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Drei Freelancer für die RAI

Mediaart produziert Filme für die RAI. Im Interview sprechen die drei Genossen über ihre Projekte und wie die Genossenschaft die Filmproduktion veränderte.
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Sie produzieren Imagefilme für Unternehmen, Multimediapräsentationen für Projekte und Dokumentarfilme sowie Sendereihen - hauptsächlich für die RAI. Dies gelingt durch die Zusammenarbeit von Freiberuflern. Welche Berufstätigkeiten sind damit verbunden und wie funktioniert so eine Zusammenarbeit?

Peter Paul Kainrath: Die Genossenschaft hat einige wenige Angestellte, die einen harten Kern bilden und garantieren, dass das Administrative in guten Händen ist. Je nach Projekt können wir dann maßgeschneidert jene Konstellationen herbeiführen, die es braucht, um das Projekt mit dem richtigen Knowhow umzusetzen. Dazu gehören JournalistInnen, Kameramänner- und frauen, Cutter oder auch HistorikerInnen, derer es für die Recherche eventuell bedarf. Das ist die Stärke der Mediaart.

Markus Frings: Ein weiteres Erfolgsrezept von uns ist, dass wir alle drei unterschiedliche Themenbereiche abdecken und uns dadurch super ergänzen.

Peter Paul Kainrath: Genau. Kultur und Minderheiten sind mein Bereich, Frauen- und Künstlerdokumentationen deckt Traudi ab, und alles was im weitesten Sinne mit Gesellschaft, Umwelt, Verbraucherschutz zu tun hat, dafür ist Markus zuständig.

Haben Sie themenspezifische Schwerpunkte für ihre Filme?

Peter Paul Kainrath: Unser Hauptauftraggeber ist die Rai Südtirol. Da dieser ein bekennender Regionalsender mit starkem Profil ist, halten wir uns an die DNA dieses Senders. Beim Thema Minderheiten etwa gibt es einen sehr konstruktiven Dialog zwischen der RAI und Mediaart.

Traudi Messini: Es geht darum, globale Themen auf die lokale Realität runter zu brechen. Wir wollen zeigen, wie das Land auf allgemeine Entwicklungen reagiert. Das machen wir auch beim Thema Frauen. Zum Beispiel als die MeToo-Debatte ausbrach haben wir geschaut: Wie sieht es hier in Südtirol aus?

Markus Frings: Das gilt auch für das Thema Verbraucherschutz. Dazu gibt es eine Sendereihe, die seit 2001 zwölf Mal im Jahr läuft.

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Traudi Messini: „Es geht darum, globale Themen auf die lokale Realität runter zu dividieren."

Sie produzieren nicht nur Filme, sondern bieten auch Moderationen an oder organisieren Kulturprojekte.

Peter Paul Kainrath: Als wir vor ca. 20 Jahren mit Mediaart starteten, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Kultur zu vermitteln und Inhalte in einer bestimmten Form für ein gewisses Publikum zu übersetzen. Dazu gehört nicht nur das Gestalten und Produzieren von Filmen, sondern auch die Umsetzung von Projekten. Die Mediaart selbst hat im Umfeld Personen, die in verschiedenen Kulturprojekten arbeiten.

Markus Frings: In Peters Fall ist es zum Beispiel Transart, das Festival für zeitgenössische Kultur in Südtirol.

Sie waren die ersten, die im Bereich audiovisueller Kommunikation als Genossenschaft in Südtirol tätig geworden sind. Welche Vorteile bietet das Genossenschaftswesen für Ihre Branche im Gegensatz zu anderen Unternehmensformen?

Peter Paul Kainrath:  Bevor es das Genossenschaftssystem gab, wurden sämtliche Produktionsfirmen immer von jenen geleitet, die die Produktionsmittel besaßen, also Kamera, Schnittplätze usw. Die Form der Genossenschaft gab uns Publizisten die Möglichkeit, die intellektuelle und konzeptuelle Leistung nach vorne zu schieben.

Traudi Messini: Rudi Gamper hat uns dabei sehr geholfen, muss man hinzufügen. Dass Kreative Entscheidungsgewalt haben, oder gar eine Firma gründen, war damals noch sehr unüblich.

Markus Frings: Ja, und diese Entwicklung hat auch für die RAI was verändert. Früher bekam ein Kameramann von der RAI den Auftrag, einen Film zu drehen. Dieser suchte sich dann einen Journalisten, der den Text zum Film schrieb und darüber sprach. Wir wollten den Ablauf der Filmproduktion umdrehen, also beim Inhalt, der Idee anfangen, und dazu dann das technische Team suchen, das es für die Umsetzung braucht. Da bot sich die Form der Kooperation als Idealste an. Daher haben wir die Genossenschaft gegründet.

Peter Paul Kainrath: Die Genossenschaft war auch das erste unternehmerische Instrument für Publizisten, die ja an sich keine Unternehmer sind, die Voraussetzungen zu schaffen, alle bürokratischen Erfordernisse zu erfüllen und gegenüber der RAI ein verlässlicher Partner zu sein.

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Peter Paul Kainrath: „Die Form der Genossenschaft gab uns Publizisten die Möglichkeit, die intellektuelle und konzeptuelle Leistung nach vorne zu schieben."

Wagen wir einen kurzen Ausblick: Welche Projekte würden Sie gerne in Zukunft betreuen?

Traudi Messini: Wir versuchen natürlich unser Wirkungsgebiet ständig zu erweitern. Es ist zwar noch nicht umgesetzt, denn so etwas dauert seine Zeit, aber wir arbeiten daran, Spielfilme zu produzieren. Das wäre so ein Traum von mir.

Peter Paul Kainrath: Da wir schon von Aussichten sprechen. Wir haben eine eigene Internet-TV Seite: Minet. Im Unterschied zu den anderen Sendereihen, die alle verständlicherweise einen sehr regionalen Zuschnitt haben, stellen wir hier Minderheiten aus ganz Europa vor. Unser Traum ist es, in Zukunft ein Netzwerk an Produzenten aus Minderheitenregionen zu initiieren, um bewusstseinsbildender Berichtererstattung aus Minderheitensperspektive europaweit zu stärken. Zugegebenermaßen ein Traum – aber diese sind ja dazu da mitunter auch umgesetzt zu werden.

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Markus Frings: „Früher bekam ein Kameramann von der RAI den Auftrag, einen Film zu drehen. Wir wollten den Ablauf der Filmproduktion umdrehen, also beim Inhalt, der Idee anfangen, und dazu dann das technische Team suchen, das es für die Umsetzung braucht." 

 

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