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Eine Solidaritätsbekundung auf Twitter: Im Gedenken an die Anschläge in Paris am 13. November 2015 und jener vom 22. März 2016 in Brüssel.

22. März

Mitten in Europas Herz

Zahlreiche Reaktionen gibt es in Südtirol nach den Anschlägen in Brüssel am Dienstag Vormittag. Die meisten fordern ein geeintes Europa, aber es gibt auch andere Stimmen.
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“Wir sind entsetzt über die feigen Anschläge in Brüssel. Sie sind ein Attentat auf unsere Freiheit, unsere Demokratie und unsere europäischen Werte”, so die Reaktion von Landeshauptmann Arno Kompatscher auf die Ereignisse, die sich am frühen Vormittag in der belgischen Hauptstadt zugetragen haben: Mehrere Bombenexplosionen am Flughafen und in U-Bahn-Stationen mit mehr als zwei Dutzend Toten und einer Vielzahl an Verletzten. Nach ersten Erkenntnissen sind islamistische Terroristen für die Attacken verantwortlich, der IS hat sich zu den Anschlägen bekannt. “Unsere Botschaft muss jetzt sein: Europa und alle demokratischen stellen sich wehrhaft dagegen, wir sind stärker als der Terrorismus und werden ihn mit allen legalen Mitteln bekämpfen”, so Kompatscher. Viele der zahlreichen Reaktionen, die es seit Dienstag Vormittag gegeben hat, fallen ähnlich aus. Der Trentiner Landeshauptmann Ugo Rossi hat sich gleich nach Bekanntwerden der Anschläge mit den Vertretern des Trentino in Brüssel und auch mit Herbert Dorfmann in Verbindung gesetzt, um sich zu versichern, dass es allen gut gehe. “Das sind fürchterliche Momente, die aber trotz allem den Traum eines freien und demokratischen Europas nicht schwächen dürfen”, ist Rossi überzeugt. Es brauche nun eine “gemeinsame Strategie aller Institutionen, gegen jene, die auf barbarische Weise töten”.

“Kein Anschlag auf Brüssel oder Belgien, sondern auf ganz Europa”, sind die Attentate für Renzo Caramaschi. Auch der Bozner Bürgermeisterkandidat erwartet sich nun ein “geeintes, geschlossenes und mit Überzeugung reagierendes Europa”: “Il vile attacco di oggi è la conferma che non è costruendo nuovi muri, facendo tornare nuove frontiere, come quella del Brennero, che si previene e risolve sia il problema dell'immigrazione che quello del terrorismo. Quello di cui c'è bisogno, quello di cui abbiamo bisogno è di una Europa che riscopra i suoi valori fondanti, che finalmente sia un'Europa unita.Chiara Avanzo hält sich derzeit in Strassburg auf, wo sie einer Sitzung des Europarates beiwohnt. Sie warnt davor, der “Versuchung des Hasses” nachzugeben, “perché è proprio questo l’obiettivo del fondamentalismo”, so die Präsidentin des Regionalrates: “Dobbiamo invece continuare a lavorare per abbattere i confini e costruire ovunque, soprattutto là dove oggi appare impossibile, una Pace duratura.” “Nicht verhandelbar” sind die europäischen Werte für Guido Margheri: “L’Europa non può essere il luogo attraverso cui si consumano conflitti che producono un arretramento rispetto alla base principale dei nostri valori democratici e solidali – è quello che vogliono i terroristi e non glielo dobbiamo concedere”, schreibt der Bozner Sel-Politiker. In dieselbe Kerbe wie die bisher genannten Politiker schlägt auch der Gewerkschafter und Uil-Sgk-Vizesekretär Christian Troger: “Es ist nötig, mit Entschlossenheit und demokratischem Rechtsverständnis auf diese barbarischen Anschläge zu reagieren. Denn der Gewalt und Menschenverachtung darf in der Welt kein Spielraum gelassen werden.”

Neben den Aussagen, die zu Geschlossenheit, zur Verteidigung Europas und dessen Werte sowie Standhaftigkeit gegenüber Terroristen aufrufen, gibt es auch andere Töne. So fordert etwa Carlo Vettori von der Lega Nord die “umgehende Schließung aller Islam-Zentren”, die “zwangsmäßige Rückführung aller illegalen Einwanderer in unserem Land”, “prima che la situazione ci sfugga di mano e si diventi vittime a nostra volta del Terrorismo islamista”. Derselben Meinung ist auch Claudio Della Ratta: “Non possiamo pensare di dover convivere con la paura assistendo ad attentati continui”, schreibt der Psi-Politiker, für den eine “riduzione della democrazia” in “derartigen Situationen” sehr wohl in Frage kommt. Erst im November in Brüssel gewesen war Andreas Pöder. Er schreibt: “Es ist bitter, heute sehen zu müssen, dass der radikale Islam in Europa weiterhin Verwüstung und Tod sät.” Zwar spricht sich der Vertreter der Bürgerunion, wie viele vor ihm, für die Verteidigung der europäische Werte aus, allerdings gelinge das “nicht durch falsche Toleranz, sondern durch Widerstand gegenüber dem sich zunehmend radikalisierenden Islam”.

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