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Transparenz und Bürgerbeteiligung in Brixen
Bald werden die Pläne und die bisher von den Bürgern nicht wahrgenommenen Fakten vorgestellt. Ist das, der vom Bürgermeister versprochene, „neue konstruktive Dialog“?
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​Dieser Artikel setzt die Überlegungen in„Gift im Hofburggarten / „Disneyland“ in Brixen?“ fort.

​Der Artikel im „AltoAdige“ alarmierte, jedoch sind mir keine weiteren Berichte in anderen Medien bekannt. Im „Brixner“ Märzheft schrieb Willy Vontavon einen polemischen Artikel, der nur in Nuancen andeutete, was sich jetzt herauskristallisiert: Die Wiederaufnahme des Plans von 2010, ein kleines Trauttmannsdorff zu schaffen, um auch bei schönem Wetter die Touristen nach Brixen zu locken. Damals durch Klaus Platter, heute mit Michael Oberhuber, Direktor der Laimburg, der sich nicht zu schade ist ein „privates“ Gutachten über die zu erwartenden Führungskosten von 600.000 €/Jahr abzugeben, ein viel zu großer Brocken für die Brixner Stadtverwaltung. Mit dabei ist, damals wie heute, Steiner Sarnen Schweiz.

​Konkrete Anfragen im März durch die GBL beantworteten der BM Brunner und Stadträtin Paula Bacher ohne die Pläne zu nennen und wie es sich zeigen wird, nicht der Wahrheit entsprechend.

„Wer war an den Überlegungen zu den weiteren Vorgaben beteiligt?“

die Antwort:

„An den Überlegungen waren Vertreter der Stadtregierung, des Landes (Denkmalamt, Ressort für Landwirtschaft, Laimburg), der Hofburg, der Diözese (Bischof und Generalvikar) sowie des Tourismusvereins beteiligt.“

​Was man schon mal festhalten kann: Weder wurden die Gemeinderäte informiert, noch der Verein „Stadt Garten Brixen“, der sich bisher für den Hofburggarten engagiert hat.

Anrainer bemerkten Aktionen im Hofburggarten, auch die Spritzungen mit Herbiziden blieben nicht unbemerkt. Der Maschinenring wurde identifiziert.

Ich war überzeugt, dass das nicht ohne irgendeinen Beschluss machbar ist. Doch es fand sich kein Beschluss, weder zur Beauftragung des Maschinenrings noch zur Übergabe des Hofburggartens an die “Brixen Tourismus Genossenschaft“. Weil es ja sein konnte, dass nicht alle Beschlüsse öffentlich verfügbar sind, bat ich einen Gemeinderat dies zu klären. Er sprach mit BM Brunner, der ihm dazu erklärte, dass dazu kein Beschluss notwendig sei und es irgendwann einen Vertrag geben werde.

​Anlässlich einer Veranstaltung im April von heimat BBP hat die Direktorin des Amtes für Bau- und Kunstdenkmäler Dr. Waltraud Kofler Engl nochmals eindringlich auf den unschätzbaren Wert hingewiesen, der nicht durch profane Lösungen zerstört werden darf. Deshalb kann bezweifelt werden, dass das Denkmalamt wirklich informiert und beteiligt wurde. Selbst Prof. Dr. Gelmi, eher bekannt als Soliman-Fan, sprach 2011 anlässlich des Tages der offenen Tür wie folgt jeweils auch mit der weiblichen Form:

​ „Deshalb glaube ich, dass dieser Garten so gestaltet werden muss, dass er dem Niveau der Hofburg entspricht. Und damit das erreicht wird, sind Denkmalpfleger, Landschaftsarchitekten, Architekten und besonders Künstler gefordert.“

Auf der homepage der Stadt steht:

Halten wir fest:

  • Die Tourismusgenossenschaft erklärt sich für den Hofburgarten zuständig.
  • Steiner Sarnen Schweiz macht einen Entwurf.
  • Dieser wird vom Maschinenring bereits umgesetzt
  • Der Mais ist bereits circa einen halben Meter groß.

​ Was mich zu weiteren Fragen führt:

  • Das geht alles ohne Verträge, auf jeden Fall ohne Beschlüsse?
  • Wurden wirklich die Vertreter des Denkmalamts, der Hofburg, der Diözese (Bischof und Generalvikar) beteiligt?
  • Warum wurde der Verein „Stadt Garten Brixen“ nicht beteiligt?
  • Warum wird eine jahrelang tätige Bürgerinitiative so radikal missachtet?
  • ​Für öffentliche Flächen der Gemeinden gilt ein striktes Glyphosat-Verbot. Kann man das so einfach durch Auslagerung an die Tourismusgenossenschaft Brixen umgehen?​

Fazit:​

​Das sieht nicht nach einem neuen Kapitel, einen neuen konstruktiven Dialog aus.
Die Art wie die Stadtverwaltung mit den Bürgern umgeht, die eine abweichende Meinung haben, hat sich nicht verändert. Vielleicht kommt die Einsicht rechtzeitig, dann kann der Hofburggarten als Lehr- und Übungsobjekt für Bürger und Gemeindeverwaltung dienen.

​Weitere Informationen: Die Vorgeschichte zur Neugestaltung des Hofburggartens ist gut zusammengefasst in der Resolution des Vereins „heimat Brixen/Bressanone/Persenon“ zu finden, auf „ProPomarium“ findet man eine Zusammenfassung der Bürgerinitiative zum Hofburggarten.

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