Thomas Kobler
Doris Zelger
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Interview

“Es geht um eine Systemfrage”

Gewalt wird es immer geben, aber einfache Antworten auf komplexe Fragen nie, sagt Thomas Kobler nach den Gewalttaten in Meran. Er fordert Geld – und eine Wertediskussion.
Von
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Lisa Maria Gasser23.10.2019
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Kommentare

Bild des Benutzers Peter Gasser
Peter Gasser 23.10.2019, 08:30

Ich kenne dies gut, es kann auch nur ein nicht genehmer, in den Augen einzelner “falscher” Arbeitsvertrag sein:
“Sondern Gewalt passiert ganz stark auch auf struktureller Ebene. Wer gesellschaftlichen Ausschluss dauerhaft erfährt, egal, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, sondern einfach, wegen einer “falschen” Frisur, eines “falschen” Aussehens, einer “falschen” Sprache oder Attitüde, die in der Mehrheitsgesellschaft nicht als akzeptabel gilt, erfährt teilweise schon strukturelle Gewalt.”

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Karl Trojer 23.10.2019, 10:16

Aus allen Medien, den Fernsehkanälen, dem Internet, den neuen Medien prasseln permanent und in großen Mengen Gewaltdarstellungen auf uns Menschen nieder ! Selbst im "Kampf des Guten gegen das Böse" bleiben Tote und Verwundete auf der Strecke bis schließlich "das Gute gewinnt"... absurd...So wird GEWALT als NORMAL vermittelt und die Sensibilität für Unrecht breit untergraben. Was wundert´s, wenn dann Gewalt auch umgesetzt wird. Es bräuchte dringend einschränkende Regeln gegen diesen Missbrauch von Freiheit und einen Verbund von gesellschaftlichen und von politischen Initiativen, damit eine menschenfreundlichere Unterhaltung angeboten wird.

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gorgias 23.10.2019, 11:34

Dieser paternalistische Ansatz ist antidemokratisch. Erwachsene sollten selbst über ihren Medienkonsum bestimmen. Und für Kinder sollen die Eltern entscheiden.
Alles andere ist antiliberal.
Nebenbei lehnt Thomas Kobler monokausale Erklärungsversuche ab.

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elisabeth garber 23.10.2019, 11:54

Nein, dieser paternalistische Ansatz ist weder antidemokratisch noch antiliberal. Aber das hängt vom Blickwinkel ab.
Ich persönlich lasse mir ungern eine (zweifelsohne abstumpfende) Perspektive von Medien (Stichwort 4 Gewalt) aufdrängen.

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gorgias 23.10.2019, 16:10

Wer zwingt Sie bestimmte Medien zu konsumieren? Sind Sie etwa nicht mündig genug ihren Medienkonsum selbst zu gestalten?

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elisabeth garber 23.10.2019, 19:43

Na um mich brauchen sie sich keine Sorgen machen, Gorgias...aber manchmal kommt mir vor, dass gerade sie vielleicht nicht immer Medien konsumieren, die ihnen gut tun. Aber bleiben wir sachlich: haben sie den Kommentar von Herrn Trojer tiefgründig verstanden? Wissen sie über (mehr als genug) neurologische Studien Bescheid, was die emotionale Abstumpfung via Brot und Spiele im Netz ( Krieg, Blut, Gewalt) betrifft? Finden sie, ausgerechnet sie, der immer auf der sachlichen Welle herumreitet, es besonders sachlich, auf meinen Kommentar hin *mich* zu fragen, ob ich mündig sei? Mit 50+? Ich rede von Kindern und Jugendlichen...und der Tatsache, dass nach dem 17 Lebensalter synaptisch nimmer viel passiert. Compris?

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gorgias 23.10.2019, 21:04

Ich rede von Kindern und Jugendlichen

Haben Sie meinen Kommentar gelesen?

Für Minderjährige sind Eltern verantwortlich.

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Peter Gasser 23.10.2019, 21:09

„Wer zwingt Sie bestimmte Medien zu konsumieren? Sind Sie etwa nicht mündig genug ihren Medienkonsum selbst zu gestalten?“ schrieben SSie.
„Sie“ großgeschrieben meint in Ihrem Beitrag „Kinder und Jugendliche“?
Dann hätten SSie dieses „Sie“ kleinschreiben müssen...
(... ich lese auch nirgends was von „Jugendlichen“...?)

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gorgias 23.10.2019, 23:17

Für Minderjährige haben Eltern Erziehungsverantwortung. Das war in meinen früheren Kommentaren gemeint, ob nun "Kinder" oder "Kinder und Jugendliche" steht.

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Peter Gasser 23.10.2019, 23:23

„Haben Sie meinen Kommentar gelesen?“ hatten Sie geschrieben.
Also man kann hier natürlich nur „lesen“, was Sie schreiben, nicht aber, was Sie „meinen“... das bleibt hier leider verborgen...

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 23.10.2019, 23:41

Warum sollten Eltern nicht auch für Ihre Kinder Erziehungsverantwortung haben? Hier muss man halt aus dem Kontext verstehen was mit Kinder gemeint ist.

Aber im Kommentar Garber 23.10.2019, 11:54 wird nicht ersichtlich, dass etwas falsch verstanden wurde. Auch in 23.10.2019, 19:43 ist es nicht der Fall. Sie haben es anscheinend als einziger nicht verstanden.

Bild des Benutzers Peter Gasser
Peter Gasser 24.10.2019, 07:26

Wie stets, ich weiß, „versteht der andere nicht“.
Sie aber verstehen meisterhaft - die Ablenkung.
In meinem Beitrag ging es darum, dass man nur lesen kann, was der (sorry, die) andere schreibt, nicht aber, was diese „meint“.
Ich belasse es jetzt dabei. Ist ja off topic...
so wie Ihre folgende Antwort.

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 24.10.2019, 08:27

Off topic?
So wie alles was Sie bis jetzt hier geschrieben haben. Aber das kümmert Sie erst wenn die andere Seite antworten könnte.

Bild des Benutzers elisabeth garber
elisabeth garber 23.10.2019, 14:37

Bravo...Herr Trojer!

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Georg Lechner 24.10.2019, 10:28

Ich möchte Karl Trojers Worte "Selbst der Kampf des Guten gegen das Böse..." noch zuspitzen auf "Gerade der Kampf...". Denn dieses Sujet vermittelt in verquerer Weise (und oft mit demagogischen Absichten im Hintergrund) jenes Schwarz-Weiß - Denken, das die Tribalisten wie Salvini, Trump & Co für ihre gruppenegoistischen Parolen nutzen.
Aber auch die Politiker der "politischen Mitte" haben es genug oft für unlautere Absichten genutzt, ich denke nur an die völkerrechtswidrigen Kriege 1999 und 2003.

Bild des Benutzers Sepp Bacher
Sepp Bacher 23.10.2019, 14:26

Was mir an dieser Diskussion fehlt (und da rechne ich auch das gestrige Pro&Kontra, und das heutige Hörer-Forum um 13:10 Uhr im Radio dazu): Die Diskussion wird zwischen freiheitlichen Politikern und Sozialpädagogen geführt. Kann das fruchtbar sein? Ich glaube nicht. Profi gegen politische Hetzer!
Meines Erachtens sollte entweder Politiker gegeneinander streiten; z. B. Oppositionellem gegen politisch Verantwortlichen für Migration und Integration.
Um eine weitere (die weiter sein müsste, als sie hier Kobler denkt) gesellschaftliche Diskussion zu erwirken, müsste man einerseits Wissenschaftler, z. B. Politologen gegen Soziologen oder Sozialpsychologen diskutieren lassen, und andererseits eben die Leute aus der Praxis, wie Streetworker/Sozialarbeiter gegen z. B. einem Polizisten, der in diesem Bereich arbeitet.
Mich hat schon dauernd gewundert, dass niemanden von den Journalisten/Redakteurinnen eingefallen ist, zu dieser komplexen gesellschaftlichen Entwicklung entsprechende Fachleute zu befragen. Da kommen auf der einen Seite Psychiater und auf der anderen Sozialarbeiter vor, aber niemand denkt oder weis, dass es an der Fakultät für Bildungswissenschaften der UNI-Bozen, auch Professoren und Fachleute wie Sozialpsychologen, Sozialpädagogen, Soziologen, Philosophen und Historiker gibt, welche zu dieser komplexen Geschichte etwas zu sagen haben und die in die öffentliche Diskussion eingebunden gehörten. Denn es gibt eine Geschichte der Migration. Es gibt wahrscheinlich auch ein Sozialwissenschaft der Migration. Es gibt Fachleute bezüglich gesellschaftliche Entwicklungen. Einfach den politischen Hetzern und den Hasskommentatoren Raum geben, wie es gestern und heute die Rai in der Person von Christian Bassani gemacht haben, ist mE total kontrapoduktiv !

Bild des Benutzers Franz Hilpold
Franz Hilpold 23.10.2019, 23:45

Ich teile die Ausführungen von Sepp Bacher. Nur der Aspekt mit der Fakultät für Bildungswissenschaften überrascht mich. Gibt es jetzt dort tatsächlich (geprüfte) Professoren und (geprüfte) Fachleute wie Sozialpsychologen, Sozialpädagogen, Soziologen, Philosophen? Historiker sind mir bekannt.

Bild des Benutzers Sepp Bacher
Sepp Bacher 25.10.2019, 08:23

Ja Franz, ich nehme das stark an, weiß es aber nicht ganz genau. Meine Frage dann an dich: Wer unterrichtet dann dort die entsprechenden Fächer z. B. in den Studiengängen Sozialarbeit oder Sozialpädagogik?
Ich wollte aber auch darauf hinweisen, dass es an UNIs Fachleute gibt, die nicht nur für den Unterricht und die Forschung da sind, sondern auch von der Gesellschaft in Anspruch genommen werden könnten. Die Wirtschaft und die Landwirtschaft nutzt die Expertise reichlich.

Bild des Benutzers Thomas Kobler
Thomas Kobler 25.10.2019, 14:17

Es gibt natürlich eine Vielzahl an ProfessorInnen, die die beiden von Ihnen genannten Fächer in Brixen unterrichten. Prof. Keupp, Prof. Elsen, Prof. Summerer, Prof. Bernhard usw. sind nur einige der Namen, die mir auf die Schnelle einfallen.

Bild des Benutzers Sepp Bacher
Sepp Bacher 25.10.2019, 14:46

In diesem Bereich unterrichten ja auch die bei uns allgemein bekannten Urban Notdurfter und Walter Lorenz. Frage, machen die Studiengänge Sozialarbeit bzw. Sozialpädagogik keine konkreten Projekte oder Studien, mit denen sie auch mehr in die Öffentlichkeit gehen könnten. Außerdem könnten sie sich dadurch auch die Gesellschaft, welche die UNI umgibt, konkret einbringen.

Bild des Benutzers Sepp Bacher
Sepp Bacher 25.10.2019, 08:36

Zu den oben geschriebenen Inhalten möchte ich - heute ganz aktuell - zwei Dinge ergänzen:
Die Chefredakteurin der Rai hat sich heute morgen von bestimmten Aussagen, die im Laufe der oben genannten Sendungen getätigt wurden, ohne unterbrochen zu werden, distanziert und versprochen, dass es solche Vorfälle nicht mehr geben wird.
Eine Südtiroler Tageszeitung (nicht das Tagblattl) bringt heute eine sehr gutes Interview mit dem Jugendrichter Benno Baumgartner zur aktuellen Gewalt-Problematik von jungen Menschen. Mir fällt dazu ein, dass man auch Staatsanwälte, die eine reflektierte Position vertreten, ich würde z. B. Markus Mayr vorschlagen, bei solchen Diskussionen mit einbeziehen könnte.

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