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Ukraine-Medien

Feindpropaganda

Eine Desinformationskampagne soll westliche Medien überrollen. Unterstützer der Ukraine werden angegriffen. Die Europäische Union soll damit destabilisiert werden.
Community-Beitrag von Johannes Schütz17.07.2022
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russischer-panzer_ukraine.jpg, von ukraine.ua

Die Europäische Union reagierte bereits auf die Gefahr des "Information War". Es ist ein Informationskrieg, der von Russland gestartet wurde.  In einer ersten Reaktion des Europäischen Rates erfolgte am 2. März das Verbot der beiden russischen Propagandasender Sputnik und Russia Today, auch im Internet wurde damit die Agitation auf sputniknews.com beendet.

Dazu erklärte Josep Borrell , der Hohe Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik: "Die Russische Föderation hat eine systematische internationale Kampagne der Desinformation, Informationsmanipulation und Verfälschung von Fakten unternommen, um ihre Strategie der Destabilisierung ihrer Nachbarländer, der EU und deren Mitgliedstaaten zu intensivieren".

Protest gegen russische Propaganda

In diesem Zusammenhang muss auch das Magazin konkret genannt werden. Mehr als 30  Autoren distanzierten sich in einer Erklärung von konkret, wegen der russischen Propaganda, die das Magazin brachte.   Insbesondere wurde das Cover der Zeitschrift vom März in die Kritik genommen, das diesen Titel zeigte: "Nato-Aggression gegen Russland".

Dazu wurde bemerkt:"Diese Stilisierung Russlands zum unschuldigen Opfer (...)  wurde der Titel, ob nolens oder volens, zu noch Schlimmerem: einem Stück Kriegspropaganda".
(Warum wir nicht mehr für konkret schreiben. 30. Juni 2022, www.kontrast-mittel.org/2022/06/30/warum-wir-nicht-mehr-fur-konkret-schreiben)

Auch die weiteren Cover-Stories von konkret betrieben deutlich russischen Agitprop.  Etwa im April mit "Bombenstimmung: Deutschland rüstet auf". Dabei meinte Autor Tomasz Konicz: "Der Krieg Russlands gegen die Ukraine ist den Deutschen ein willkommener Vorwand zur Aufrüstung". Oder im Juni mit "Wir Edelbellizisten".

Auftragschreiber der Russen
Die Autoren nannten in ihrer Erklärung auch die Tageszeitung "Junge Welt":"Wer „gegen den Westen“ zum einzigen Entscheidungskriterium macht, kann sich jede Unverschämtheit herausnehmen und jede Barbarei zum Widerstandsakt verklären. Aus einem Organ der Kritik wird dann eine monatliche Junge Welt. Für die schreiben wir aus guten Gründen nicht".

Die Kritik an den Berichten, die in der "Jungen Welt" erschienen, ist berechtigt.  Die Junge Welt war einst das Zentralorgan der kommunistischen Jugend in der DDR, nun soll Meinung gemacht werden, als "die linke Tageszeitung". Es wurde auch ein Interview mit Oskar Lafontaine gebracht, in dem er nochmals die Schuld am Überfall auf die Ukraine zynisch verdrehen durfte: "Die USA wollen keinen Frieden" (Junge Welt, 21. 5. 2022).

Über den Einsatz von Oskar Lafontaine wurde bereits auf Salto berichtet:Lafontaine manipulierte die Fakten (Salto, 18. 5. 2022)

In der Wochenzeitung "der Freitag" ist es der Verleger Jakob Augstein, der mit einer Reihe von Kommentaren deutlich den russischen Feldzug führen sollte, im deutschen Information War. So sieht er den "heroischen Widerstand" des ukrainischen Präsidenten kritisch und betreibt gezielten Defätismus: "Die Ukraine solle den Krieg gewinnen, so tönt es in Deutschland. Was aber, wenn dieses Ziel völlig unrealistisch ist?", urteilte Augstein.
(Jakob Augstein, der Freitag, 2022, H. 23).

Franz Schandl ist der Österreich-Korrespondent von der Freitag. Er war früher Redakteur der marxistischen Monatszeitschrift "Weg und Ziel" und der kommunistischen Wochenzeitung "Volksstimme", bis diese eingestellt wurden. Jetzt darf er in der Freitag die Destabilisierung der Europäischen Union betreiben und befinden: "Die EU hat sich – anders als die USA oder Russland – in eine aussichtslose Lage manövriert, die moralisch zugekleistert und ideologisch übertüncht wird".
(Franz Schandl, "Österreichs Kanzler bemüht sich um Mäßigung gegenüber Moskau", der Freitag, 2022, H. 28)

Schließlich muss auch das Magazin "Rubikon" genannt werden, dass diesbezüglich schon deutlich in die öffentliche Kritik kam, da nackte Ideologie,  mit dubiosen Argumenten, insbesondere gegen die USA, seit Jahren  penetrant getrommelt wurde.
 

Desinformation erreichte die Schweiz
In den vergangenen Jahren wurde die Schweizer Weltwoche zu einem geistigen Gefährten von konkret und Rubikon.  

Roger Köppel, der Herausgeber der Weltwoche, startete eine erbarmungslose Kampagne, mit der jegliche Unterstützung für die Ukraine abgelehnt wurde. Ein Höhepunkt wurde am 19. Mai erreicht, mit der Cover-Story "Die Kriegstreiber". Darin werden Politiker und Publizisten aus der Schweiz als "Muskelspieler, Kraftmeier und Grossmäuler" etikettiert, denn sie wollen es "mit der Gross- und Nuklearmacht Russland aufnehmen".
Die Weltwoche begleitet die Unterstützer der Ukraine wie eine Stalinorgel, die beim Start bekanntlich ein pfeifendes Geräusch erzeugte. Zur Verstärkung holte die Weltwoche,  als eine Art von Söldner, Oskar Lafontaine. Er kam mit dem Titel: "Amerika treibt Europa in einen Atomkrieg". Er befürchtet demnach, es liege der deutsche "Kanzler Olaf Scholz im Würgegriff der Hasardeure von Washington".  Der Text erschien am 29. April, somit nach Raketenangriffen der russischen Armee auf Odessa und Lemberg, nach dem Giftgasangriff auf Mariupol, der Okkupation von Cherson, der Tragödie von Butscha.
 

Medien führen im Auftrag von Russland einen Informationskrieg in Deutschland.  Es ist offensichtlich, dass eine fünfte Kolonne etabliert wurde, die die Europäische Union seit Jahren schwächen und destabilisieren soll. Der russische Agitprop muss abgewehrt werden. Dafür muss die  Europäische Union weiter mit Entschlossenheit reagieren..

Links:

Lafontaine manipulierte die Fakten
Salto, 18. 5. 2022Oskar Lafontaine veröffentlichte einen Beitrag in der Weltwoche. Im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine. Doch sollten die Fakten mehr Beachtung finden. www.salto.bz/de/article/18052022/lafontaine-manipulierte-die-faktenDie Ukraine ist ein Kulturland
Salto, 25. 6. 2022Die Europäische Union erklärte die Ukraine zum Beitrittskandidaten. Beim EU-Gipfel am Donnerstag. Europa braucht die Kultur der Ukraine. Tatsächlich hätte die Europäische Union bereits vor zwanzig Jahren reagieren müssen. Mit der raschen Integration der Ukraine. Dann wäre die aktuelle Eskalation vermieden worden. In der Ukraine war die Begeisterung für Europa damals schon stark spürbar.www.salto.bz/de/article/25062022/die-ukraine-ist-ein-kulturland
 

In der Schweiz führen zwei mächtige Verleger einen Kampf um die Ukraine
Tabula Rasa Magazin, 29. Mai 2022
Roger Köppel startete einen Angriffskrieg für Russland in der Weltwoche. Verteidigt wird die Ukraine von Peter Wanner, dem Verleger von CH Media.www.tabularasamagazin.de/in-der-schweiz-fuehren-zwei-maechtige-verleger-einen-kampf-um-die-ukraine

© Autor: Johannes Schütz, 2022

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Kommentare

Bild des Benutzers Josef Fulterer
Josef Fulterer 29.07.2022, 06:59

Der Überfall auf die Nachbarn war im Altertum und Mittelalter gängige Praxis, wenn man sich stark genug fühlte, um das Reich und Ansehen zu vermehren.
Seit dem ersten Weltkrieg, bei dem industriell hergestellte Mordwaffen und sogar Giftgas eingesetzt wurden, sind Angriffskriege international geächtet.
Trotzdem hat Mussolini Abessinien vergewaltigt, der Hitler leichtfertig den 2. Weltkrieg angeschoben und danach haben noch verschiedene Staaten, von der Erdöl- und Rüstungsindustrie befeuert, ganze Länder zum Kriegselend vergewaltigt.
Leider gibt es in der vermeintlich sicheren Distanz des Westens zuviele "Putinversteher," die sein mörderisches kriminelles Handeln, mit mehr als bedenklichen Klimmzügen beschönigen.

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