Willy Pöder (wpz)

Kommt, die ihr mühselig und beladen seid. Ich biet' euch Erquickung! (wpz)

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MMM-Sauerstoff

Skirama lechzt förmlich danach

Im Winter steht der Kronplatz mit seiner großen Pistenvielfalt im Pustertal konkurrenzlos da. Im Sommer hinkt Brunecks Hausberg anderen Gebieten merklich hinterher.
Kolumne von
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Willy Pöder20.07.2015
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Am Donnerstag, dem 23. Juli 2015, ist es so weit. Mit einem runden Jahr Verspätung auf das Planziel, darf die die Concordia 2000 endlich zur feierlichen Eröffnung des MMM Corones rufen. Das Werk des Trios: Skirama (= Verbund der Bahnbetreiber rund um den Guglhupf als Auftraggeber), Zaha Hadid (Architektur)  und Reinhold Messner (Ideator und Träger) ist prädestiniert, Geschichte zu schreiben.

Die Friedensglocke Concordia 2000 lädt am Donnerstag zur Eröffnungsfeier des "MMM Corones", das Bergmuseum Nr. 6 von Reinhold Messner. 

Wie gesagt, im Winter ist der Kronplatz ein Superding. Ein Pistennetz von weit über 100 Kilometern umspannt den Guglhupf, auf den von Reischach/Bruneck zwei, von Percha, Olang/Gassl und dem Furgglpass/St. Vigil je eine Umlaufbahn führt, mal abgesehen von all den Verbindungsliften zwischendrin. Ein hoch erschlossenes Schigebiet also, von dem Reinhold Messner schon bei seiner Bergpredigt auf Fanes um die Jahrhundertwende sagte, "gegen einen weiteren schitouristischen Ausbau des Kronplatzgebietes sei aufgrund des de facto erreichten Ist-Zustandes nichts mehr einzuwenden". Genauso hatte sich Messner damals für den Wegebau zu den Almen ganz allgemein ausgesprochen, vorausgesetzt, diese Fuhrwege dienten und stützten tatsächlich die Bewirtschaftung der Almen. Man müsse den Bauern den Einsatz der Technik gestatten, wo dies möglich sei und Sinn mache. Im Übrigen sollte man die natürlichen Gegebenheiten, speziell der Gebiete oberhalb der Waldgrenze, schützend erhalten. 

Reinhold Messner dirigiert in diesen Tagen höchst persönlich die Installation seiner Exponate im MMM Corones auf dem Kronplatz, wo diese Aufnahmen am Montag, 20. Juli, gemacht wurden (wpz)

Wenn nun die Kronplatzgrößen - mit Matthias Prugger an der Spitze - zwecks Realisierung dieses Vorhabens sehr tief in die Tasche gegriffen haben (man spricht von satten drei Millionen), dann wohl nur aus der Erkenntnis heraus, dass der Kronplatz im Sommer, trotzzdem er ein herrlicher Aussichtsberg ist, kein Magnet für Wanderer darstellt. Dies lässt sich schon allein an der - im Vergleich zum Winter - schwachen Auslastung der Parkplätze ableiten. Hinsichtlich der Wandergebiete halten das Pustertal und seine Seitentäler diesbezüglich eindeutig Besseres bereit. Wohl auch aus dieser Einsicht heraus drückten Matthias Prugger und Genossen die Kulturtaste. Und sie schlugen mit der Verpflichtung von Reinhold Messner und Zaha Hadid gleich die höchsten Töne an: Beides sind in ihrem Metier große Meister und Berühmtheiten, die für sich allein schon Garant für ein weit gestreutes Interesse sein sollten. Man wird neugierig darauf sein, was das Duo da auf 2.275 Meter ü.d.M. geschaffen hat - in architrektonischer und in musealer Hinsicht. Und man wird es sich vor Ort anschauen wollen. Beispielsweise die Betonstruktur, die aus 300 unterschiedlichen Teilen besteht. Ein einzigartiges Werk im wahrsten Sinne des Wortes.  Zur Ausstellung selbst kann hier nichts gesagt werden, denn Messner war kategorisch: "Zutritt (noch) nicht gestattet!" Doch der Schwerpunkt (Klettern in der Wand) der Ausstellung ist ebenso bekannt wie die Tatsache, dass dies Messners letztes Museum sein wird: "Es ist genug", sagte er. "Ich werde mich anderen Dingen zuwenden". 

Es wird noch auf Teufel-komm-raus gearbeitet. Bauassistent Geom. Ernst Klammsteiner gab sich jedoch zuversichtlich: "Es gibt noch reichlich zu tun. Aber das kriegen wir schon hin!" (Aufn. vom 20.7.15 wpz)

Dass das Angebot beim Skifahrer Anklang findet, ist einleuchtend, weil er ohnehin zu Tausenden dort präsent ist. Doch es geht vor allem auch darum, den Sommergast bergan zu locken. Und da erhebt sich die Frage, ob dieser zusätzlich zur Auffahrt auch noch den Eintritt zu zahlen bereit ist, zumal für mehrere Personen, so es sich um Familien handelt. Das darf zumindest bezweifelt werden, es sei denn, die Bahnbetreiber lassen sich was Unwiderstehliches dazu einfallen, beispielsweise in der Art der Holidaycard: freie Fahrt!

         

Die Anlage und das Drumherum bekommt den letzten Schliff (Auf. v 20. 7. 15, wpz)       

Zur Eröffnung am Donnerstag werden neben Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Kultur natürlich auch Delegationen von Brunecks Partnerstädten erwartet, die sich anlässlich des Stadtfestes, das am Freitag (24. Juli) beginnt, in Bruneck aufhalten. Der Hausherr, Reinhold Messner, wird den Gästen seine Aufwartung machen. Ob auch Zaha Hadid, die berühmte Architektin der Gesellschaft hoch oben die Ehre erweisen wird, war mit Sicherheit nicht in Erfahrung zu bringen. Doch am Kronplatz gab man sich diesbezüglich ziemlich zuversichtlich.  Ab Freitag (24. 7.) ist das MMM Corones dann allgemein zugänglich.      

Es wird geschrupt, gespült und gekehrt. Obs was nützt? Es ist wahnsinnig trocken, und es staubt schon beim leisesten Windzug (wpz)

Ein Spezialist für architektonische Fotografie (hier im Bild)) wurde ebenfalls angeheuert. Er soll darauf achten, dass bei all den schiefenen Ebenen dennoch gewährleistet wird, dass (fotografisch) nichts schiefgeht (Aufn. v. 20.7. 15, wpz)

 

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