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Verkehr

"Glauben Sie, wir fragen dauernd in Wien nach?"

Ab Donnerstag gilt auf Tirols Autobahnen Tempo 100. Warum Fritz Gurgiser vom Transitforum Austria-Tirol damit nicht genug hat und Michl Ebner nicht versteht.
Von
Bild des Benutzers Susanne Pitro
Susanne Pitro19.11.2014
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Kommentare

Bild des Benutzers Manfred Gasser
Manfred Gasser 19.11.2014, 15:20
Wie würde ich mir einen Südtiroler Gurgiser wünschen!!
Bild des Benutzers Christian Mair
Christian Mair 19.11.2014, 20:05
Paul Köllensperger?
Bild des Benutzers Manfred Gasser
Manfred Gasser 20.11.2014, 11:10
Das ist dann doch vielleicht ein zu grosser Rucksack für den einzigen Abgeordneten in unserem Landhaus, den ich respektiere. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden. Die Zeit spielt sicher für ihn, wenn er so bleibt wie er sich im Moment gibt. Und mich persönlich würde es sehr freuen, mit Herrn Köllendberger für eine besseres Südtirol auf der A22 zu demonstieren.
Bild des Benutzers Alfonse Zanardi
Alfonse Zanardi 19.11.2014, 22:28
Ich bin kein besonderer Autofetischist aber jeder Mensch der auf langen Autofahrten das Inntal passieren muss kennt nur ein - äh - 3 Worte für das was dort aufgeführt wird: Schikane, Boshaftigkeit, Vertrottelung – tut mir leid. Wobei ich nicht mal primär das Tempo meine, sondern vielmehr die vollständig hirnverbrannte Art wie dort alle gefühlte 400 m irgendwelche grelleuchtenden Verbotsinfos auf einen einprasseln. Sowas kann nur einer sadistischen Älpler-Bürokratur einfallen – welche ich in der obigen Abbildung recht gut visualisiert finde BTW.
Bild des Benutzers Harald Knoflach
Harald Knoflach 20.11.2014, 09:05
so eine meldung kann auch nur einem "besserwisserischen südtiroler bauernschlauen" einfallen (stereotype generalisierungen fühlen sich toll an, gell?). das problem ist tatsächlich schon ein wenig komplexer, da es den wunsch der bevölkerung nach körperlicher unversehrtheit betrifft, welcher im widerspruch zu gewissen wirtschaftlichen dogmen steht. und nur zu oft haben letztere obsiegt (stichwort sektorales fahrverbot und eugh). die inntal-autobahn, wie sie sich jetzt präsentiert - schilder, gallerien usw. - ist ausdruck von verzweiflung und nicht von schikane, boshaftigkeit oder vertrottelung. ich bin selbst viele viele jahre vom stubaital nach innsbruck gependelt. wenn man dann - speziell bei inversionswetterlage, die ja im inntal nicht gerade selten ist - in diese suppe hinunter muss, ist einem schon etwas mulmig. das kann nicht gesund sein und wird auch durch dauernde schadstoffgrenzwertüberschreitungen bestätigt. an der messstation vomp überschreitet der stickstoffdioxidwert den igl-wert im schnitt um das doppelte. 9 von 15 messstellen im gesamten bundesland tirol überschreiten im jahresmittel die zielwerte. blei und cadmium im staubniederschlag der messstelle brixlegg liegt bisweilen um das vierfache über dem grenzwert. da freut man sich direkt auf den nächsten salatteller aus heimischem anbau. https://www.tirol.gv.at/uploads/media/jahresbericht-2013.pdf
Bild des Benutzers Fritz Gurgiser
Fritz Gurgiser 20.11.2014, 10:49
Genau wegen dieser Haltung haben sie im "Süden" Tirols bis heute nichts zustande gebracht und schaden uns im Norden damit massiv mit dieser "Transitanlockungspolitik" des Wegschauens; denn die bei uns gemessenen Werte finden sich genauso in Klausen/Schrambach oder Neumarkt. Man braucht sich nur vorstellen, wie "stark" wir gegenüber den Transitpaten wären, wenn wir uns zumindest von Kufstein bis Salurn Seite an Seite FÜR die Gesundheit, die Arbeitsplätze und damit für eine Reihe von Schutzmaßnahmen engagieren würden. LG Fritz Gurgiser
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Martin B. 20.11.2014, 11:17
Korrekt. Es ist beängstigend, dass neben den Interessen der Transit-Lobby auch Individuen derart auf Ihr Recht nach Autotransit (mit Geschwindigkeit) pochen. Eine Entschleunigung tut unserer Gesellschaft gut und es macht mir die dafür kämpfenden Inntaler sympathisch. Eisack- und Etschtaler sollten aufschliessen.
Bild des Benutzers Alfonse Zanardi
Alfonse Zanardi 20.11.2014, 13:04
Ich bleibe dabei: wie in Tirol (Nord) ganz banale NIMBY-Reflexe umgesetzt werden spottet jeder Intelligenz. Die Welt besteht nämlich nicht nur aus Tirol allein, es sind links und rechts auch noch kleinere Gebiete daran angrenzend. Deren Bewohner haben manchmal das unfassbare Pech durch die Krone der Schöpfung zu müssen und werden dorten dann drangsaliert und wo nur möglich ausgenommen. Diese Sichtweise ist bewusst überzeichnet aber zulässig. Und wenn sie genau lesen wehre ich mich vor allem gegen die unverschämte Methode: niemand, vermutlich nicht mal Herr Gurgiser, wird behaupten, dass dahinter nicht volle Absicht steht.
Bild des Benutzers Harald Knoflach
Harald Knoflach 20.11.2014, 14:12
der kampf gegen gesundheitsgefährdung hat doch nichts mit nimby zu tun. bitte. und das gerede von abzocke ist blödsinn. wenn ich mich an die reglen halte, hab ich nichts zu befürchten. wenn ich für eine übertretung zahlen muss, dann hab ich einen fehler gemacht und bin erwischt worden. wenn das abzocke ist, dann ist das ein einigermaßen abenteuerliches rechtsverständnis.
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Christoph Moar 20.11.2014, 14:50
Es ist das Rechtsverständnis, das unsere Gesellschaft hervorgebracht hat. Freie Fahrt für freie Bürger, und nach mir die Sintflut. Hauptsache ich selbst muss nicht unter den dreckigen, stinkigen, lärmenden Transitrouten wohnen, dann ist mir doch egal, wenn Anrainer - allen voran schwache Gesellschaftsgruppen wie Kinder und Senioren - daran zugrunde gehen. Wobei Alfons nicht mal das Tempo 100 kritisieren zu scheint, sondern die Schilderbrücken. Er fühlt sich durch die Anzahl der Erinnerungen, die es braucht, weil sich sonst keiner an Tempo 100 hält, schlicht hirnverbrannt genötigt. Schikane, Boshaftigkeit, Vertrottelung statt Zuvorkommen an den Bürger, da man bei der Anzahl der Schilderbrücken kaum mehr argumentieren kann, dass der Staat "abzocken" möchte weil die Bürger schlicht vergessen, 100 zu fahren. Wenn es stimmt, dass die Autobahndirektion Südbayern auf der Strecke Brannenburg Kiefersfelden nun auch auf Schilderbrücken (alle 2km) hinweisen möchte, wird die Fahrt nach München arg die Nerven der Autofahrer bedrängen. Wobei aber, wenn ich ehrlich bin: wenn ich zwischen den gepeinigten Nerven der Autofahrer und der Gesundheit von Kindern wählen müsste, würde ich mich nicht schwer tun. Und ihr?
Bild des Benutzers Fritz Gurgiser
Fritz Gurgiser 20.11.2014, 14:15
Also, bei allem Verständnis, aber von Ihrem "Nimby-Reflex" sind wir wohl weit weg, den man auch einfach formulieren könnte: "Zrugg zur Natur, aber ja nit z'Fua!" Sie haben Recht - die Welt besteht nicht aus Tirol allein und es gibt links und rechts und oben und unten andere Täler, andere Länder, Regionen. Aber wo gibt ein Land mit derart engen Gebirgstälern, wo auf einer einzige Route allen 2 Millionen Transit-Lkw und rund 10 Millionen Transit-Pkw und noch ein paar Hunderttausend Busse unterwegs sind? Durch die Schweiz rollen über vier Alpenpässe rund 1,2 Millionen Transitlaster. Erst, wenn Sie diese Einzigartigkeit sehen, sehen Sie auch die Belastungen und dann bleibt das übrig, was notwendig ist: Eine Begrenzung des Verkehrs und eine Reduktion der Belastungen, denn die Täler werden nicht breiten, auch wenn immer mehr Verkehr durchgeschickt werden soll. Und Sie haben noch einmal Recht, wenn Sie von "unverschämten Methoden" schreiben - die IST-Situation ist "unverschämt politisch nördlich und südlich des Brennerpasses verursacht". Sie ist Gewalt gegen Mensch und Tier, gegen Boden und Pflanze, gegen Luft und Wasser. Es ist auch kein Ruhmesblatt, wenn Jahr für Jahr Millionen und Milliarden Euro in die Eisenbahn "verlagert" werden, wenn von den gleichen politischen "Verlagerern" der Müll- und Schrott-Transit von der Eisenbahn zurück auf die Autobahn "verlagert" wird, um dieses Wort zu strapazieren. Wir kämpfen nicht GEGEN etwas, wir engagieren uns FÜR den eigenen Lebens- und Wirtschaftsraum, den wir nur einmal haben - einen zweiten können wir uns nicht aus dem Ärmel schütten, wenn der andere ruiniert ist. Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und schauen Sie sich auf unserer Website die Maßnahmen in der "verkehrspolitisch zerrissenen Europaregion" an, die sie unter dem Titel "Der Brenner als Umwegtransitkaiser" finden. Es ist legitim, Grundrecht einzufordern und nur darum geht es. LG Fritz Gurgiser
Bild des Benutzers Fritz Gurgiser
Fritz Gurgiser 20.11.2014, 14:16
Soll richtig heißen: "Zrugg zur Natur, aber ja nit z'Fuaß!"
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