler Ratten seien. Wenn man Teile der Bevölkerung (immerhin bis zu 50% wenn man Norbert Hofers Wahlergebnis anschaut) derartig entwertet, zeigt das schon, dass es schon lange nicht mehr um ein Miteinander geht...

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Klaus Hartmann 18.02.2019, 16:36

Der sagenhafte Rattenfänger von Hameln symbolisiert, wie unwiderstehlich Klänge, Rhythmen und Melodien Menschen in ihren Bann ziehen können. Ersetzen Sie Klänge, Rhythmen und Melodien mit dem bewussten verbreiten von Lügen, dem Schüren von Vorurteilen und dem Propagieren von schnellen und einfachen Lösungen und Sie kommen zu den Rattenfängern, sprich Volksverführern und Hetzern in der Politik.
Mein guter Herr O.H., einen solchen Politiker als Rattenfänger zu bezeichnen impliziert keineswegs dass seine Wähler Ratten seien. Zu diesem Schluss kommen nur Sie.

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Georg Lechner 17.03.2019, 18:01

Das Stichwahlergebnis der öst. Bundespräsidentenwahl bedeutet nicht, dass nahezu 50 % der Wahlberechtigten Herrn Hofer gewählt haben, sondern dass ein entsprechender Teil der abgegebenen gültigen Stimmen auf ihn entfallen sind - und das erst in der Stichwahl zwischen den zwei stimmenstärksten Kandidaten.
Zweifellos haben Fehlverhalten der anderen Parteien (Postenschacher, Korruption, ...) der anderen Parteien den Aufstieg der FPÖ wie auch denjenigen Berlusconis begünstigt, daneben aber auch massive mediale Propaganda (Berlusconis TV-Kanäle; in Ö. seitens der Rinnsteinblätter - derjenigen mit der höchsten Auflage und der mit den meisten presserechtlichen Beanstandungen - ; eine gewisse Schelte an die Adresse der Wählerschaft ist nicht ganz unberechtigt und bei so manchen Kommentaren zum Massaker in Neuseeland in Internetforen kann mensch sich nur mehr fremdschämen).

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Philipp Trafojer 16.02.2019, 17:07

Wer sich mit der Vergangenheit befasst, der weiß, dass es Populismus immer schon gegeben hat. Ein wesentliches Kennzeichen des Populismus ist es, die Schuld an realen oder vermuteten "Missständen" nicht nur den politischen Gegnern sondern vor allem Minderheiten zuzuschieben. Der politische Gegner wird einfach als Freund dieser Minderheiten mit diskreditiert.

Ob diese "Missstände" aufgrund höherer Gewalt, bzw. durch das Versagen von Menschen zustande gekommen sind oder nur als ständig wiederholtes Gerücht existieren, spielt bei diesem zynischem "Spiel" keine Rolle.

Die Methode hat immer schon funktioniert und tut es heute noch auf die selbe Weise. Sie bringt Diktatoren Zustimmung und "demokratischen" Populisten Stimmen.

Es muss eben keine nachweisbare "Missstände" geben, um missliebige Minderheiten präventiv zu strafen. Dafür reicht es "Missstände" zu konstruieren. Das Rüstzeug eines jeden Populisten ist bekanntlich die Propaganda. Deren wirkungsvollste Waffe ist die ständige Wiederholung einer Lüge.

Das hat es in der Antike gegeben, das ganze Mittelalter hindurch, erst recht in der Neuzeit und auch in der jüngeren Geschichte - auf allen Kontinenten. Von der Gegenwart rede ich gar nicht.

Und ja, wer behauptet, dass Südtirol im Jahr 2019 ein unsicheres Land ist, dessen Bewohner nicht frei seien, der lügt......

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Peter Gasser 02.03.2019, 16:43

ich kann dieser Beschreibung (aus leidvoller Erfahrung) nur zustimmen. Es geht immer um Macht, Geld, Karrieren in diesem zynischen Spiel.
Die Lüge, die Landesfischzucht hätte genetische Reinzucht der Marmorierte Forelle betreiben müssen, wurde solange wiederholt, bis sie geglaubt wurde.
Die Lüge, in der Landesfischzucht wäre die Genetik der marmorierten Forelle zerstört worden, wurde solange wiederholt, bis sie geglaubt wurde.
Die Lüge, die Landesfischzucht hätte unreine marmorierte Forellen als genetisch reine marmorierte Forellen verkauft, wurde solange wiederholt, bis sie geglaubt wurde.
In Wirklichkeit hat man still und leise die Genetik der reinen Marmorierten Forelle neu definiert, und das genetische Muster der Marmorierten Forellen der Landesfischzucht zu den Hybriden hin verschoben
(selbstverständlich kann ich belegen, wovon ich schreibe).

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Stereo Typ 02.03.2019, 16:05

@alfonse zanardi - Für alle, die meinen, 1820 wurden die Menschen nur 36 Jahre alt: Bitte nicht immer die durchschnittliche Lebenserwartung mit der Lebensspanne verwechseln. Die Menschen im alten Rom wurden in etwa gleich alt wie wir heute. Wir werden nicht wesentlich älter, bei aller moderner Medizin: https://www.stern.de/gesundheit/die-lebenserwartung-steigt---und-doch-we...
Auch die Übernahme solcher Gemeinplätze ist eine Art von Populismus.

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Georg Lechner 17.03.2019, 18:18

Auch früher gab es Menschen, die ein hohes Alter erreicht haben. Aber es waren deutlich weniger als heute, weil viele Menschen an Infektionskrankheiten starben, die mit den heutigen Möglichkeiten (etwa Antibiotika) heilbar sind.
In das Durchschnittsalter einer Bevölkerungsgruppe gehen viele Faktoren ein, etwa soziale oder hygienische Bedingungen.

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Peter Gasser 17.03.2019, 18:49

... allen voran und oft ausschlaggebend: die Kindersterblichkeit.

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