Aussichtspunkt: Wetterkreuz bei der Waalerhütte
Oswald Stimpfl
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Ausflug der Woche

Zur Schartalm oberhalb von Ulfas

Eine ideale Sommerwanderung.
Kolumne von
Bild des Benutzers Oswald Stimpfl
Oswald Stimpfl18.07.2020
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Das Passeiertal im Norden Merans gabelt sich bei St.Leonhard, ein Zweig führt über den Jaufepass nach Sterzing, der andere, Hinterpasseier genannt, führt nach Moos. Dort weitet sich das enge Tal, die Hauptstraße geht zum Timmelsjoch, wir hingegen fahren noch wenige km weiter bis zur Höfegruppe von Ulfas bei Platt. Von dort unternehmen wir eine leichte, aber lohnende Wanderung durch Lärchenwiesen zur Schartalm und queren dabei den Hang unterhalb des Hahnls. Es geht zur Waalerhütte an der Kante zum Passeiertal mit dem darunter liegenden St. Martin. Hier stoßen wir auf einen Waalweg der uns in angenehmer, ebener Wanderung zur Ulfaser Alm und zum Ausgangspunkt zurückbringt. 

Auf Grund der Höhenlage um 1600 m und darüber ist es eine ideale Sommerwanderung.

Scheda Ausflug 17. Juli 2020

 

Die Wanderung

Am Parkplatz bei Kratzegg beginnt der Fußweg (Nr. 2A) und geht mit kaum nennenswerter Steigung die Forststraße entlang ins Salderntal, beim Bach wählen dir den Steig bis zur bewirtschafteten Ulfaser Alm (1.600 m). Wir folgen den Schildern zur Schartalm, der urige und holprige, zum Teil mit Steinplatten ausgelegte Steig geht über felsdurchsetzte, von Lärchen und Alpenrosenbüschen bestandene Viehweiden in einer knappen Stunde zur erneuerten Schartalm (1853 m), die von einer Geländeschulter weit über das Hinterpasseier und die gegenüberliegende Bergkette, den Jaufenkamm, schaut. Dieser Kamm, mit der Großen und Kleine Kreuzspitze, trennt das Passeier- vom Ratschingsertal auf der Sterzinger Seite. Nach der verdienten Einkehr nehmen wir den Steig Nr. 3, der uns in südöstlicher Richtung zuerst im leichten Auf- und Ab durch felsigen Bergwald, die Almwiesen mit den Scheunen von Kitzbichl und nun bergab wieder durch Lärchenwald zur Waalerhütte bringt. Die bewirtschaftete, idyllische Hütte, allgemein „Pfarrer“ genannt, steht am Wiesenrand, hier betreibt der Waaler einen kleinen Ausschank. Der Waaler ist für die Instandhaltung des kleinen Kanals, der Bachwasser zur Bewässerung der Wiesen von Matatz bei St. Martin in Passeier heranführt, zuständig. Vor der Hütte dreht sich langsam ein Wasserrad und betätigt die Waalschelle, ihr gleichmäßiges Klingen zeigt an, dass das Wasser läuft und der Waaler somit beruhigt sein kann. Wenig hinter der Hütte endet der Waalweg, der von der Ulfaser Alm hierherführt. Dem Waal folgend, geht es jetzt gegen die Fließrichtung größtenteils eben und bequem durch Fichten- und Lärchenwald mit einzelnen Lichtungen, immer wieder tut sich die Sicht auf das darunter liegende Passeiertal auf. Das Wasser wird aus dem Saldernbach abgeleitet, es fließt breit und ruhig im Bodenkanal, der mit Steinplatten ausgelegt ist. Steilstücke umgeht der Begleitsteig, dann geht es streckenweise auf und ab, Steigungen sind mit Stiegen entschärft, während der Waal in ausgehöhlten Baumstämmen, Rohren oder Rinnen aus starken Lärchenbrettern um diese Stellen geführt wird. Bei der Ulfaser Alm stoßen wir wieder auf den Hinweg und folgen ihm zum Parkplatz zurück.

 

Weglänge 10,3 km, Gehzeit 3 h 40 Minuten, 455 Höhenmeter


 

Interessantes am Weg

 

Der Aussichtspunkt bei der Waalerhütte

Von der Waalerhütte folgen wir noch kurz dem Waal in die Almwiese und zum Wetterkreuz, ein einmaliger Aussichtspunkt, wo sich ein prächtiger Ausblick auf das vordere Passeiertal eröffnet. Rückweg wie Hinweg, Gehzeit 10 Minuten.

 

Die Wassermühle beim Parkplatz

Am Ende des Parkplatzes, direkt neben der Straße am Bach, steht ein guterhaltenes, schindelgedecktes Mühlenhäuschen mit einem großen hölzernen Schaufelrad. Es dient bis in die 60er Jahr zum Mahlen des Getreides. In dieser Höhe wurde damals noch Roggen angebaut, unverzichtbar zum Brotbacken.

 

Bockaufressen

Am 2. Wochenende im August gibt es auf der Schartalm das große Amlfest, Motto ist "Bockaufressen", damit ist gemeint, dass das Hauptgericht Bocksbraten, also der Braten von Ziegenbock, gereicht wird. 

 

Die Einkehr

 

Ulfaser Alm

Gut besuchte Almhütte auf 1601 m mit vielseitiger Hüttenkost. Tel. 347 8756827, Mai–Ende Okt. geöffnet, kein Ruhetag. 

 

Waalerhütte

Auch "beim Pfarrer" genannt. So werden die Weiden um die Hütte bezeichnet. Kleiner Ausschank bei der Waalerhütte, (1540 m) keine warmen Gerichte, im Sommer geöffnet.

 

Schartalm

Ausschank und Unterkunft für den Hirten, Konrad betreut 55 Stück Galtvieh. Die Hütte, im Besitz einer Interessentschaft lokaler Bauern, 2011 wiederaufgebaut, wird von der Familie Marth geführt. Sie bringt neben Humor und Enthusiasmus auch Fachkenntnisse mit, waren sie doch viele Jahre lang Pächter der Obisellalm. Bekannt und beliebt sind die Brennnesselknödel und der Schöpserne (Jungschaf) Braten. Tel. 349 7506867. 

Mitte Mai–Ende Okt. geöffnet, kein Ruhetag. 

 

Anfahrt ins Passeiertal nach Moos, dort noch 6,7 km über Platt und Ulfas zum Parkplatz auf 1.508 m. Bus bis Platt, dann etwas längerer Zustieg, Fahrplan www.suedtirolmobil.it

Kartenausschnitt Schartalm
Kartenausschnitt Schartalm, von Oswald Stimpfl

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