„Ein gemeinsamer Nenner von Opas Diandl und meiner Landart ist für mich zweifelsohne die völlig „freie“ Herangehensweise an die Kunst.”: Jan Langer (links) beim Konzert von Opas Diandl, bei dem die Aufnahmen für die aktuellen Videos entstanden sind.
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LandArt & Worldmusic

Pendel zwischen Natur und Musik

Während Opas Diandl vier Live-Videos veröffentlichen, zeigt Perkussionist Jan Langer seine LandArt in Gmünd in Kärtnen. Vier Fragen zu Musik, LandArt und Opas Diandl.
Von
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Reinhold Giovanett20.09.2022
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„Ein gemeinsamer Nenner von Opas Diandl und meiner Landart ist für mich zweifelsohne die völlig „freie“ Herangehensweise an die Kunst.”: Jan Langer (links) beim Konzert von Opas Diandl, bei dem die Aufnahmen für die aktuellen Videos entstanden sind.
„Ein gemeinsamer Nenner von Opas Diandl und meiner Landart ist für mich zweifelsohne die völlig „freie“ Herangehensweise an die Kunst.”: Jan Langer (links) beim Konzert von Opas Diandl, bei dem die Aufnahmen für die aktuellen Videos entstanden sind. Foto: rhd

 

salto.music: Jan, dein Aufenthalt in Gmünd in Kärtnen als „Artist in Residence“ neigt sich dem Ende zum. Kannst du uns von dieser Erfahrung ein wenig erzählen?

Jan Langer: Es war eine wunderbare Zeit hier in Gmünd: Ich hatte eine Galerie mit sehr schönen Räumlichkeiten zwei Monate für meine Ausstellung zur Verfügung, konnte darin tun und lassen was ich wollte. Das hat mir auch die Möglichkeit gegeben an Rauminstallationen aus Naturmaterialien direkt in der Galerie zu arbeiten. Eine völlig neue Erfahrung für mich: zum Einen während der künstlerischen Arbeit nicht in der Natur, zum Anderen immer wieder in Kontakt mit Menschen, in diesem Fall BesucherInnen der Ausstellung oder auch nur zufällig vorbeikommenden Reisegruppen, zu sein. 

Gespräche über Kunst, die wichtigen Ratschläge und Tipps, aufbauende Kritik, aber vor allem viel Lachen bei Kaffee oder Wein.

Ich war in diesen zwei Monaten praktisch full time in der Galerie, konnte somit die überaus positiven, überraschten und erfreuten Reaktionen der Menschen miterleben. Der tagtägliche Kontakt mit meiner Kunst, auch wenn dieser vor allem aus improvisierten Führungen bestand, hat relativ unerwartet zu sehr vielen neuen Projektideen geführt, die ich nun ab Oktober in Angriff nehmen werde. 

Zu nennen ist sicher auch die Freundschaft die sich mit einigen der anderen Künstlern entwickelt hat. Die Gespräche über Kunst, die wichtigen Ratschläge und Tipps, aufbauende Kritik, aber vor allem viel Lachen bei Kaffee oder Wein haben diese wunderbare „Parallelwelt“ in der ich mich manchmal hineinversetzt gefühlt habe, maßgeblich mitbestimmt.

 

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„Scheibe aus geraden Fichtenstäben auf eine Holzplatte genagelt”: Neben den Fotografien mit seiner LandArt, die letztes Jahr auch in Neumarkt zu sehen waren, zeigt Langer in Gmünd auch Installationen in der Stadtgalerie in Gmünd selbst. Foto/Bild: Jan Langer

 

salto.music: Opas Diandl haben in den letzten Wochen vier Live-Videos veröffentlicht. Es sind Songs/Stücke die Teil des neuen Live-Programms sein werden, mit dem ihr ab Jänner 2023 Konzerte spielen werdet. Wie würdest du dieses Programm, das den Namen „strömen” tragen wird, umschreiben? Ober anders gefragt: Wo befindet sich Opas Diandl musikalisch im Moment?

Jan Langer: Es ist nicht ganz leicht diese Frage zu beantworten, wahrscheinlich weil wir einige der Stücke aus „strömen“ noch nie live gespielt haben bzw. noch fertigstellen müssen und ich somit das Gesamte noch nicht im Kopf habe. Aber vielleicht ist „strömen“ auch das: etwas das dahinfließt, ohne feste Form, flüchtig … und sich somit schwer umschreiben lässt. Es kann wie ein Gewässer gemächlich jedoch auch sehr kraftvoll sein, somit beruhigen oder auch aufrütteln. So würde ich auch die Musik bzw. die Wirkung welche das neue Programm bisher auf mich hat, umschreiben.

 

Opas Diandl: „Hiasl 5” (Official Video)

 

salto.music: Das jüngste Video, „Hiasl 5”, ist eine ruhige folkige Ballade, die viele typische Opas Diandl-Elemente enthält, sich Zeit lässt und sich wie ein Roadmovie entwickelt. Würdest du dieser Beschreibung zustimmen?

Jan Langer: Ja, dem stimme ich zu! Es ist das erste Stück von unserem Bassisten Matthias Härtel das wir gemeinsam arrangiert haben und ist sehr „Opas Diandl“: der Jodler, die ruhigen bisweilen schelmischen Momente, das Laute, Energische, um sich dann in wieder jodelnd, fast hypnotisch, zu verabschieden.

 

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„Fichtenzapfen auf den Boden gelegt”: Normalerweise sind seine Arbeiten in der Natur (nicht ganz leicht) zu finden, in Gmünd holt Jan Langer die Natur in die Galerie. Foto/Installation: Jan Langer

Ein gemeinsamer Nenner von Opas Diandl und meiner Landart ist für mich zweifelsohne die völlig „freie“ Herangehensweise an die Kunst.

salto.music: Eine vielleicht „metaphysische” Frage zum Abschluss: Gibt es Überschneidungen zwischen der Musik von Opas Diandl und deiner LandArt?

Jan Langer: Diese Frage wurde mir schon ein paar Mal gestellt. Ein gemeinsamer Nenner von Opas Diandl und meiner Landart ist für mich zweifelsohne die völlig „freie“ Herangehensweise an die Kunst. Dadurch entsteht Neues, man experimentiert, verwirft, findet ungeahnte Wege und hält dann bestenfalls oder meistens, ein Produkt in den Händen, mit dem man so richtig glücklich ist.

 

Links:

Jan Langer LandArt Homepage: https://www.landart.vision
Altstadtgalerie, Gmünd: https://www.kuenstlerstadt-gmuend.at/kuenstler/jan-langer
Opas Diandl YouTube-Kanal: https://www.youtube.com/channel/UC_j1qKlyz-PLFJEMa68DUcA
Opas Diandl Homepage: https://www.opasdiandl.com/

 

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Artist in Residence noch bis Ende September: Der Musiker und LandArt-Künstler Jan Langer vor der mit Topinamburblütenblättern gestalteten Eingangstür der Stadtgalerie in Gmünd (Kärnten). Foto: Jan Langer

 

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