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Coronaprozesse

Mit Prozessen Corona bekämpfen?

Neue Methoden der Corona-Bekämpfung oder Rückkehr ins Mittelalter?
Community-Beitrag von Sigmund Kripp23.01.2021
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Die Corona-Pandemie hat zu starken Einschränkungen unserer Grund- und Freiheitsrechte geführt. Diese Einschränkungen beruhen auf einer bisher unbekannten, sich schnell ausbreitenden Viruserkrankung. Kein Mensch hatte Erfahrung mit dieser Krankheit. So kam es, dass die Grundregeln bei der Bekämpfung von Pandemien extrem schnell und extrem stark angewandt wurden: Einschränkung von persönlichen Kontakten und Bewegungsfreiheit, sowie in Folge Schließungen von den verschiedensten Institutionen, wo Menschen sich auf dichtem Raum begegnen könnten: Geschäfte, Freizeiteinrichtungen, Kultureinrichtungen, teilweise auch Betriebsstätten.

Alle diese Einschränkungen waren und sind als vorübergehende Maßnahmen geplant. Da aber niemand Erfahrung mit COVID-19 hat, ist dieses „vorübergehend“ nicht definiert und dem Anschein nach beliebig ausdehnbar.

Und das ruft jene auf den Plan, die – durchaus berechtigt – Angst um unsere Grundrechte haben. Denn es ist für Regierende immer leichter und effizienter, wenn mühsame, demokratische Entscheidungsprozesse übergangen werden können, und die hohe Politik einfach „durchregieren“ kann! Ein sehr verlockender Zustand, an dem auch schon vor der Pandemie gar einige Politiker großen Gefallen gefunden haben, denken wir an die illiberalen Orbán, Putin, Morawiecki, , aber auch an viele andere, die in große Versuchung kommen.

Demokratie ist immer ein fragiles Gebilde und muss ständig neu gegen Angriffe geschützt werden. Von innen und von außen. Daher sollen und müssen diese massiven Eingriffe in unsere Grundrechte immer wieder hinterfragt und geprüft werden. Und es muss deren Ende absehbar gemacht werden.

Nun aber gibt es Gruppen von Menschen, die zunächst eine große Skepsis gegenüber dem Vorhandensein der Pandemie im Allgemeinen aufweisen. Sie glauben nicht an die Existenz des Virus, oder an die Wirksamkeit der Jahrhunderte alten Bekämpfungsprinzipien von Seuchen, oder/und verstricken sich – wohl auch aus Informationsmangel – in wilde Verschwörungstheorien.

Und in dieser Gruppe von Menschen sind auch jene, die an die Bekämpfung der Pandemie mit Prozessen glauben! Es werden Virologen geklagt, die die Hiobsbotschaft überbringen, als hätten sie die Krankheit selbst in die Welt gesetzt! Und es wird auf die Evidenzbasiertheit von Einschränkungen der Grundrechte gepocht, übersehend, dass die meiste „Klientel“ dieser AnwältInnen selbst oft jener Medikamentation anhängt, wo die Evidenz seit deren Existenz weitgehend fehlt: der Homöopathie.

Mich erinnern diese Prozesse – die sehr oft auch den Anwälten eine schöne Stange Geld einbringen, weil man sich mit einer „Kostenbeteiligung“ dem Prozess anschließen kann – an die Mäuseprozesse im Mittelalter! Auch diese waren sehr aufwändige, groß gemachte und gut publizierte Prozesse, weil sie auf diese Weise dem Volk den Eindruck vermittelten: da wird etwas gegen die Plage getan!

Ich denke also, das Corona-Virus werden wir doch eher mit medizinischen Maßnahmen – die sehr bitter sein können - bekämpfen, als durch Prozesse!

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Kommentare

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Georg Lechner 23.01.2021, 12:21

Klarerweise können wir das Virus nur mit medizinisch-technischen Mitteln bekämpfen. Ausgangspunkt der Überlegungen müssen dabei die Möglichkeiten und Grenzen des Virus sein. Diese leiten sich aus den Eigenschaften einer zwar lebensnahen, aber mangels eigenem Stoffwechsel nicht als Lebewesen zu bezeichnenden Substanz ab: bewegungsunfähig, ohne Instrumentarium für Informationserfassung und -verarbeitung, für die Vermehrung auf parasitäres Schmarotzen in Wirtszellen angewiesen, wie andere biologische Substanzen durch chemische Reaktionen abbaubar
Wegen der Unfähigkeit zur eigenständigen Bewegung kann die Verbreitung nur über Ausatmen und Einatmen erfolgen (Tröpfcheninfektion, da die Luftbewegung feine Tröpfchen von den feuchten Schleimhäuten losreisst, die bei infizierten Personen Viren enthalten). Daraus resultieren die Maßnahmen Abstandhalten und Mund-Nasen-Schutz. Nützlich wäre aus meiner Sicht auch eine Filtration der Umluft (entweder durch Adsorption an Aktivkohle oder durch Absorption mittels Gaswäsche), da sich bei anderen Atemwegsviren gezeigt hat, dass diese besonders in klimatisierten Räumen weiterverbreitet werden.
Der nächste Ansatzpunkt ist das Anbieten von konkurrierenden Andockstellen, um die Viren vor Kontakt mit Wirtszellen chemisch zu binden und solcherart aus dem Verkehr zu ziehen. Hier sind zwei Medikamente in Erprobung, leider fehlen mir Informationen, wie weit die Studien mittlerweile gediehen sind: https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wissen/mensch/2076438-Medikamen... und https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wirtschaft/oesterreich/2075409-...
Die Bekämpfung der Virenvermehrung in befallenen Zellen kann einerseits medikamentös erfolgen (hauptsächlich mit Remdesivir, hat aber Nebenwirkungen auf die Nieren), andererseits über das körpereigene Immunsystem, indem Fresszellen die Viren umschließen und chemisch zersetzen. Durch die Impfung gegen Covid19 werden die Zackenproteine des Virus produziert und damit das Immunsystem in Alarmbereitschaft vesetzt, sobald über eine Virusinfektion diese Zackenproteine (die für die zufällig erfolgende Anhaftung an den Wirtszellen verantwortlich sind) wieder irgendwo im Körper auftauchen.
Für das Immunsystem ist ein gutes Zusammenwirken mit den Kleinlebewesen im Darm förderlich und kann der Gastroenterolgin Giulia Enders ("Darm mit Charme") zufolge mit Artischocken, Spargel, Chicoree, Topinambur, Knoblauch, Zwiebel, Pastinaken, Schwarzwurzel, Roggen, Weizen, Hafer und Lauch günstig beeinflusst werden.

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Klemens Riegler 23.01.2021, 12:59

Kurz & bündig, ein ehrlicher, richtiger und wichtiger Beitrag! Danke Herr Kripp!

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Thomas Unterwinkler 23.01.2021, 16:02

Rechtliche Fragen tun sich ja nicht nur zwischen dem Staat und seinen Bürgern auf, sondern auch zwischen den Staaten. Es ist in der hiesigen Berichterstattung etwas untergegangen, aber beim Europäischen Rat am Donnerstagabend hat Bundeskanzlerin Merkel zu einem strikten gemeinsamen Vorgehen aufgerufen, um die Ausbreitung von mutierten Typen auf das Gebiet der Europäischen Union zu stoppen. Nur wenn das in einer koordinierten Aktion geschehe, könne das Virus effektiv eingehegt und der freie Personenverkehr in einem Europa der offenen Grenzen gesichert werden. Näheres dazu hier:
https://www.derstandard.at/story/2000123487039/merkel-draengt-auf-gemein...
Im Umkehrschluss heißt das: In EU-Mitgliedstaaten mit laschen Corona-Maßnahmen wird es KEINE REISEFREIHEIT für deutsche Staatsbürger geben. Das dürfte etwa Spanien und Italien nicht erfreuen. Andererseits macht das natürlich Sinn: Weshalb sollte es Deutschland gutheißen, dass eine Familie aus Baden-Württemberg (derzeitige 7-Tages-Inzidenz 92) auf Urlaub nach Südtirol (derzeitige 7-Tages-Inzidenz PCR 264, PCR+Antigen 561) fährt?
Insofern steht der für Südtirol wichtige Wirtschaftszweig Tourismus auch im Frühling/Sommer vor sehr schweren Zeiten. Denn dass die derzeit sehr hohen Infektionszahlen ab April, wenn es wärmer wird, ohne strikte Maßnahmen - zu denen die Landesregierung offensichtlich nicht bereit ist - deutlich zurückgehen, ist eigentlich auszuschließen. Dafür reicht ein Blick nach Israel oder Brasilien. Und leider wird auch die Impfung im ersten Halbjahr aufgrund der knappen Verfügbarkeit kein Gamechanger sein.

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Klemens Riegler 24.01.2021, 10:33

Dazu fällt mir etwas ein was ich in einem Beitrag (21. April 2020) hier auf Salto geschrieben hatte: "Wenn man diese Spirale weiter dreht, hätte ein restriktiver und weltweiter, zweimonatiger Lock-Down schließlich auch zur Ausrottung dieses Virus führen können" ... irgendwie geil ... rückblickend!
https://www.salto.bz/de/article/21042020/und-wenn-alle-sich-irren

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Christian I 25.01.2021, 13:48

klingt sehr gut, irgendwie aber auch ein irgendwie utopisch... 8 Milliarden Menschen 2 Monate lang komplett isolieren...

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Georg Lechner 24.01.2021, 18:41

Die Ausbreitung mutierter Typen ist längst erfolgt, die brit. Mutation ist in Ö. bereits in 3 Bundesländern nachgewiesen und die südafrikanische im Bezirk Schwaz (Seilbahnpersonal im Zillertal)

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Sigmund Kripp 25.01.2021, 19:37

Gerade war auf Ö1 eine sehr interessante Sendung zur Evidenzbasiertheit der Wissenschaft zu hören! Was war die Kernaussage? Evidenz entsteht erst durch die Ansammlung von Fakten und Studien dazu. Daher wird - und muss - jede/r WissenschaftlerIn in einer Situation wie beim bisher unbekannten SARS-COV-2 Virus, seine/ihre Meinung immer wieder ändern! Manchem mag diese Meinungsänderung als Irrtum oder Unsicherheit erscheinen; der Wissenschaft ist sie aber immanent: trial & error! Erst durch eine gewisse Masse an Erkenntnissen über einen gewissen Zeitraum wird die Handlungsanleitung konkludenter und sicherer. In dieser Fase befinden wir uns jetzt. Nur: das Warten auf Erleuchtung allein hilft nicht! Wenn also jetzt militante Impfgegner und Coronaleugner sagen: "die wissen ja selbst nicht, was sie wollen!", frage ich: " Was wäre denn Ihre Strategie gewesen?"

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