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Global Forum Südtirol
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Nachhaltigkeit

„Wir haben auch andere Probleme“

Ökonom Reiner Eichenberger sorgte mit seinen Thesen für verwunderte Gesichter beim Publikum der 14. Ausgabe des Global Forum Südtirol.
Von
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Hannah Ebner17.09.2022
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„Unser Problem ist nicht der Klimawandel, sondern die Klimapolitik.“, das war das Fazit des Vortrages des Schweizer Ökonoms Reiner Eichenberger, am gestrigen Tag in der Eurac Research Bozen. Nachhaltigkeit sei per Definition die anhaltende Entwicklung der Lebensqualität. Diese würde die Politik auf einzelne ökologische Probleme reduzieren, müsse aber immer im Rahmen der Trilogie Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft betrachtet werden.
Klima sei wichtig, vieles andere aber wichtiger. So würde ein zu starker Fokus auf dem Klimawandel liegen, während andere Umweltprobleme nicht so viel Beachtung fänden. Die Schäden des Klimawandels lägen seinen Berechnungen nach im Jahr 2100 zwischen 2,6 bis 6 Prozent des durchschnittlichen Bruttoinlandprodukts. Da die Wirtschaft bis dahin aber trotzdem stark wachsen würde, hätte das keine großen Auswirkungen. Ohne Klimawandel würde sie einfach etwas mehr wachsen. Auch Klimaschäden würden eher überschätzt werden. Menschen hätten mittlerweile gelernt damit umzugehen und sich rechtzeitig abzusichern. 
Die heutige Politik, so Eichberger, sei weder zielstrebig noch nachhaltig. Manche Länder würden vom Klimawandel profitieren, manche verlieren und viele von ihnen würden Politik machen, indem sie sich an den Klimawandel anpassen.
Was also tun? Der Schweizer Ökonom dazu: „Wir brauchen Kostenwahrheit. Die Verursacher sollten für die Schäden bezahlen. Wir müssen eine Klimasteuer einführen, dafür die anderen Steuern senken. Es braucht dann keine Subventionen und Regulierungen können abgebaut werden. Es braucht mehr Anreize zur optimalen Umweltnutzung, technologische Entwicklung und eine realistische Einschätzung der Kosten." 
 
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Gruppenfoto: v.l.n.r.: Reiner Eichenberger, Michael Braungart, Herbert Niederfriniger, Nicola Calabrò (GD Sparkasse), Ruth Oberrauch, Christian Girardi, Dorotea Mader, Alessandro Molinari (GD ITAS). (Foto: Global Forum Südtirol)
 
Der Vortrag fand im Rahmen der 14. Ausgabe des Global Forum Südtirol statt. Neben Eichenberger lieferten Michael Braungart, Leen Gorissen, Ruth Oberrauch und Herbert Niederfriniger Input zum Thema „Nachhaltigkeit? Nature Positive Economy“.
Das Thema Nachhaltigkeit, das vor Kurzem bei den Sustainability Days breit diskutiert wurde, wurde hier nochmal aus einer anderen Perspektive beleuchtet.
„Es wird immer öfter suggeriert, dass Verzicht und Reduktion der beste Weg sei. Es geht aber nicht mit Verboten. Wir sollten uns endlich positive und ehrliche Ziele setzen und von der Natur lernen, davon bin ich überzeugt.", unterstrich Christian Girardi, Gründer und Organisator des Global Forum Südtirol. „Wir sollten den Spieß umdrehen und uns nicht fragen: wie kann ich weniger schädlich sein, sondern wie kann ich nützlich sein"

 

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Kommentare

Bild des Benutzers Franz Pattis
Franz Pattis 17.09.2022, 19:27

„Auch Klimaschäden würden eher überschätzt werden. Menschen hätten mittlerweile gelernt damit umzugehen und sich rechtzeitig abzusichern“, sagt Ökonom Reiner Eichenberger!
Wie bitte? Wie kann dieser Herr sowas behaupten! Hat er im heurigen Sommer nichts mitbekommen von der extremen Hitze, Waldbränden und der Trockenheit in ganz Europa. Weiß Herr Reichenberger nichts von den gewaltigen Regenwaldrodungen in Brasilien und Schäden weltweit an der zerbrechlichen Natur, welche wiederum neue Flüchtlingsströme auslösen. Also was dieser sogenannte Ökonom hier so von sich gibt ist schon wirklich „stark“ bzw. fernab der Realität!

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Dietmar Nußbaumer 17.09.2022, 20:30

Der Ansatz Eichenbergers ist interessant und sicher überlegenswert. Ohne die Gesellschaft mitzunehmen, und zwar die Mehrheit, läuft gar nichts. Auch der Punkt Verursacherprinzip und Kostenwahrheit ist stimmig. Ich gehe davon aus, dass Umweltkosten grob abgeschätzt werden können und deswegen müssten Flugmeilen z.B. teurer sein.

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Klemens Riegler 17.09.2022, 22:13

Eichenberger hat eine neue Variante ins Thema gebracht. Sein gutes Recht und auch gut so. Sowas regt an, aber nicht auf!
Aber er widerspricht sich natürlich auch. Insgesamt scheint das, was er eingangs verlautbaren ließ, nicht stimmig mit dem Ende zu sein. So redet man wenn man am Ende von allen Applaus ernten möchte. Sowas lernt man in Rhetorik- und Redekunstkursen und in Weiterbildungsseminaren für Marketing, Politische Bildung, Verkaufsoptimierung und Wissenschaftsvermittlung.

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Peter Gasser 17.09.2022, 22:28

Zitat: “Klima sei wichtig, vieles andere aber wichtiger”:
kein Naturwissenschaftler würde je diesen Satz sagen.
Wie falsch dieser Satz ist, erkennt jeder an einem einfachen Beispiel:
einfach mal die Luft anhalten und nicht mehr atmen...

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Franz Pattis 17.09.2022, 23:48

Bravo Herr Gasser! Sie haben es auf den Punkt gebracht. Man könnte auch sagen der Herr Eichenberger ist ein „Greenwasher“ der Extraklasse!!

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Josef Fulterer 18.09.2022, 06:06

Pattis hat hat recht!
Der Eichenberger ist einer von DENEN, die dem EXXON-Konzern nach dem Vorbild der TABACK-Industrie ab 1978, trotz der Warnungen eines internen Wissenschachftlers JAMES BLACK, der gesamten ÖL- + GAS-Industrie bis HEUTE die GOLDENEN JAHRE GESICHERT HAT.
Mit EICHENBERGERS Politik werden 2100 nicht UMWELT-Schäden von max. 6 % eintreten, sondern SEHR GROßE FLÄCHEN der ERDE für die LANDWIRTSCAFT NICHT MEHR NUTZBAR und deshalb auch KAUM MEHR BEWOHNBAR WERDEN!

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Claudio Campedelli 18.09.2022, 07:16

„Unser Problem ist nicht der Klimawandel, sondern die Klimapolitik.“
Reiner Eichenberger

„La natura ha aperto un casting. Sopravvive la specie più intelligente.“
Luca Mercalli

Sembra che alcuni non colgano la serietà della situazione.

Sta alle persone intelligenti decidere da che parte stare.

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rotaderga 18.09.2022, 09:03

(Sta alle persone intelligenti decidere da che parte stare. )
Gesamtheitlich betrachtet entscheidet immer die größte Masse und nicht die größte Intelligenz. Siehe Religion, siehe Politik, usw.
Die vielseitige Dummheit der Demokratie bleibt Dreh- und Angelpunk gesellschaftlichen Lebens.
In der Diktatur ist gleichgeschaltete Dummheit Voraussetzung.

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Claudio Campedelli 18.09.2022, 09:48

Ok.
Aber dieses Mal steht ALLES auf dem Spiel.
Die Menschheit hat diese Situation noch nie erlebt.
Und wird sie diese überleben?
Systeme, die von Menschen erschafft werden, Freiheit-fördernd oder Freiheit-hemmend, werden schlussendlich mit dem System Natur konfrontiert.

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Josef Fulterer 18.09.2022, 13:26

Die bitteren Folgen der Klima-Krise sind landwirtschaftlich nicht mehr nutzbare Länder und die in der Folge auch kaum mehr bewohnbar sind.
Die Welt ist über 4,5 Mio. Jahre ohne Menschen ausgekommen.

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Klemens Riegler 18.09.2022, 14:27

… und wird es auch weitere 4,5 Mio. Jahre tun. Ohne uns halt. Aber das dürfte der Welt eh recht sein.

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Peter Gasser 18.09.2022, 15:43

... ich finde den Bezug zu den 4,5 Millionen Jahren jetzt nicht;
zudem bin ich der Ansicht, dass wir uns im Laufe der Evolution in und mit dieser Erde entwickelt haben, somit zu dieser Erde gehören, und dass wir wohl auch, im Guten und im Schwierigen, noch lange nur auf dieser Erde und mit dieser Erde leben werden...
Leichter, wenn wir verstehen, dass ein Paradigmen-Wechsel nötig ist, und auch ein Planet Grenzen und jeder Mensch Würde hat;
schwieriger, wenn wir vermessen sind, ohne Beschränkung und ohne zu teilen und ohne zu schützen weiterzumachen ...

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franz klug 18.09.2022, 17:29

Währed wir nachhaltig mit unserer falschen Wirtschaftsweise und Lebensweise den Planeten kaputt machen, wird hier so getan als ob das eh wurscht sei, einfach positiv denken, nichts verhindern und die Wirtschaft wirds schon richten. Warum dieses Global Forum nicht kritische Menschen wie Ulrike Herrmann einlädt, die klar sagt, dass Schrumpfen statt Wachsen angesagt ist : https://taz.de/Abschied-vom-Wachstum/!5629125/ verstehe ich nicht.

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Peter Gasser 18.09.2022, 19:19

... bestimmte Menschen als “kritisch” zu benennen und als vorbildhaft hinzustellen: damit wäre ich angesichts der Enthüllungen, wer da alles direkt und indirekt von Putin bezahlt worden ist, etwas vorsichtiger bzw. abwartend...

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franz klug 18.09.2022, 20:20

Sie können sich ja die Vita von Frau Ulrike Herrmann genauer anschauen. Sie ist Wirtschaftsredakteurin der TAZ und hat Bücher über den Aufstieg und die Erfolge des Kapitalismus geschrieben. Als genaue Analytikerin der Gegenwart sieht Sie nun aber, wie es auch die De Growth Begwegung macht, dass in einer endlichen Welt auch die Wirtschaft nicht unendlich wachsen kann und wir eine ökosoziale Kreislaufwirtschaft brauchen. Und natürlich heißt das auch Schrumpen statt Wachsen: https://taz.de/Kapitalismus-und-Klimaschutz/!5879301/ Sie hat das sehr gut in Ihrem neuen Buch: "Das Ende des Kapitalismus. Warum Wachstum und Klimaschutz nicht vereinbar sind und wie wir in Zukunft leben werden" beschrieben. Die Aussagen des Schweiezr Wirtschaftswissenschaftlers, der hier im Forum davon plaudert, dass es nur die Einpreisung der CO2 Belastung in alle Güter braucht, die Kostenwahrheit, und dann passts schon, zeigt dass er den Ernst der Lage nicht erkannt hat.

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Ludwig Thoma 18.09.2022, 21:57

Ulrike Herrmann wird von Putin gezahlt? Spannend, Herr Gasser, erzählen Sie uns mehr.

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Peter Gasser 19.09.2022, 10:04

ja, die Aussage ist im allgemeinen korrekt; im speziellen aber habe ich aus der Erinnerung heraus - tatsächlich - Ulrike Herrmann mit Eva Herman offensichtlich verwechselt; ist hiermit konkretisiert:

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/russlands-krieg-gegen-die-ukr...

Bild des Benutzers Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 19.09.2022, 10:29

Okay also einfach nur bullshit.

Bild des Benutzers Peter Gasser
Peter Gasser 19.09.2022, 10:41

... der eine schreibt in der Sache, der andere “hatet” im Netz...
jeder, wie es ihm gegeben ist...
.
Der Spiegelartikel mag für Sie “bullshit” sein...:
Diskussionskiller (“Büffelscheiße”) killen jede Diskussion.
Schade um den Salto-Kommentarbereich.

Bild des Benutzers Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 19.09.2022, 11:16

Wenn Sie Ulrike Herrmann mit Eva Herman verwechseln, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn man Sie des bullshittings bezichtigt (vorteilhaft ist immer, wenn man Fremdwörter sinngemäß und nicht wörtlich übersetzt); mit dem Artikel im Spiegel hat das dann nichts mehr zu tun.

Bild des Benutzers Peter Gasser
Peter Gasser 19.09.2022, 12:03

aah, Sie meinten mit “bullshit” also mich, meine irrige “Verwechslung aus der Erinnerung heraus”.
Ja eben dann: Diskussionskiller, Sachdebatte beendet. Guten Tag (Schade ums Forum).
.
(gut, dass der Spiegel-Artikel punktet und den Verbrecher, Erpresser und Schmiergeldzahler Putin entlarvt).

Bild des Benutzers Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 19.09.2022, 12:55

Ich werde die Artikel von Ulrike Herrmann künftig vorsichtiger lesen, weil Eva Herman im Verdacht steht, Gelder aus dem Kreml zu erhalten. Danke!

Bild des Benutzers Dietmar Nußbaumer
Dietmar Nußbaumer 18.09.2022, 21:00

Deswegen lese ich auf Salto die Kommentare immer wieder gerne, weil verschiedene Standpunkte vertreten werden und eine Art Schwarmintelligenz brauchbare Informationen hervorspült - und es stimmt natürlich: Wirtschaftsexperten sind keine Naturwissenschaftler.

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Karl Trojer 21.09.2022, 11:00

Klimaschäden lassen sich nicht prioritär auf das "durchschnittliche Bruttoinlandsprodukt" reduzieren. Sie werden z.B. durch die steigende Trockenheit ganze Völkerwanderungen nach Europa auslösen, auf die wir uns angemessen vorbereiten müssen....

Bild des Benutzers Franz Pattis
Franz Pattis 21.09.2022, 15:07

Genau Herr Trojer bzw. ich hab das auch ganz oben in meinem Kommentar erwähnt…..

Bild des Benutzers Christian I
Christian I 21.09.2022, 16:00

Ja genau. Italiens Vorbereitung auf dieser Völkerwanderung ist Salvinis "Stop sbarchi"... fast zum Lachen wäre die Situation nicht mehr als ernst. Die EU hingegen (gibt es eigentlich noch eine EU???) hat überhaupt keine Vorstellung.... Wenn es 5 nach 12 sein wird, wird die Politik wieder aufwachen, zu spät, wie so oft.

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