Kienz, Richard
Oliver Oppitz
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Lohnverhandlungen

Solidarität statt Sozialneid

Die SVP-Arbeitnehmer Richard Kienzl und Zeno Christanell warnen vor einer Neiddebatte, die zum neuen Bereichsabkommen im öffentlichen Dienst ausbrechen könnte.
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In Anbetracht der jüngsten Geschehnisse rund um die Lohnverhandlungen der öffentlich Bediensteten melden sich jetzt Richard Kienzl und Zeno Christanell, beide Mitglieder des SVP-Vorstandes der ArbeitnehmerInnen zu Wort. Ihre Botschaft: Die gegenwärtige Debatte zum neuen Bereichsabkommen im öffentlichen Dienst dürfe nicht dazu führen, dass ein Keil zwischen die öffentlich Bediensteten und jenen der Privatwirtschaft getrieben wird, so die beiden.
In der aktuellen Debatte zum neuen Bereichsabkommen für den öffentlichen Dienst wird auch ins Feld geführt, welche Vorteile die Mitarbeiter*innen im öffentlichen Dienst haben. Unbestritten ist, dass die heute erreichten Rechte im Bereich des Familienschutzes und im Bereich der Gesundheitsfürsorge im öffentlichen Dienst zeitgemäßer sind als im privaten Sektor. Ebenso unbestritten ist aber auch, dass es bei den Mitarbeitern*innen von Land und Gemeinden, im Gesundheits- und Sozialbereich sowie in den Schulen längst fällige Lohnanpassungen geben muss, welche den gestiegenen Lebenshaltungskosten gerecht werden“ meint Richard Kienzl.
Es brauche keine Neiddebatte, stattdessen brauche es eine klare Anpassung der Rechte – keine Nivellierung nach unten, sondern familienfreundliche regionale Zusatzabkommen zu den nationalen Kollektivverträgen auch für Mitarbeiter*innen im privaten Bereich, sind sich sowohl Zeno Christanell als auch Richard Kienzl einig.
Beide Anliegen sind gleichermaßen gerechtfertigt und von den Parteien vor den Landtagswahlen auch auf das Wahl- und Arbeitsprogramm gesetzt worden. Die Entscheidungsträger müssen jetzt den Worten Taten folgen lassen. Als Gesetzgeber durch die Belohnung von zeitgemäßen Arbeitsverhältnissen, beispielweise durch IRAP-Anpassungen, und als Arbeitgeber durch ein faires Bereichsabkommen für die eigenen Mitarbeiter*innen ohne sich hinter Rom zu verstecken. Die Angestellten sind dagegen gut beraten, sich nicht durch eine Neiddebatte entzweien zu lassen, sondern mit gegenseitiger Solidarität für gemeinsame Rechte einzustehen“ fasst Zeno Christanell zusammen.

 

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Kommentare

Bild des Benutzers Stereo Typ
Stereo Typ 18.10.2019, 16:24

Genau so ist es. Sollen jetzt die öffentlich Bediensteten auf Errungenschaften wie Familienschutz und Gesundheitsfürsorge verzichten, nur weil der private Sektor nicht nachziehen will? Mensch, wir leben im Jahr 2019. Die Geburtenrate ist mäßig, schon jetzt gibt es keine Fachkräfte mehr und viele Frauen steigen aus ihrem Beruf aus, weil Work-Life-Balance nicht gegeben ist. Und die Millenials zeigen uns zu Recht den Vogel.

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Franz Hilpold 21.10.2019, 18:04

Und bestimmte Blätter in Südtirol schüren ganzseitig die Neiddebatte!

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Mensch Ärgerdichnicht 21.10.2019, 18:35

Keiner fordert, dass die öffentlichen Bediensteten auf nur eines der Rechte ihrer breiten Palette verzichten sollen. Viele sind aber der Meinung, dass eben diese breite Palette an Rechten teils niederere Löhne als im privaten Sektor ausgleichen. Dazu kommt noch dass ein öffentlicher Arbeitsplatz bombensicher ist, heute wo die Wirtschaft (noch?) floriert, wird das schnell vergessen, wenn es morgen irgendwann wieder schwerere Zeiten gibt, muss sich der privat Angestellte Gedanken machen die den öffentlich Angestellten nicht mal berühren.
Man kann darüber streiten ob dieser Gedankengang richtig ist oder falsch, bei näherer Betrachtung hat das ganze aber nichts mit Neid zu tun.

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Georg Lechner 21.10.2019, 19:41

@STEREO TYP: Bravo! Ich erinnere mich auch noch an eine länger zurückliegende Aussage auf salto.bz (von Silvia Rier?), dass wegen der besseren Absicherung in Südtirol die Geburtenrate höher ist als im übrigen Italien. An diesen Zusammenhang sind all jene zu erinnern, die über eine niedrige Geburtenrate raunzen, aber für eine neoliberale Politik stehen.

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