Die Erde kommt unter die Räder
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Eiertreter*in

Zeh-Oh-Zwei

Der Klimawandel macht Ihnen Sorgen? Ich habe ein Rezept, wie wir aus der ganzen Geschichte ohne größere Blessuren rauskommen.
Community-Beitrag von Goggel Totsch22.11.2021
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„L'Italia è una Repubblica democratica, fondata sul lavoro.“ Zuallererst brauchen wir eine Verfassungsänderung. Am besten gleich dieser erste Artikel. Schließlich sind die „Principi fondamentali“ wie das Wort sagt, das Fundament, auf dem dann der Rest unserer demokratischen Ruine aufbaut: Der Atlas der griechischen Mythologie, der das Himmelsgewölbe am westlichsten Punkt der damals bekannten Welt stützte. Nun bin ich Gottlob kein Anwalt, aber ich habe irgendwie verstanden, dass beispielsweise „La Repubblica ... richiede l'adempimento dei doveri inderogabili di solidarietà politica, economica e sociale“ im zweiten Artikel grundlegender, als Nummer 32 im Abschnitt „Titolo II - Rapporti etico-sociali“ ist. Kennen Sie, kennen Sie. Ist das von Impfverweigerern ad nauseum zitierte: „Nessuno può essere obbligato a un determinato trattamento sanitario se non per disposizione di legge“. Wobei „... außer durch eine gesetzliche Verfügung“ komischerweise beim Zitieren irgendwie immer hinten runter fällt. Verwundert keineswegs, sind doch die Grundsäulen des italienischen Rechts:

  • Fatto la legge, trovato l'inganno
  • Non vale la legge, ma l'interpretazione della stessa
  • La legge è uguale per tutti - meno che hai un buon avvocato e soldi abbastanza per far sì, che il tuo processo vada in prescrizione

Hierzulande kommt erschwerend hinzu - die Rechtsverdreher sprechen dann immer von „aggravante“ - dass die Dialect Natives es nicht so mit dem Walschen haben. Für alle, die sich mit Hintrisch-reden schwer tun, gibt's auf der Website des Landtags eine Übersetzung in Piefkinesisch. Da können die Schwurbler das mit der „… fordert die Erfüllung der unabdingbaren Pflichten politischer, wirtschaftlicher und sozialer Solidarität“ noch mal nachlesen. Ich schweife ab.

1,5-Grad-Grenze

Heute geht es mir nicht um irgendeine @Felix Frei(heit) beim Impfen. Heute geht es - an den obigen Diskurs anknüpfend - um Fundamentales. Wie es weitergeht, wenn wir mit der aktuellen Scheiße durch sind: Der Klimawandel und was wir dagegen tun können. Zuallererst müssen wir juristisch vorbauen. Jetzt! Da ich's ehrlich gesagt auch nicht so mit „Arbeit“ habe, würde eine Verfassungsänderung des Artikel 1 zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. „L'Italia è una Repubblica democratica, fondata sulla libera circolazione.“ Na? Was sagen Sie? 1,5 Grad. 3 Grad. Scheißegal. Wir dürfen weiterhin sorglos mit dem Auto fahren und die grenzdebilen Verkehrsschilder am Stadtrand der Weltlandeshauptstadt mit den ganzen Fahrverboten für Euro 0, Euro 1, Euro Was-weis-ich kassieren wir gleich mit.

Möchte hier ein für allemal klar stellen: Ich fühle mich durch Umweltauflagen, Geschwindigkeitsbegrenzungen, Alloholverbote und den Wildwuchs an Behindertenparkplätze in meiner persönlichen Freiheit eingeschränkt. Anschnallpflicht. Winterreifenpflicht. Für die Unfälle auf schneebedeckten Straßen werden immer wir Fahrer mit Sommerreifen verantwortlich gemacht, dabei sind von November bis April ein Großteil der Wracks auf dem Autofriedhof mit Winterreifen bestückt; weil deren Fahrer der Propaganda glaubten, mit ordentlich Profil käme man unbeschadet durch den Winter. Nur eine achtsame Fahrweise ist ausschlaggebend, abgesehen davon, weis man nichts über die Langzeitfolgen für die Optik des Fahrzeugs durch ordinäre 15-Zoll-Stahlfelgen. Mich bringt nichts und niemand dazu, auf meine 19 Zoll GTS Matt Gun von Breyton zu verzichten und dass ich mir die von Schneeketten zerkratzen lasse, könnt ihr knicken. Und dass Karpf, Zepf und mein Gemeindeputz neben meinem Green Pass auch noch mein Patent kontrollieren wollen, geht gar nicht. Wozu auch? Müssen nur in ihrer Datenbank nachsehen. Steht sicher das genaue Datum drinnen, wann der Lappen eingezogen wurde und wieviel Promille ich hatte.

Wie immer wenn wir unseren Kompass neu justieren müssen, müssen wir unseren Blick nach Norden richten - zum einzigen Land auf Erden ohne Tempolimit auf Autobahnen: „Freie Fahrt für freie Bürger“. Weg mit den 110 km/h auf der A22, weg mit dem Fahrverbot in der Schlanderser Fussgängerzone. Das ist die Freiheit, für die sich ein Viking Clap à la Leerdenker lohnen würde, denn eines ist klar: Der Klimawandel ist ein Konstrukt der Ökofaschisten, Rohkostfresser und veganen Spaßbremsen, die uns über die Lügenpresse unter das Joch des Schritttempos in Wohnzonen zwingen wollen. Nicht mit mir, nicht mit uns! Mit uns meine ich vor allem meine Vinschger Kombattanten im Telegram-Kanal SUI LORO und FREI-FAHRT. Aus dem Ärmel könnte ich drei, vier Links zu Youtube-Videos kopieren, in denen schlüssig erklärt wird, dass das mit der globalen Erwärmung eine Farce ist. Wer an den Klimawandel glaubt, ist der Mutter aller Verschwörungstheorien aufgesessen. Dahinter steckt Elon Musk und die jüdische Hochfinanz, die uns alle in diese dahinsurrenden E-Autos stecken wollen, wo der Sound eines V8 aus dem Lautsprecher unterm Armaturenbrett kommt. Dahinter stecken Google, Microsoft und Apple, mit autonom fahrenden Roboter-Autos mit Automatik-Getriebe. Gruslig. Da sagt dir dein Handy, dass du genau jetzt einsteigen musst, wenn du wegen der Verkehrslage nicht zu spät zur Arbeit kommen willst. Klingelt, während du gerade das zweite Chroisan…, Krosòn…, Prjosch…, das zweite Hörnchen schmierst. Da ist nix mit Affenzahn auf der Laaser Geraden. Die Gemeinden werden verhungern, weil die ganzen Speed-Check-Boxen nichts mehr zum Blitzen haben. Und wegen der Nano-Bots im Impfstoff kann der Bill Gates dich ganz genau deinem Auto zuordnen. Dann steht zweifelsfrei fest, wem die drei Führerscheinpunkte für überhöhte Geschwindigkeit abgezogen werden ... Moment!? … Also die selbständig fahrenden Autos, fahren nicht mehr als erlaubt und dann … Egal. Und sollte beim Great Reset das eingeimpfte Graphenoxid versagen und die ganzen Geimpfen nicht wie die Fliegen umfallen, fahren ihre selbstfahrenden Autos sie in einem globalen Mega-Crash an die nächste Wand.

Aber bis es soweit ist, noch Big-Bissness für die Windrad-Industrie mit ihrer Energiewende. Wissen Sie warum wir auf das gute Super Plus mit 98 Oktan verzichten sollen? Die Kameltreiber haben geschnallt, dass sie mit Solarfabriken in ihren bescheuerten Wüsten noch viel mehr Kohle machen können, als mit Öl (das eh zu Ende geht). Schauen sie sich nur mal die Preis-Rally der letzten Monate auf ihrer Stromrechnung an und sie verstehen was ich meine: Strom-Mafia! Und die Alperia - die sich gegen unseren autonomistischen Strombonus sträubt - mischt fleißig mit. Da stimmt doch was nicht! Wann hat die italienische Regierung den Benzinpreis mit 3,5 Milliarden Euro gestützt? Im Gegenteil: Der Steueranteil eines Liter Benzin beträgt 64 Prozent. Zu den 22 Prozent Märchensteuer kommen noch 17 „Accise“ hinzu: Von der Finanzierung des Krieges in Äthiopien (1935-1936), über den Wiederaufbau nach der Staudammkatastrophe in Vajont (1963), bis zum Erdbeben in der Emilia-Romagna (2012).

Grün-Zertifikate

Dieses grüne Gesindel hängt mir sowas von zum Hals raus. Sie sollten mal die strafenden Blicke meines Nachbarn sehen, wenn ich Winters meinen Opel Manta GSi, Baujahr 1984, während des Frühstücks warm laufen lasse. Mein Herr Nachbar fährt jetzt nämlich Plug-In-Hybrid. Facepalm-Emoji! Meine Freunde vom GTI-Klub Plawenn sagen immer, einen Hybrid zu fahren, ist wie mit einem Kondom zu ficken. Ja, ja - total umweltschonend so ein Pseudo-Stromer: Merzedes GLE 350 e 4MATIC Coupé.  Die 211 PS + 136 PS brauchst du vor allem, um die 2.310 kg Leergewicht durch die Landschaft zu buxieren. Wenn mir so ein Stadttraktor hinten drauffahren würde, brauchte ich statt eines Abschleppwagens nur mehr ein Kehrtatl.

Merzedes GLE

Irgendwie hatte ich das Konzept Elektroauto anders in Erinnerung. Nun muss ich zugeben, dass ich da leicht voreingenommen bin. War Anfang der 90er mal bei der Schweizer Tour de Sol dabei, als sie von Reschen kommend, einen Schlenker durch unseren schönen Obervinschgau genommen hat. Wikipedia weis für das erste Rennen 1985 für Fahrzeuge, die mit einem Solarantrieb anstatt einem Verbrennungsmotor fuhren: „Am Start waren 73 Solarmobile und 58 davon schafften die Strecke, welche auf ungesperrten Strassen erfolgte; die Teilnehmenden mussten sich an sämtliche Verkehrsregeln halten. Gewonnen hat das Solarfahrzeug Mercedes-Benz/alpha real des Automobilherstellers Mercedes-Benz“. Tja, wenn sie nur wollen würden.

Damit kein unbegründeter Verdacht aufkommt: Ich würde nie mit etwas fahren, das weder Zündspule, noch Ölpumpe hat. Habe mir diese Solarzellen auf Rädern nur angeschaut, weil unsere Fuirwehr für die Bergung der Liegengebliebenen abkommandiert war. Wir haben den Straßenabschnitt zwischen dem Kriegerdenkmal und dem Restaurant Haidepark (das es damals noch nicht gab) abgedeckt, also gut 230 Meter, weil ja alle zehn Wehren der Gemeinde Mals: Tartsch, Matsch, Laatsch, Schleis, Burgeis, Schlinig, Plawenn, Ulten-Alsack, Planeil und natürlich Mals zum Zug kommen mussten.

Jeder Grüner der meint so eine Solarkiste sei ein würdevolles Fortbewegungsmittel ist zertifiziert plemplem. Mehr ist zu Grünstromzertifikate und Emissionshandel nicht zu sagen. Cazzo! Die Greta müsste man mal dem Max Verstappen in Monte Carlo in den F1-Grottn setzen und 78 Runden bei Spitzengeschwindigkeiten von 325 km/h sinnbefreit Sprit verfahren lassen. Würden den Fridays for Future-Spinnern ordentlich das Gehirn durchgepustet, kämen sie vielleicht mal zu Besinnung. Das gottlose Öko-Gesocks macht jetzt einen auf Rettet-den-Planeten und will uns mit diesem ökologischen Fußabdruck erschrecken. Angeblich braucht es für den Erhalt unseres derzeitigen Lebensstils 3,5 Erden. Dreieinhalb! So ein Blödsinn. Weiß ja jeder, dass es im Zentrum des Universum nur eine Erde gibt - und die ist eine Scheibe! Ein gottesfürchtiger Tiroler lässt sich nicht beirren. Für den gilt noch immer das erste Buch Mose (Genesis): „Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und macht sie euch untertan, und herrschet über Fische im Meer und über Vögel unter dem Himmel und über alles Tier, das auf Erden kreucht“. So ist es seit dem 23. Oktober 4004 v. Chr. (Julianischer Kalender) und so wird es immer bleiben. In Ewigkeit, Amen. Der Tag der Schöpfung war übrigens ein Sonntag - klar, der Tag des Herrn. Hat James Ussher, ein irischer anglikanischer Theologe in seinem epochalen Werk Annales veteris testamenti, a prima mundi origine deducti anhand von Bibelstellen im Jahr 1650 so errechnet.

Diese ganze Klimadebatte geht mir total am Arsch vorbei. Das ist wie mit der vierten Welle. „Sehenden Auges in die Katastrophe“, hat der LH gesagt. So what? Ich sage: Climat change und global warming welcome! Die heutige Tageshöchsttemperatur für Burgeis wurde mit 8 Grad vorhergesagt. Das Wetter bei uns auf dr Hoad ist schon seit ewig kaputt - da können ein paar Grad mehr nicht schaden. Und sollte es im Sommer zu heiß werden, schalte ich eben die Klimaanlage ein, wenn ich auf dem Weg nach Meran in Rabland oder auf der Töll im Stau stehe. Ah, na! Hab ja keine Klimaanlage. Da sehen Sie mal wie klimafreundlich ich unterwegs bin. Enkeltauglich sag ich. Was für ein Schlagwort! Enkeltauglich. Boah, bei diesem ganzen Nachhaltigkeitsgeschwafel würde ich am liebsten im Strahl kotzen. Wir brauchen mehr Pragmatismus. So wie unsere Gastwirte in dieser Pandemie. Wie war das Sprichwort: „Lieber eine Blinde im Bett, als eine Taube auf dem Dach“ oder so ähnlich? Lieber den Green Pass nicht kontrollieren und heute einen Euro verdienen, weil morgen sind wir sowieso im Lockdown. Aber nicht wenn wir das mit der Verfassungsänderung hinkriegen - dann gilt die „Libera circolazione“. Ohne Eigenerklärung.

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Kommentare

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Sepp Bacher 22.11.2021, 11:45

Immer wieder zum Staunen, wie viele Details der Goggel Totsch zusammen trägt und daraus einen faszinierenden Text macht! Durch diese Satire wird einem vor Augen geführt, wie viel mehr Widerstand ein Umdenken mit dem entsprechendem Handeln (Reduzierung, Umstellung der Gewohnheiten) zu erwarten sein wird, als dem, den wir vom Impfen her kennen. Ich habe aber den Eindruck, dass die Politik bei diesem Thema nicht so konsequent sein wird. Man möchte ja nur soviel fordern, als die Menschen/Wähler auch bereit sind mitzugehen. Man wird aber alles als grün, bio und vor allem nachhaltig deklarieren.

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Georg Lechner 22.11.2021, 18:33

Als ösitanischer Bosnigl möchte ich den vorletzten Satz ein wenig abwandeln: Man möchte ja nur so viel umsetzen, als die Geldgeber der Wahlkämpfe zulassen, ohne den Parteien die finanzielle Kragenweite auf Null zu stellen und die Zeitungen aufzuhetzen, als Gegenleistungen für Inserate die betreffenden Parteien zur Sau zu machen.

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