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Monika Psenner
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Wirtschaftswachstum

IWF senkt Prognose für Weltwirtschaft

Laut IWF wird die globale Wirtschaft 2019 das geringste Wirtschaftswachstum seit der Finanzkrise 2008/2009 verzeichnen. Für Italien wird ein Nullwachstum prognostiziert.
Community-Beitrag von Monika Psenner20.10.2019
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Die kürzlich veröffentliche Prognose des IWF (Internationaler Währungsfonds) zeigt für 2019 weltweit das niedrigste Wirtschaftswachstum seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2019. Das vierte Mal in Folge senkte der IWF das weltweite Wirtschaftswachstum auf nur mehr 3% für 2019. Für das Jahr 2020 wird ein leichter Anstieg auf 3,4% erwartet.

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wwide_gdp-1.jpg, per Monika Psenner

Während die hochentwickelten Länder (advanced economies) für 2019 und für 2020 nur ein geringes Wachstum von 1,7% erwirtschaften werden, wird für die Schwellen- und Entwicklungsländer (emerging markets and developing economies) im Jahr 2019 ein Wachstum von 3,9% und für 2020 ein Anstieg von 4,6% prognostiziert.

Als Hauptgründe für die schwache Welt-Wirtschaft sehen die IWF Analysten die zunehmenden Handelsbarrieren. Vor allem der Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften USA und China wirkt  sich negativ auf die Weltwirtschaft aus. Immer neue Sonderzölle haben die Investitionsbereitschaft vieler Unternehmen gedämpft. Auch der Brexit und die zunehmenden geopolitischen Unsicherheiten belasten die Wirtschaft. Sowohl industrielle Produktion als auch Handel zeigen weltweit einen Abwärtstrend. Die Autoindustrie schwächelt, zum Teil bedingt durch neue strengere Abgasnormen in China und in der Eurozone.  Laut IWF hat auch der Klimawandel negative Auswirkungen auf die Wirtschaft, vor allem in den davon betroffenen Ländern.

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ww_gdp_nach_laendern-1.jpg, per Monika Psenner

Auch in China, der nach den USA weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft, hat das Wirtschaftswachstum deutlich nachgelassen. Waren es vor 2011 noch meist Wachstumsraten im zweistelligen Bereich, so sank in den darauf folgenden Jahren das BIP kontinuierlich, für 2019 und 2020 wird nur mehr 6,1% und 5,8% Wachstum erwartet.

Obwohl auch die Wirtschaft der USA nur ein moderates Wirtschaftswachstum aufweist, steht Amerikas Wirtschaft wesentlich besser da, als die der Eurozone. Immerhin wächst die Wirtschaft der USA in 2019 um 2,4%  und in 2020 um 2,1%.  In der Eurozone wird für  2019 ein Wachstum von nur 1,2% und in 2020 ein Wachstum von  1,4% erwartet.

In den einzelnen Ländern der Eurozone verläuft das Wirtschaftswachstum unterschiedlich. Für Deutschland, der größten Volkswirtschaft in der Eurozone, wird heuer nur ein schwaches Wachstum von 0,5% erwartet. Deutschlands Wirtschaft ist stark Export-orientiert, die Nachfrage nach Waren, „Made in Germany„ ist im ersten Halbjahr 2019 sehr stark gesunken. Für 2020 wird ein Wachstum von 1,2% erwartet.

Länder, wie  Spanien und Portugal, deren Wirtschaft in der Vergangenheit schwere Krisen durchgemacht  hat, haben sich inzwischen erholt und weisen moderate Wachstumsraten auf.  Auch Griechenlands Wirtschaft hat sich von den schweren Krisenjahren leicht erholt.

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gr_1-1.jpg, per Monika Psenner

Italien scheint aus der Dauer-Wirtschaftskrise nicht herauszukommen. Mit einem prognostizierten Null-Wachstum für 2019 ist Italien das Schlusslicht in der Eurozone. Für 2020 fällt die Prognose mit 0,5% Wachstum ebenfalls sehr schwach aus. Auch in den vergangenen Jahren war Italiens Wirtschaftswachstum immer wesentlich niedriger als der Euro-Zone Durchschnitt.

Um weltweit die Konjunktur zu beleben und wieder ein höheres Wirtschaftswachstum zu erzielen, fordert der Internationale Währungsfonds vor allem die bestehenden Handelskonflikte beizulegen, sowie Handelsbarrieren abzubauen und wieder verstärkt auf multilaterale Zusammenarbeit zu setzen. Politische Entscheidungsträger müssten wieder enger kooperieren, um kurz- und langfristige Probleme zu lösen, welche die globale Konjunktur schwächen.

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Kommentare

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Georg Lechner 21.10.2019, 12:25

Das Haupthindernis für ein Wirtschaftswachstum blieb leider in diesem Artikel unberücksichtigt, nämlich die fehlende Massenkaufkraft. Diese ist bedingt durch Reallohnverluste bei den mittleren und besonders bei den niedrigen Einkommen. Daher versuchen die Reichen, die Politiker zu Staatsausgaben im Rüstungsbereich zu bewegen, um konjunkturunabhängig zu sein, während zukunftsorientierte Ausgaben (Bildung, Gesundheit, Soziales) als stabilitätswidrig verteufelt werden

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