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Familie
mehr Chancengleichheit für Frauen durch Väterförderung?
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Frauen fordern zu Recht die Lasten der Kindererziehung oder der Angehörigenpflege nicht überwiegend alleine zu tragen. Dies führt zur Verringerung der persönlichen Entwicklungschancen, zu beruflichen Nachteilen und somit zu Lebenseinkommens-Einbußen. Daher kommt der partnerschaftlichen Aufteilung von Beruf und Familie eine zentrale Schlüsselrolle zu.

 

väter aktiv und treff.familie des Südtiroler Kinderdorfes fordern bessere Rahmenbedingungen für Väter.

 

In Deutschland finden laut Väterreport 2016 60 % der Eltern mit Kindern unter drei Jahren ideal, wenn sich beide Partner gleichermaßen in Beruf und Familie einbringen könnten. Für 70 % der Bevölkerung zählt zum Idealbild des Vaters sich frühzeitig um den Nachwuchs zu kümmern und die beruflichen Pläne der Partnerin zu unterstützen. 82 % finden es gut, wenn Väter eine Auszeit nehmen oder Arbeitszeiten reduzieren, um sich um die Kinderbetreuung zu kümmern. Tatsächlich schafft es aber nur einer Minderheit von 14 % der Eltern so ein partnerschaftliches Modell zu verwirklichen. Was ist da los? Warum diese große Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit?

 

Mehr als die Hälfte der erwerbstätigen Väter mit minderjährigen Kindern würde gerne weniger arbeiten. Väter in Partnerschaften, in denen beide mehr als 30 Stunden arbeiten, würden gerne von durchschnittlich 42 Stunden pro Woche auf durchschnittlich 38 Stunden pro Woche reduzieren. Fast jeder fünfte Vater hätte gerne Elternzeit genommen, hat aber aus Angst vor Einkommensverlusten und/oder beruflichen Nachteilen, sowie organisatorischen Problemen im Betrieb darauf verzichtet. Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist also nicht nur für Frauen eine Herausforderung. Neben den gesetzlichen Rahmenbedingungen in der Wirtschaft ist es aber auch ein Problem der tiefsitzenden Rollenklischees und fehlender Vorbilder.

 

Die Elterngeneration heutiger Eltern lebte aktive Vaterschaft nur zu 30% und nur 15% unterstützten die beruflichen Pläne der Partnerin. Das trifft natürlich auch auf die Führungskräfte in den Betrieben zu. Wo allerdings Väter als Führungskräfte selbst Elternzeit in Anspruch nehmen, ist der Anteil der männlichen Beschäftigten in Elternzeit mit 16 % fünfmal so hoch wie in Unternehmen ohne Führungskräftevorbilder. Das ist schaden, denn so entgehen den Unternehmen Wettbewerbsvorteile. Eine betriebliche Familienpolitik, die aktive Vaterschaft unterstützt und zur Lösung der Vereinbarkeitsprobleme speziell von Vätern beiträgt, führt zu einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit, geringen Fehlzeiten und einer höheren Mitarbeiterproduktivität.

 

Aktive Vaterschaft ist in vielfacher Hinsicht ein Gewinn. Sie steigert das eigene Wohlbefinden und Zufriedenheit und ermöglicht den Erwerb neuer Kompetenzen. Es profitieren auch Mütter, weil aktive Väter starke Partner sind und sie wirksam in ihrer beruflichen Entwicklung unterstützen. Schließlich profitieren auch die Kinder durch eine engere Bindung und positive Effekte auf die kognitive, soziale und emotionale Entwicklung. Unternehmen sind betriebswirtschaftlich erfolgreicher, wenn sie ihre personalpolitischen Maßnahmen auch auf die Väter ausrichten. Zuletzt profitiert die gesamte Gesellschaft durch steigende Haushaltseinkommen und geringere Armutsrisiken.

 

Quelle: Kompetenzbüro Wirksame Familienpolitik: Aktive Väter in Deutschland. Ein gesellschaftlicher Trend im Spiegel von Zahlen, Fakten und Daten, März 2017. (Daten aus: Väterreport 2016 – Vatersein in Deutschland heute) 

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