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Gemeinderat

Enttäuschte Aktionäre

Der Frust der Alperia-Aktionäre über zu niedrige Dividenden ist nach wie groß. "Das Versprechen war drei mal so hoch", kritisieren auch Gemeinderäte der Bozner Mehrheit.
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Nicht nur Konsumentenschützer werfen Südtirols Stromkoloss Alperia vor, seine Versprechen nicht zu halten. Auch im Bozner Gemeinderat fühlte sich in dieser Woche so mancher Gemeinderat an der Nase herumgeführt. Je 10 Millionen Euro an Dividenden wurden den beiden Gemeinden Bozen und Meran jährlich als Zuckerle versprochen, als sie im Juli 2015 grünes Licht für die Fusion ihrer Stadtwerke mit der SEL gaben. Doch nachdem bereits im Vorjahr Ernüchterung eingekehrt war, bestätigte sich bei einem Aufmarsch der gesamten Alperia-Führung im Gemeinderat, dass das Versprechen definitiv zu vergessen ist. Je 3,2 Millionen Euro erhalten die beiden Städte laut dem vorgelegten Vorschlag der Alperia-Führung. In seinem Strategieplan mag das Unternehmen zwar steigende Dividenden in Aussicht stellen. Tatsache bleibt aber, dass die Einnahmen für die Gemeinden nur einen Bruchteil des Versprechens ausmachen.

Das verärgerte am Dienstag auch VolksvertreterInnen der Mehrheit, wie den Grünen Tobe Planer oder SVP-Gemeinderätin SVP-Gemeinderätin Sylvia Hofer. „Ich verstehe schon, dass der Markt sich ändern kann“, reagierte Hofer auf die Erklärung der Alperia-Führung. „Doch man kann nicht ein Versprechen machen und es dann nicht einmal zu einem Drittel halten.“ PD-Vertreter Claudio della Ratta ortet nicht nur bei den Dividenden, sondern auch bei der Verschuldung und Gewinn vor Steuern beachtliche Abweichungen vom dem Plan, der den Eigentümern Bozen und Meran  2015 in Aussicht gestellt worden war.  „Auf den Punkt gebracht, sind SEL und Etschwerke damals eine von teuren Beratern ausgearbeitete Verpflichtung eingegangen, die nun nicht eingehalten wird“, so der PD-Vertrerter. Laut ihm war  der Preisverfall zum Zeitpunkt der Fusion bereits absehbar. „Und wenn so ein formales Versprechen  gemacht wird, das auch noch im Statut festgehalten wird, sollte man vielleicht größere Anstrengungen unternehmen, um es zu erfüllen“, so della Ratta.

Sylvia Hofer zählt in jedem Fall darauf, dass man diese Anstrengungen zumindest für die Zukunft unternimmt. „In den nächsten Jahren wird man näher hinschauen müssen, wo die Gelder hingehen“, sagt die SVP-Gemeinderätin. Sie ließ sich beim Auftritt der Alperia-Führung vor allem von deren Absichtserklärungen besänftigen, sich in ihrer Strategie auf das Territorium konzentrieren zu wollen. „Das wurde vor dem Gemeinderat immer wieder betont und ist von uns aus auch extrem wichtig“, sagt Hofer. „Wichtig ist, dass man hier auf dem Südtiroler Markt bleibt und nicht weitere Investitionen außerhalb macht, bevor man nicht die eigenen Besitzer befriedigt“, findet die Gemeinderätin. Eine Hoffnung, die sich wohl kaum vollständig erfüllen wird. Schließlich hatte die Alperia-Führung bei der Vorstellung ihres Strategieplans angekündigt, vor allem auf dem norditalienischen Markt auf Einkaufstour gehen zu wollen. Nur so könne das geplante Wachstum – und somit auch die versprochenen Dividenden  - erreicht werden, hieß es damals.

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Kommentare

Bild des Benutzers Andreas gugger

Was hätte denn Frau Hofer grossartiges mit dem Geld geplant? und am Ende durchgesetzt? sollen wir jetzt alle Versprechen aufzählen die durch die "Mehrheit" nicht eingehalten wurde bzw. was alles nicht gemacht wurde? besser nicht.

Bild des Benutzers Philipp Trafojer

Lustig würde es erst werden, wenn die komplette Rechnung auf den Tisch liegen würde: "Was hat uns Steuerzahler der ganze Einkauf insgesamt gekostet und wieviel ist der Plunder im Moment noch wert?" Dann könnten wir endlich über das Genie unserer Politiker zu rechnen anfangen..... Zu hoffen, dass sich dieser Vorgang irgendwann rechnen wird, wird so langsam ein fariabelreiches Spiel mit mathematischen Formen.

Bild des Benutzers Philipp Trafojer

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